Betriebskontrollen - Getreidemühlen und -lager

Schwerpunkt 2013: Getreidelager

Im Rahmen dieses Überwachungsschwerpunktes fanden im Jahr 2013 bayernweit in elf Getreidelagern Überprüfungen statt. Bei neun Betrieben (82 %) stufte die Spezialeinheit die Mängel als geringfügig, bei einem Betrieb (9 %) als mittelgradig ein. Bei einem Getreidelager waren die Mängel in einem klei-nen Teilbereich gravierend.
Mängel im baulichen Bereich sind etwa nicht ausreichend nach außen abgedichtete Räumlichkeiten und Tore, wodurch das Eindringen von Schädlingen begünstigt werden kann. Auch unzureichende Schutzmaßnahmen gegen das Eindringen von Vögeln beanstandete die Spezialeinheit. In der Betriebs- und Prozesshygiene waren insbesondere im Bereich der Fördereinrichtungen immer wieder Altverschmutzungen von Getreideresten und Staub feststellbar. Bei einigen Betrieben wurden sowohl Getreide als auch Düngemittel gelagert. Um Verunreinigungen des Getreides zu vermeiden, ist dabei auf eine sorgfältige Trennung bei der Lagerung und Handhabung zu achten. Bei zwei Getreidelagern waren im produktnahen Bereich Beizanlagen zur saisonalen Behandlung von Saatgut installiert. Um Verschleppungen auszuschließen, muss die Saatgutbeizung getrennt von der Verarbeitung von Lebensmitteln erfolgen. Eigenkontrollen und Dokumentation wiesen bei fünf der kontrollierten Getreidelager keine Mängel auf. Die Beanstandungen bei den weiteren Betrieben betrafen überwiegend die Umsetzung der Reinigungs-und Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen sowie das HACCP-Konzept.

Schwerpunkt 2010: Getreidemühlen

Da in den vergangenen Jahren am LGL vermehrt Proben von Getreideprodukten wegen Schädlingsbefall beanstandet werden mussten, führte die Spezialeinheit 2010 einen Kontrollschwerpunkt Getreidemühlen durch. Hierbei wurde besonderes Augenmerk auf Vorratsschutz und -hygiene sowie auf die gängigen Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen gelegt. In Bayern gibt es ca. 160 aktive Getreidemühlen. Die beiden größten Mühlen verarbeiten über 500 Tonnen Getreide täglich; die kleinsten produzieren nur wenige Tonnen Mehl im Jahr. Die Spezialeinheit kontrollierte zusammen mit den Vor-Ort-Behörden 13 Betriebe unterschiedlicher Struktur und Größe, wobei in zwei Fällen in Teilbereichen gravierende Mängel festzustellen waren. Die größten Schwachstellen in der Betriebs- und Prozesshygiene waren Verschmutzungen vor allem in den Bereichen Schüttgosse, Elevator und Vorreinigung des Getreides. Undichtigkeiten der Maschinen im Vorreinigungsbereich führten zu einer Ansammlung von Getreideresten, die nicht zeitnah entfernt wurden. Ein weiterer Beanstandungsgrund war Schadnager- und Insektenbefall. In vielen Betrieben fehlte ein durchgängiges und konsequent umgesetztes Schädlingsbekämpfungskonzept. Die zuständigen Behörden ordneten entsprechende Sofortmaßnahmen wie z. B. die Entsorgung von befallenen Lebensmitteln oder eine angemessene Schädlingsbekämpfung an.

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