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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Bunte Eier - nicht nur zu Ostern

Farbstoffe zum Eier-Färben müssen zugelassen sein

Bunt gefärbte Eier

Gefärbte, hart gekochte Eier finden sich nicht nur zu Ostern im Handel. Die bunten Eier werden ganzjährig als so genannte "Brotzeit-Eier" oder "Party-Eier" angeboten.

Durch die Ei- Poren oder auch durch feine Risse in der Schale können beim Färben Farbstoffe auf das Eiweiß gelangen. Eier dürfen daher nicht mit beliebigen Farbstoffen gefärbt werden. Nur die nach Artikel 2 Absatz 9 der EU-Richtlinie 94/36/EG für das Färben von Eiern zugelassenen Farbstoffe dürfen verwendet werden (umgesetzt in deutsches Recht durch § 3 Absatz 3 ZZuIV).

Die Liste der zugelassenen Farbstoffe umfasst sowohl synthetische Farbstoffe als auch Farbstoffe, die aus natürlichen Quellen isoliert werden ("natürliche Farbstoffe"). So handelt es sich beispielsweise bei Annatto (E 160b) um Carotinoide, die durch Extraktion aus der äußeren Schicht der Samen des Orleanstrauches (Bixa orellana L.) gewonnen werden. Färbende Lebensmittel wie zum Beispiel Spinat (grün), Blaubeersaft (violett), Preiselbeersaft (rosa) oder Safran (gelb) zählen nicht zu den zulassungspflichtigen Farbstoffen und können ohne Einschränkung verwendet werden.

Für Bio-Eier gelten Sonderregeln

Als "Bio" oder "Öko" dürfen gefärbte, hart gekochte Eier nur bezeichnet werden, wenn sie den Anforderungen der EU-Verordnungen Nr. 834/2007 und Nr. 889/2008 (früher: EU-Verordnung Nr. 2092/91) entsprechen. Dabei muss das Ei im Einklang mit den Vorgaben dieser Verordnungen erzeugt, behandelt und verarbeitet sein. Zusatzstoffe, wie Farbstoffe, dürfen bei "Bio- /Öko-Lebensmitteln" nur verwendet werden, sofern sie durch die Verordnung Nr. 889/2008 ausdrücklich zugelassen sind. Für das Färben von "Bio/Öko-Eiern" wurden jedoch keine Farbstoffe zugelassen, weder synthetische Farbstoffe noch Farbstoffe, die aus natürlichen Quellen isoliert werden.

Seit 1. Dezember 2007 konnten daher gekochte Eier, deren Schale mit Farbstoffen gefärbt worden war, nicht als "Bio-" oder "Öko-Eier" in den Verkehr gebracht werden. "Bio- /Öko-Eier" durften lediglich mit färbenden Lebensmitteln gefärbt werden. Mit der Verordnung Nr. 1254/2008 vom 15. Dezember 2008 hat die Europäische Union nun die in den Mitgliedstaaten zuständigen Behörden ermächtigt, Ausnahmen für das Färben von "Bio/Öko-Eiern" zuzulassen. Die zuständigen Behörden (in Bayern: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft) dürfen demnach Farbstoffe für das Färben von "Bio- /Öko-Eiern" zulassen. Vorraussetzung für eine Zulassung ist, dass es sich um natürliche Farbstoffe (einschließlich synthetische Formen von Eisenoxiden und Eisenhydroxiden) handelt und die Zulassung nur für eine begrenzte Zeit im Jahr (Osterzeit) erteilt wird.

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