Betriebskontrollen - Brauereien

2015: Kontrollergebnisse

2015 kontrollierte die Spezialeinheit gemeinsam mit den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden 37 Brauereien. Dabei handelte es sich überwiegend um kleine und mittelständische Betriebe, die mit ihren Produkten überwiegend regionale Gebiete bedienen. Einige der Brauereien vertreiben ihre Produkte europaweit. Zudem wurde eine weltweit agierende Brauerei kontrolliert. Drei Betriebe wurden aufgrund von Verbraucherbeschwerden überprüft. Die Mängel in diesen Betrieben wurden keiner Gesamtbewertung unterzogen, da sich die Kontrolle ausschließlich auf die in den Verbraucherbeschwerden genannten Mängel beschränkte. Bei rund drei Viertel dieser
Brauereien wurden im Gesamturteil keine oder nur geringfügige Mängel festgestellt. In vier Brauereien wurden die Mängel als gravierend eingestuft. In drei von diesen Betrieben war hierfür ein starker Schädlingsbefall in der Schrotmühle bzw. dem Schrotrumpf die Ursache. Die betroffenen Anlagen wurden gesperrt und durften erst nach einer sachgerechten Reinigung und Desinfektion wieder genutzt werden. Zudem musste der Betrieb die
Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen verbessern, um einen zukünftigen Befall auszuschließen. Biere, die unter oben genannten Bedingungen produziert worden sind, durften nicht in den Verkehr gebracht werden. In einem Fall forderten die Kreisverwaltungsbehörden Unterstützung der Spezialeinheit aufgrund einer öffentlichen Warnung an. Ein Verbraucher wurde durch den Verzehr von Reinigungslauge in einer Bierflasche gesundheitlich geschädigt. Daraufhin wurde eine Inspektion der Flaschenabfüllung in diesem Betrieb durchgeführt. Da das Laugenkontrollgerät nicht ordnungsgemäß funktionierte und entsprechende Testflaschen nicht erkannte, hat der Betrieb zwei Chargen Bier öffentlich zurückgerufen. Zudem installierte die Brauerei ein neues Laugenkontrollgerät und passte das Hazard-Analysis-and-Critical-Control-Points (HACCP) -Konzept an.

Wie bereits im Jahr 2013 stellten die Kontrollteams bei einem Großteil der kontrollierten Brauereien keine oder nur geringfügige Mängel fest. Die gemeinsamen Anstrengungen der Industrie, der Wissenschaft und des Verbraucherschutzes wirken sich hier positiv aus. Beispielhaft sei hier ein seit einigen Jahren installierter Arbeitskreis mit Vertretern des LGL, der TU München Weihenstephan und der zwei Brauereiverbände genannt. Zudem pflegt die Spezialeinheit inzwischen eine enge Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Brau- und Getränketechnologie des Wissenschaftszentrums Weihenstephan (WZW). Hier haben bereits gegenseitige Schulungen zu Themen des Verbraucherschutzes stattgefunden und
Vertreter der Spezialeinheit haben auf Veranstaltungen des WZW referiert.

In der Grafik wird die Entwicklung der Ergebnisse bei Brauereikontrollen in den Jahren 2011, 2013 und 2015 dargestellt.  Während 2011 bei insgesamt 23 Kontrollen die Mängel in vier Betrieben als gravierend eingestuft wurden, lag der Anteil von Betrieben mit als gravierend und gravierend in einem Teilbereich eingestuften Mängeln 2013 (zwei von 22 Betrieben) und 2015 (vier von 34 Betrieben) deutlich niedriger. Die Anzahl der Betriebe mit keinen oder nur geringfügigen Mängeln hat sich stetig nach oben entwickelt.

Abbildung : Darstellung der vorgefundenen Mängel bei Brauereikontrollen (ohne Kontrollen aufgrund von Verbraucherbeschwerden)

2013: Projekt Brauereien

2013 war die Spezialeinheit an 22 Kontrollen in Brau¬ereien beteiligt, wobei es sich überwiegend um kleine und mittelständische Betriebe aus allen Regierungsbezirken handelte. Bei rund dreiviertel dieser Brauereien stellte die Spezialeinheit nur geringfügige Mängel fest und stufte lediglich in zwei Betrieben die vorgefundenen Mängel als gravierend ein. Dies stellt eine positive Entwicklung im Vergleich zu früheren Jahren dar. Die häufigsten Beanstandungen ergaben sich im Bereich der Malzböden sowie in Lagerkellern. Hierbei handelte es sich zumeist um Verschmutzungen, Schimmelbefall oder von Maschinen und Anlagen. Die Vor-Ort-Behörden ordneten Grundreinigungen bzw. geeignete Instandsetzungsmaßnahmen an.
Auffällig war weiterhin, dass bei rund 60 % der Brauereien das Hazard-Analysis-and-Critical-Control- Points (HACCP)-Konzept Fehler aufwies. Diese fanden sich vor allem auf der Stufe der Gefahrenanalyse, bei der Festlegung effizienter Überwachungsverfahren und in der Dokumentation, die teilweise unvollständig oder veraltet war.

2011: Projekt Brauereien

Im Jahr 2011 war die Spezialeinheit an 24 Kontrollen in 23 Brauereien beteiligt. Die meisten Unternehmen wiesen erfreulicherweise nur geringe oder mittelgradige Mängel auf. Bei vier Brauereien waren die Mängel allerdings gravierend. In diesen Fällen handelte es sich um Betriebe, in denen Schädlingsbefall oder erhebliche Verschmutzungen der Anlagen vorgefunden wurden. Die betroffenen Produkte wurden aus dem Verkehr gezogen. Drei dieser Betriebe haben die Produktion dauerhaft eingestellt.

2010: Projekt Brauereien

2010 war die Spezialeinheit an Kontrollen in 27 Brauereibetrieben beteiligt. Bei drei Betrieben stellte sie gravierende Mängel fest. Deutlich mehr Betriebe als im Jahr 2009 wiesen nur geringfügige Mängel auf. Bei den gravierenden Mängeln handelte es sich z. B. um massiven Schädlingsbefall im Malzbereich oder um starken Schimmelbefall im Lagerkeller. Davon betroffene Produkte wurden aus dem Verkehr gezogen, teilweise durften die Betriebe erst nach Reinigung, Instandsetzung und Abnahme durch die Vor-Ort-Behörde wieder produzieren. Aufgrund einer Kontrolle der Kreisverwaltungsbehörde mit Unterstützung eines Sachverständigen der Spezialeinheit kam es zu einem Prozess gegen einen Brauereibesitzer wegen eines Verstoßes gegen das Bayerische Reinheitsgebot. Der Brauereibesitzer hatte zur Herstellung untergäriger Biersorten Weizenmalz eingesetzt. Nach Ansicht des Gerichts stellt dies eine vorsätzliche Verbrauchertäuschung dar.

2009: Kontrollschwerpunkt Brauereien

Anlass für den Überwachungsschwerpunkt Brauereien waren Kontrollen 2008, bei denen zum Teil gravierende Mängel festgestellt worden waren. Im Jahr 2009 hat sich die Spezialeinheit insgesamt an 44 Kontrollen beteiligt. In 13 % der Betriebe waren gravierende hygienische Mängel festzustellen.

So wurde vermehrter Schädlingsbefall von Malz beziehungsweise von Anlagen, die mit Malz in Berührung kommen, vorgefunden. Es handelte sich dabei zum Beispiel um lebende Käfer im Malz, Mäuse und deren Exkremente in Anlagen sowie deren Fraßspuren an Säcken mit Rohwaren. In diesen Fällen wurden die Lebensmittel als nicht zum Verzehr geeignet beurteilt und umgehend aus der Lebensmittelkette entfernt.

Die Spezialeinheit wies in Gesprächen mit den Brauereiverbänden gezielt auf die Hauptmängel in ihren Mitgliedsbetrieben hin und es wurden gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet.

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