Behördenbezeichnung mit Staatswappen: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Nitrat in Rucola – Untersuchungsergebnisse 2018

Hintergrund

Der Nitratgehalt in Pflanzen ist nicht allein von der Düngung und Lichtverhältnissen abhängig. Es gibt auch Gemüsesorten, die Nitrat speichern, während andere Sorten nur wenig zur Anreicherung neigen. Eine der Hauptquellen für die Nitrataufnahme aus der Nahrung stellt Blattgemüse dar. Vor allem Kopfsalate, Feldsalat, Spinat und ganz besonders Rucola weisen mitunter hohe Nitratgehalte von deutlich über 1.000 mg/kg auf. Während für Salate und Spinat bereits seit 2007 gesetzliche Höchstgehalte für Nitrat gelten, wurden für Rucola erst 2012 Höchstgehalte festgelegt. Sie betragen 6.000 mg/kg Nitrat bei Ernte im Sommerhalbjahr (1. April bis 30. September) und 7.000 mg/kg bei Ernte im Winterhalbjahr (1. Oktober bis 31. März). Auch im Jahr 2018 überprüfte das LGL deren Einhaltung und verfolgte die Belastungssituation weiter.

Ergebnisse

Das LGL untersuchte insgesamt 52 Proben Rucola. Davon stammten 37 Proben aus Deutschland, 14 aus Italien und eine aus Österreich. Durchschnittlich waren 4.663 mg/kg an Nitrat enthalten, der geringste nachgewiesene Gehalt lag bei 1.754 mg/kg, der höchste bei 8.074 mg/kg. Das 90. Perzentil lag im Durchschnitt bei 6.102 mg/kg. Bei deutscher Ware stellte das LGL einen durchschnittlichen Nitratgehalt von 4.518 mg/kg fest, bei Ware aus Italien durchschnittlich 5.068 mg/kg. Die eine Probe aus Österreich enthielt 4.394 mg/kg Nitrat. Die festgelegten Höchstgehalte überschritt nur eine Probe deutscher Rucola aus konventionellem Anbau mit 8.074 mg/kg (Anbau im Winterhalbjahr), was zu einer lebensmittelrechtlichen Beanstandung führte. Weiterhin wiesen je eine Probe aus konventionellem Anbau aus Deutschland mit 6.537 mg/kg und eine Probe aus Italien mit 6.305 mg/kg sowie eine deutsche Probe aus ökologischem Anbau mit 6.120 mg/kg überhöhte Nitratgehalte auf. Unter Berücksichtigung der erweiterten Messunsicherheit überschritten die Gehalte die zulässigen Höchstgehalte analytisch-statistisch nicht ausreichend sicher, sodass das LGL noch keine lebensmittelrechtliche Beanstandung aussprach, sondern lediglich auf die erhöhten Werte hinwies. Wie zu erwarten war, lag aufgrund der günstigeren Lichtverhältnisse im Sommerhalbjahr mit durchschnittlich 4.519 mg/kg insgesamt eine geringere Nitratbelastung vor als im Winterhalbjahr mit durchschnittlich 5.202 mg/kg. Die sieben Bio-Proben (vier aus Deutschland, drei aus Italien) wiesen mit durchschnittlich 5.226 mg/kg höhere Nitratgehalte auf als die Proben aus konventioneller Erzeugung mit durchschnittlich 4.576 mg/kg. Im Jahr 2012, in dem die Nitrathöchstgehalte für Rucola eingeführt wurden, wies das LGL noch einen durchschnittlichen Nitratgehalt von 4.860 mg/kg in Rucola nach. Somit lag der durchschnittliche Gehalt 2018 mit 4.663 mg/kg geringfügig niedriger als vor sechs Jahren.

Tabelle: Nitratgehalte von Rucola 2018 in Hinblick auf Herkunft, Jahreszeit und Anbauart
  Anzahl
Proben
Mittelwert
[mg/kg]
minimaler
Gehalt
[mg/kg]
maximaler
Gehalt
[mg/kg]
Gesamt 52 4.663 1.754 8.074
Herkunft        
Deutschland 37 4.518 1.754 8.074
Italien 14 5.068 3.754 6.927
Österreich 1 4.394    
Jahreszeit        
Sommer* 41 4.519 1.754 6.537
Winter* 11 5.202 2.696 8.074
Anbauart        
ökologisch 7 5.226 3.488 6.927
konventionell 45 4.576 1.754 8.074
* Sommer = Erntezeitpunkt April bis Ende September, Winter = Erntezeitpunkt Oktober bis Ende März