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Angebote für Bürgerinnen und Bürger
Informationen
Das Bayerische Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel stellt zahlreiche Informationen zu Anpassungsmaßnahmen bereit.
Klimawandel – Wie kann ich meine Gesundheit schützen?
In den vergangenen Jahren ist immer deutlicher geworden, dass der Klimawandel auch hierzulande spürbare Realität ist. In Bayern zeigt sich dies unter anderem in einer Zunahme heißer Tage mit Temperaturen ab 30°C, einem Rückgang frostiger Tage unter 0°C, längeren Trockenphasen bei gleichzeitig häufiger auftretenden Starkregenereignissen. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung sind vielfältig und hitzebedingte Todesfälle rücken verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit.
Erfahren Sie, wie Sie sich anpassen können, um den vielfältigen gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen.
Schulungen und Veranstaltungen
Das Bayerische Kompetenzzentrum für Gesundheitsschutz im Klimawandel bietet folgende kostenlose Schulungen an:
- Online-Schulung: Hitze für pflegende Angehörige und Pflegekräfte
- Kurzversion (ca. 1-2 Stunden Bearbeitungszeit) Klimawandel, Gesundheitsprobleme durch Hitze, Risikofaktoren und Schutzmaßnahmen
- Langversion (ca. 4-5 Stunden Bearbeitungszeit) zusätzliche Inhalte wie Kommunikation, Versorgung, Quizfragen
- Multiplikatoren-Schulung zu Hitze und Gesundheit
- Online-Präsenz-Termin
- Informationen zum Termin und Anmeldung
Materialien - Download und Bestellungen
Pflege und Hitze - Informationen für Pflegende Angehörige
(in verschiedenen Sprachen verfügbar)
Postkarte „Besser durch den Sommer kommen – so geht’s!“
(in verschiedenen Sprachen verfügbar)
App "Healthy-CliMATE" im Apple-Store oder Google-Playstore
Materialsammlung nach Personengruppen, für die Hitze eine besonders große Gefahr darstellen kann auf unserer LAGiK-Seite
Hitzeflyer „Sommer, Sonne, Hitze“
(in verschiedenen Sprachen verfügbar)
FAQ
1. Wie kann sich Hitze auf die Gesundheit auswirken?
Anhaltende Hitze belastet Gesundheit und Wohlbefinden, besonders wenn nachts keine ausreichende Abkühlung stattfindet. Häufige Anzeichen einer akuten Belastung sind Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit. Bestehende Erkrankungen, beispielsweise des Herz-Kreislauf-Systems oder der Nieren, können sich verschlechtern.
2. Welche Personengruppen sind besonders gefährdet?
- Ältere Menschen, Säuglinge und Kleinkinder
- Schwangere
- Pflegebedürftige Menschen
- Personen mit Vorerkrankungen, z.B. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren, kognitive Einschränkungen (z. B. Demenz)
- Personen mit akuten Erkrankungen (z. B. hoher Flüssigkeitsverlust bei Durchfall)
- Personen, die im Freien arbeiten und körperlich schwer arbeiten
- Personen, die bestimmte Medikamente (z. B. Diuretika) einnehmen
- Menschen in besonderen Lebenslagen (z. B. Obdachlose, Menschen mit Abhängigkeitserkrankung)
- Weitere Risikofaktoren, z.B. Über-/Untergewicht, chronische Schmerzen, alleinlebend, mit Mobilitätseinschränkung
3. Ab welchen Temperaturen ist besonders auf Hitzeschutz zu achten?
Die Temperatur, ab der besonders auf Hitzeschutz zu achten ist, wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) mithilfe der Gefühlten Temperatur angegeben.
Die gefühlte Temperatur berücksichtigt Lufttemperatur, Luftfeuchte, UV Strahlung und Wind — und kann deutlich von der gemessenen Luft Temperatur abweichen.
Beispiel: 33 °C fühlt sich bei 40 % relative Luftfeuchte wie etwa 34 °C an, bei 60 % relativer Luftfeuchte aber wie rund 40 °C.
- Ab 32 °C (gefühlt): Hitzewarnung Stufe I – starke Wärmebelastung.
- Ab 38 °C (gefühlt): Hitzewarnung Stufe II – extreme Wärmebelastung.
Beim DWD kann man den Newsletter „Hitzewarnungen“ und den „Hitzetrend“ (Vorhersage für Tag 2–5) abonnieren.
4. Bei welchen Medikamenten ist bei Hitze Vorsicht geboten?
Bestimmte Medikamente können den Körper beeinträchtigen, sich an Hitze anzupassen. Umgekehrt können hohe Temperaturen und Flüssigkeitsverluste auch die Wirkung und Verträglichkeit von Medikamenten verändern. Ob während Hitzeperioden eine Anpassung der Medikation erforderlich ist, sollte immer individuell mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Auch bei der Lagerung von Medikamenten ist an heißen Tagen Vorsicht geboten. Bewahren Sie die Medikamente vor Hitze und Sonne geschützt auf und fragen Sie gegebenenfalls in Ihrer Apotheke zur richtigen Lagerung.
5. Bei welchen Symptomen sollte man den Notruf wählen (112)?
Rufen Sie den Rettungsdienst bei akuten Symptomen wie Verwirrtheit, Benommenheit, Bewusstlosigkeit, sehr hohem Puls oder sehr niedrigem Blutdruck. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall, bei dem die Körpertemperatur rasch ansteigt (häufig über 40 °C).
6. Welche Maßnahmen helfen, um Gesundheitsprobleme durch Hitze vorzubeugen?
- Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
- Kühle Umschläge, Fuß-/Unterarmbäder
- Leichte, wasserreiche Lebensmittel, wie beispielsweise Melone, Beeren, lauwarme Suppen
- Helle und luftige Kleidung aus Naturfasern
- Tagesplanung entsprechend des Temperaturverlaufs (z.B. Erledigungen am kühlen Morgen)
- Netzwerk bei Unterstützungsbedarf nutzen (Verwandte, Freundeskreis, Nachbarschaft etc.), z.B. bei Einkäufen
- Lüften zu kühleren Stunden (z.B. nachts und morgens); Querlüften durch das Öffnen mehrerer Fenster
- Wohnräume verschatten (Jalousien, Vorhänge etc.)
- Elektrische Wärmequellen vermeiden (z. B. alte Glühbirnen oder Fernseher)
- Evtl. Wohnräume umfunktionieren (z. B. Zimmer mit Nordausrichtung als primäres Aufenthaltszimmer)
7. Was ist UV-Strahlung?
Das ultraviolette (UV) – Strahlungsspektrum der Sonne setzt sich aus den drei Wellenlängenbereichen UV-A-, UV-B- und UV-C zusammen. UV-A-Strahlung ist langwellig und erreicht weitgehend ungehindert die Erde. Die UV-B-Strahlung ist kurzwelliger und energiereicher als UV-A und wird zum Teil durch die Ozonschicht absorbiert. Die kurzwellige UV-C-Strahlung ist besonders energiereich und wird vollständig durch die Atmosphärenschichten ausgefiltert.
8. Wie wirkt sich UV-Strahlung auf die Gesundheit aus?
UV-Strahlung kann Schäden der Hautzellen verursachen und das Risiko für verschiedene Hautkrebsarten erhöhen. UV-Strahlung kann am Auge auch Hornhautentzündungen (Schneeblindheit) und Netzhautschäden verursachen sowie längerfristig zu einer Trübung der Augenlinse (Grauer Star/Katarakt) führen. Deshalb ist es besonders wichtig, die Haut und die Augen vor starker Sonnenstrahlung zu schützen.
9. Wann und wo ist UV-Strahlung besonders gefährlich?
Die höchste UV-Belastung herrscht zwischen etwa 11 und 15 Uhr. UV-Intensität steigt außerdem in höheren Lagen, näher am Äquator und an reflektierenden Oberflächen wie Wasser oder Schnee.
10. Was ist der UV-Index?
Der UV-Index (UVI) gibt jeweils den erwarteten Tageshöchstwert der UV-Strahlung an und unterteilt sich in folgende Belastungsstufen: Keine (0), geringe (1-2), mittlere (3-5), hohe (6-7) und sehr hohe Belastung (8-10). Bereits ab einem UV-Index Wert von 3 sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Bei langen Aufenthalten im Freien, Medikamenteneinnahme mit Lichtempfindlichkeit (z. B. bestimmte Antibiotika) oder vorgeschädigter oder erkrankter Haut sind Schutzmaßnahmen schon ab einem UV-Index Wert von 2 zu empfehlen. Hier können Sie sich über den aktuellen UV-Index-Wert informieren. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) informiert zusätzlich per UV-Newsletter.
11. Welche Kleidung ist zum Schutz vor UV-Strahlung geeignet?
An Tagen mit UVI ≥ 3 sollten lange, luftige Kleidungsstücke getragen werden – idealerweise mit speziellem UV-Schutz (z. B. UV-Schutzfaktor 30 oder Prüfsiegel UV Standard 801). Kopfbedeckung, UV-geschützte Sonnenbrille (UV 400, Norm DIN EN ISO 12312-1) und Schuhe, die den Fußrücken bedecken, sind sinnvoll. Unbedeckte Hautpartien sollten mit Sonnenschutzcreme (LSF 50) geschützt werden.
12. Wie wird Sonnencreme richtig verwendet?
20–30 Minuten vor dem Aufenthalt im Freien sollten unbedeckte Hautstellen mit Sonnencreme mit LSF 50 eingecremt werden, damit sich eine gleichmäßige Schutzschicht bilden kann. Um den angegebenen Lichtschutzfaktor zu erreichen, sollten bei Erwachsenen etwa 30–40 ml (ca. vier gehäufte Esslöffel) und bei Kindern von 3 bis 6 Jahren etwa zwei gehäufte Esslöffel für den ganzen Körper aufgetragen werden. Regelmäßiges Nachcremen (mindestens alle zwei Stunden) ist wichtig – besonders nach Schwitzen oder Abrieb. Mehrmaliges Auftragen erhöht nicht den angegebenen Schutzfaktor, es schließt jedoch Lücken im Schutzfilm. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer steigt daher die aufgenommene UV-Strahlung, bis die Belastungsgrenze der Haut erreicht ist.
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