2009: Kontrollschwerpunkt Schmelzkäse produzierende Betriebe

Im Sommer 2008 gaben italienische Behörden in mehreren Meldungen durch das EU-Schnellwarnsystem Details über die Verarbeitung von nicht lebensmitteltauglichen Käseabfällen in bestimmten italienischen Betrieben bekannt. In den Meldungen genannte vermeintliche Handelspartner dieser italienischen Betriebe mit Firmensitz in Bayern wurden bereits unmittelbar nach Bekanntwerden von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden, den Regierungen, der Spezialeinheit und der Polizei/Staatsanwaltschaft kontrolliert.

Im Nachgang zu diesem sog. italienischen Käseskandal wurden im Zeitraum Mai bis Dezember 2009 insgesamt neun Schmelzkäse produzierende Betriebe in Bayern ausgewählt und kontrolliert. Zusätzlich wurde ein "Arbeitskreis Schmelzkäse" gegründet. Das Produktsortiment dieser überprüften Betriebe erstreckte sich von Schmelzkäse (schnittfeste/reibefähige Blöcke, streichfähige/pastöse Erzeugnisse), über Schmelzkäsezubereitungen und Pflanzenfetterzeugnissen mit Milchbestandteilen bis hin zu Zwischenprodukten für die weiterverarbeitende Lebensmittelindustrie. Neben der allgemeinen Betriebs- und Produktionshygiene lag das Hauptaugenmerk bei den Kontrollen auf der Aufbereitung und Verwendung bzw. dem Einsatz von Rohwaren, Zutaten und Zusatzstoffen, der Abfüllung und Verpackung der Erzeugnisse und der Gewinnung und Verwendung von Rework.

Im Ergebnis blieb festzuhalten, dass die eingesetzten Rohwaren von sehr unterschiedlicher Qualität waren. Sie reichten von standardisierten Hart- und Schnittkäsen mit definierten Trockenmasse- und Fettgehalten weiter über Käsechargen mit leichten Abweichungen von den Standardsorten bis hin zu weit gereiften Käsen mit fortgeschrittenem Eiweißabbau. Je nach herzustellendem Erzeugnis werden diese Käserohwaren innerhalb einer Rezeptur miteinander kombiniert. Bei keinem Betrieb wurden für den menschlichen Verzehr ungeeignete Rohwaren vorgefunden.

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