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Radioaktivität in Lebensmitteln - Untersuchungsergebnisse 2025
Hintergrund der Untersuchungen
Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl im Jahre 1986 wurden zum Schutz der Bevölkerung bundesweite Messprogramme zur Überwachung der Aktivitätsgehalte von künstlichen Radionukliden eingeführt. Die bundesweiten Messprogramme für Umwelt- und Lebensmittelproben nach § 162 Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) sind in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Integrierten Mess- und Informationssystem zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt (AVV-IMIS) beschrieben. Zusätzlich zu diesen Messprogrammen des Bundes und der Länder, die jährlich ca. 800 Lebensmittelproben umfassen, untersucht das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) im Auftrag des LGL jährlich bis zu 400 Wildfleisch- und Wildpilzproben auf Radiocäsium. Die Radioaktivitätsanalytik ist bayernweit am LfU zentralisiert.
Der Aufgabenbereich des LGL umfasst neben der Erstellung der Probenpläne, auch die Bewertung der Ergebnisse für die Wildfleisch- und Wildpilzproben. Wie in den vorangegangenen Jahren weisen die Wildfleischproben, die aus dem Handel stammen, niedrige Radiocäsiumgehalte auf (siehe Tabellen 1-4). Dagegen sind die nach dem risikoorientierten Probenplan entnommenen bayerischen Wildpilze und Wildbretproben auch 40 Jahre nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl teils immer noch mit erhöhten Radiocäsiumgehalten belastet.
| Bezeichnung | Probenzahlen | Radiocäsiumgehalt in Bq/kg bzw. Bq/L | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausland | Inland | Min. | Max. | MW | |
| Sammelmilch | 215 | <1 | <1 | <1 | |
| Käse | 11 | <1 | <1 | <1 | |
| Rindfleisch | 2 | 90 | <1 | 2 | <1 |
| Kalbfleisch | 2 | 7 | <1 | <1 | <1 |
| Schweinefleisch | 3 | 40 | <1 | 2 | <1 |
| Geflügelfleisch | 2 | 23 | <1 | <1 | <1 |
| Getreide | 84 | <1 | 1 | <1 | |
| Kartoffeln | 48 | <1 | <1 | <1 | |
| Gemüse | 6 | 124 | <1 | 1 | <1 |
| Beeren- und Kernobst | 4 | 45 | <1 | <1 | <1 |
| Fische | 8 | 3 | <1 | <1 | <1 |
| Säuglingsnahrung | 22 | <1 | <1 | <1 | |
| Trink/-Rohwasser | 37 | <1 | <1 | <1 | |
| Gesamtnahrung | 61 | <1 | 2 | <1 | |
| IMIS-Proben (gesamt) | 38 | 799 | |||
| Bezeichnung | Probenzahlen | Radiocäsiumgehalt in Bq/kg | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausland | Inland | Min. | Max. | MW | |
| Haarwild (Reh, Hase) | 15 | <1 | 63 | 11 | |
| Wildschwein (Handel) | 8 | 132 | <1 | 592 | 33 |
| Wildbret (gesamt) Risikoorientierte Probenahme (ROP) |
155 | ||||
| Vergleichsproben der Qualifizierten Wildbretmessstellen (v.a.Wildschwein) | 148 | 163 | 4.620 | 942 | |
| Bezeichnung | Probenzahlen | Radiocäsiumgehalt in Bq/kg | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausland | Inland | Min. | Max. | MW | |
| Maronenröhrlinge | 28 | <5 | 456 | 158 | |
| Pfifferlinge | 2 | 24 | 29 | 27 | |
| Steinpilze | 3 | 1 | 139 | 49 | |
| Parasolpilze | 5 | 2 | 5 | 2 | |
| Rotfußröhrlinge | 6 | 12 | 231 | 97 | |
| andere Wildpilze | 42 | <1 | 288 | 83 | |
| Wildpilze (gesamt) Risikoorientierte Probenahme (ROP) |
86 | ||||
| Bezeichnung | Probenzahlen | Radiocäsiumgehalt in Bq/kg | |||
|---|---|---|---|---|---|
| Ausland | Inland | Min. | Max. | MW | |
| IMIS-Proben |
30 | ||||
| Beeren- und Kernobst | 5 | ||||
| Gemüse | 24 | ||||
| Getreide | 1 | ||||
| LFGB-Proben | 9 | ||||
| Beeren- und Kernobst | 4 | ||||
| Gemüse | 4 | ||||
| Getreide | 1 | ||||
| IMIS Intensiv-Übung mit LFGB Übung (gesamt) |
78 | ||||
IMIS-Intensiv-Übung 2025
Zusätzlich zum IMIS-Routinemessprogramm untersuchte das LGL im Oktober 2025, im Rahmen einer bundesweiten Übung für den nuklearen Ereignisfall, 30 Proben nach § 162 Strahlenschutzgesetz (StrSchGe) und 9 Proben nach Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) bzw. Allgemeinse Verwaltungsvorschrift Strahlenschutzvorsorge-Lebensmittelüberwachung (AVV StrahLe). Diese Proben stammten direkt von bayerischen Erzeugern oder aus dem Handel. Die Proben waren alle ohne einen auffälligen Befund.
Radioaktivität in Wildpilzen
In den Berichtsjahren 2025 untersuchte das LfU im Auftrag des LGL 79 Wildpilzproben aus bayerischen Wäldern.
Im Berichtsjahr 2025 untersuchte das LfU im Auftrag des LGL 79 Wildpilzproben aus bayerischen Wäldern. Keine der Proben überschritt den EU-Radiocäsiumgrenzwert von 600 Bq/kg. Die für den Einzelhandel bestimmte Wildpilze aus EU-Drittländern, wie Steinpilze oder Pfifferlinge, unterliegen der Überwachung durch die Zollbehörden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden. Die Stichproben an den Grenzkontrollstellen ergaben keinen Grund zur Beanstandung.
Radioaktivität in Wildschweinfleisch
Bayerische Wildschweine weisen bis heute erhöhte Radiocäsiumwerte auf. Für die stark schwankende Radiocäsiumbelastung der Tiere sind vor allem die regionale Bodenbelastung mit Cäsium 137 und das verfügbare Nahrungsmittelangebot wie Wildpilze und Hirschtrüffel ausschlaggebend. Die Tiere nehmen das Radiocäsium über die Nahrung auf und reichern es im Muskelfleisch an.
Damit Wildschweinfleisch mit Radiocäsiumgehalten über dem EU-Grenzwert von 600 Bq/kg nicht in den Handel gelangt, überwacht das LGL stichprobenartig Wildschweinfleisch aus dem Groß- bzw. Einzelhandel, Gaststätten und Metzgereien. Von den 140 Proben, die 2025 aus dem Handel untersucht wurden, wiesen 65 % nur eine sehr niedrige Aktivität von unter 10 Bq/kg Radiocäsium auf (Abbildung 1, Tabelle 5). 29 % lagen bei einem Radiocäsiumgehalt zwischen 10 Bq/kg und100 Bq/kg, weitere 3 % blieben noch unter 300 Bq/kg und 4 % lagen zwischen 300 Bq/kg und 600 Bq/kg. Keine der Wildschweinproben überschritt den EU-Grenzwert von 600 Bq/kg. Die hinsichtlich der Radiocäsiumgehalte unauffälligen Untersuchungsergebnisse aus 2025 von Wildschweinfleisch aus dem bayerischen Einzel- und Großhandel bestätigen die niedrigen Radiocäsiumgehalte der früheren Jahre.
Abbildung 1: Prozentuale Verteilung des Radiocäsiumgehalts von Wildschweinproben aus dem Handelim Jahr 2025
| Probenanteil | Handel | Gesamtergebnis |
|---|---|---|
| < 10 | 91 | 65 |
| 11 - 100 | 40 | 29 |
| 101 - 300 | 4 | 3 |
| 301 - 600 | 5 | 4 |
| >601 | 0 | 0 |
Mit Hilfe des bayernweiten Netzwerkes der Qualifizierten Wildbretmessstellen (QWM) führt die bayerische Jägerschaft auch Eigenkontrollen durch, um sicherzustellen, dass kein Wildschweinfleisch mit einer Radiocäsiumbelastung über dem EU-Grenzwert in den Handel gelangt. Die Messdaten der Handelsproben, die alle unter dem Grenzwert von 600 Bq/kg lagen, belegen die Wirksamkeit der Eigenkontrollen durch die Messstellen der bayerischen Jäger.
Weitere Informationen zu diesem Thema sowie die Einzelergebnisse der im Rahmen der Überwachung der Umweltradioaktivität durchgeführten Messungen sind auf den Internetseiten des LfU (www.lfu.bayern.de, Suchbegriff „Strahlenschutzvorsorge Messwerte“) und des LGL (www.lgl.bayern.de, Suchbegriff „Qualifizierte Messstellen“) veröffentlicht.

