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  • Pressemitteilung

    08.07.2019
    Nr. 16/2019

    Bekämpfung von Resistenzen, Gesundheitsförderung und Präventionsarbeit: LGL stellt Jahresbericht 2018 im Landtag vor

    2018 führte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rund 313.000 Labor-Untersuchungen mit humanmedizinischem Hintergrund durch. Mit Start der Bayerischen Antibiotikaresistenz-Datenbank (BARDa) setzte es außerdem einen wichtigen Meilenstein bei der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Weiterhin engagierte sich das LGL bei der Kinder- und Seniorengesundheit, der Präventionsarbeit und bei der Gesundheitsberichterstattung, deren Eckdaten auch eine wichtige Rolle bei der Etablierung künftiger Präventionsstrategien spielen. Dies und mehr aus dem LGL-Jahresbericht 2018 stellte Dr. Andreas Zapf, Präsident des LGL, heute im Ausschuss für Gesundheit und Pflege des Bayerischen Landtags vor.

    Die Bayerische Antibiotikaresistenz-Datenbank (BARDa) etabliert
    Das LGL engagiert sich seit Jahren auf zahlreichen Ebenen interdisziplinär gegen Antibiotikaresistenzen, 2018 erfolgte mit Start der Bayerischen Antibiotikaresistenz-Datenbank (BARDa) ein weiterer wichtiger Schritt im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen. „Ziel von BARDa ist es, die Entwicklung neuer Resistenzen oder Resistenzkombinationen rasch identifizieren zu können“, betont Dr. Zapf. BARDa sammelt flächendeckend repräsentative und belastbare Daten zur Antibiotikaresistenz-Situation in Bayern im ambulanten und stationären Sektor. Damit können LGL-Experten die Entwicklungen der Resistenzen kontinuierlich beobachten, zugleich erhalten sie eine objektive Datengrundlage, mit der Ärzte in Praxen und in Kliniken bei der Durchführung von Antibiotikatherapien fachlich beraten und unterstützt werden können.

    Schuleingangsuntersuchung reformiert, Impfschutz forciert
    Ebenso aktiv war das LGL in der Gesundheitsförderung. Gerade bei Kindern ist es für die individuelle Entwicklung entscheidend, dass gesundheitliche und entwicklungsbezogene Einschränkungen frühzeitig erkannt werden. Die Schuleingangsuntersuchung stellt dabei die einzige Möglichkeit dar, flächendeckend alle über 110.000 Kinder eines Schüler-Jahrgangs zu erreichen. Damit im Falle auffälliger Befunde etwaige Fördermaßnahmen noch frühzeitiger eingeleitet werden können, beschloss der Ministerrat im Jahr 2014, die Schuleingangsuntersuchung zu reformieren. Dazu setzte das LGL mit dem Gesundheits- und Entwicklungsscreening im Kindergartenalter (GESiK) ein sechs Landkreise umfassendes Pilotprojekt um. Die Untersuchung wurde hierbei in die Altersgruppe 4-5 Jahre (entspricht dem vorletzten Kindergartenjahr) vorverlegt, der Untersuchungsumfang erweitert und es können zusätzlich auch schulärztliche Nachuntersuchungen wahrgenommen werden. „Wesentlicher Vorteil ist, dass sich durch den früheren Start der Untersuchung der potenzielle Förderzeitraum für ein Kind verlängert“, ergänzt Dr. Zapf. Das GESiK-Pilotprojekt fand bei allen Beteiligten große Zustimmung, die Ergebnisse sind Grundlage für die flächendeckende Einführung der reformierten Schuleingangsuntersuchung in Bayern in den kommenden Jahren.
    Junge Familien waren darüber hinaus auch bei der 5. Bayerischen Impfwoche Hauptzielgruppe der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Ziel der Impfwoche war, die Bedeutung von Impfungen für Kinder und deren Eltern aber auch für Kontaktpersonen wie Großeltern, Freunde oder auch medizinisches Personal hervorzuheben. Insgesamt war die Impfwoche ein großer Erfolg. Sie wurde von der von Bund und Ländern getragenen Nationale Lenkungsgruppe Impfen (NaLI) als ein wichtiger Beitrag zur Europäischen Impfwoche gewürdigt und auch im Berichtsband „Highlights der Europäischen Impfwoche 2018“ der Weltgesundheitsorganisation erwähnt.

    Auch Seniorengesundheit im Rahmen der Präventionsarbeit fokussiert
    Auch die Seniorengesundheit als Schwerpunktthema des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) war ein zentrales Handlungsfeld des LGL in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsregionenplus. Bei den Gesundheitsregionenplus handelt es sich um vom Gesundheitsministerium geförderte Netzwerke auf kommunaler Ebene, die das Ziel verfolgen, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern und damit die Lebensqualität zu erhöhen. Ziel war, das Schwerpunktthema Seniorengesundheit in regionalen Aktivitäten umzusetzen und diese mit der medialen Präventionskampagne „Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter.“ zu verzahnen.

    Daten für Taten: Die Gesundheitsberichterstattung in Bayern
    Auch die Gesundheitsberichterstattung spielte 2018 eine wichtige Rolle: Sie will dazu beitragen, einen allgemeinverständlichen Überblick über die gesundheitliche Situation der Bevölkerung in Bayern zu geben. Darüber hinaus ist sie für zielgerichtete Gesundheits- und Präventionsstrategien essentiell. Die Fachleute des LGL werten dafür zahlreiche gesundheitsbezogene Daten aus und stellen diese der Politik und der Öffentlichkeit zur Verfügung. Darunter finden sich z. B. Publikationen über die Lebenserwartung, das Gesundheitsverhalten von Jugendlichen oder Berichte zur psychischen Gesundheit der Menschen in Bayern. „Schwerpunkte im Jahr 2018 waren Demenz und Diabetes, weiterhin waren die LGL-Experten fachlich für die Entstehung des kürzlich erschienenen Bayerischen Präventionsberichtes verantwortlich, der Auskunft gibt über die Erfolge bei der Reduzierung der Säuglingssterblichkeit, dem Zigarettenkonsum oder über den Rückgang der Arbeitsunfälle in Bayern“, sagt Dr. Zapf, und ergänzt: „Diese Analysen zeigen Erfolge in vergangenen Handlungsbereichen sowie den Status quo bei bestimmten gesundheitlichen Fragestellungen auf und sie liefern zugleich fachlich belastbare Anhaltspunkte dafür, welche künftigen Präventionsstrategien und –maßnahmen sinnvoll sein können, wie z. B. die Stärkung einer gesundheitsbewussten Lebensweise“.

    Weitere Informationen zu den Schwerpunkten, Tätigkeiten und Projekten des LGL, darunter z. B. der Aufbau des mittlerweile erfolgreich gestarteten elektronischen Polleninformationsnetzwerks ePIN, die Förderprogramme zum Erhalt und zur Verbesserung der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum, die Maßnahmen des Instituts für Kurortmedizin und Gesundheitsförderung oder die Integration des Bayerischen Krebsregisters am LGL finden sich im Jahresbericht 2018 unter www.lgl.bayern.de.

    Hinweis: Die Vorstellung des Jahresberichts vor dem Ausschuss für Umwelt und Verbraucherschutz des Bayerischen Landtags fand statt am Donnerstag, 27. Juni 2019. Die Pressemitteilung dazu ist hier abrufbar.