- Startseite >>
- Gesundheit >>
- Umweltbezogener Gesundheitsschutz >>
- Klimawandel & Gesundheit >>
- Anpassungsmassnahmen
Anpassungen – Krankheitserreger
Der Klimawandel begünstigt die Ausbreitung von Stechmücken und anderen Überträgern von Infektionskrankheiten. Auf dieser Seite finden Sie Informationen, wie Sie sich bestmöglich schützen können.
Was muss ich wissen?
Der Text des Videos zum Nachlesen
Aufgrund der klimatischen Veränderungen können sich Krankheitserreger und damit auch potentielle Überträger von Infektionskrankheiten (sogenannte Vektoren) besser vermehren und ausbreiten. So können Sie sich zum einen besser ansiedeln und zum anderen im Winter leichter überleben. Durch erhöhte Wassertemperaturen in Küstengewässern und Binnengewässern können sich zudem im Wasser vorkommende Bakterien vermehren.
Welche Vektoren gibt es und womit kann ich mich infizieren?
In Bayern natürlich vorkommende Vektoren sind vor allem Stechmücken, Zecken, Flöhe und Wanzen. Sie können durch Stiche Krankheitserreger wie FSME und Borreliose auf den Menschen übertragen. Durch den Klimawandel, die zunehmende Mobilität der Menschen sowie den internationalen Warenhandel können sich aber auch immer mehr nicht heimische Mückenarten wie z.B. die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus, von Aedes „widrig“ und albopictus „weiß gezeichnet“) in Bayern ausbreiten und überwintern. Die Asiatische Tigermücke ist grundsätzlich in der Lage, Krankheitserreger (z.B. Dengue-Fieber, Zikavirus oder Chikungunya-Viren) durch einen Stich zu übertragen. Nur wenn bestimmte Viren oder Blutparasiten, die derzeit in Bayern nicht verbreitet sind, in der Bevölkerung in einer bestimmten Häufigkeit vorkommen und zusätzlich geeignete klimatische Bedingungen (längere Hitzeperioden) herrschen, kann die Tigermücke als Überträger fungieren.
Welche potentiell gesundheitsschädlichen Bakterien können sich in Badegewässern vermehren und mit welchen Folgen?
Durch erhöhte Wassertemperaturen v.a. in Küstengewässern (ab ca. 20°C), aber auch zum Teil in Binnengewässern, herrschen optimale Bedingungen für die Vermehrung sogenannter Vibrionen. Diese Bakterien können über Wunden in den Körper gelangen und Wundinfektionen, Ohrinfektionen und Durchfallerkrankungen auslösen.
Insbesondere die warmen Temperaturen der Sommermonate können zu optimalen Vermehrungsbedingungen für Cyanobakterien (auch Blaualgen genannt) in stehenden Gewässern führen, was auch Badegewässer betreffen kann. Manche Arten können schädigende Cyanotoxine ins Wasser abgegeben, die wiederum Reaktionen der Haut, des Magen-Darm-Trakts und des Atmungsapparats verursachen.
Was ist bei Kindern zu beachten?
Cyanobakterien bedeuten besonders für Kinder ein großes Gesundheitsrisiko. Wird verunreinigtes Wasser geschluckt, kann Lebensgefahr bestehen.
Da Kinder häufig auf Wiesen und im Gebüsch spielen, ist ihr Risiko erhöht, von Zecken und Mücken gestochen zu werden, weshalb die Wahrscheinlichkeit für eine Infektion steigt.
Was ist bei älteren Menschen zu beachten?
Da Notwendige Zellen des Immunsystems weniger werden, weniger schnell reagieren oder ihre Funktion verlieren haben ältere Menschen ein erhöhtes Risiko für gesundheitliche Auswirkungen durch Infektionserkrankungen im Vergleich zu jüngeren Erwachsenen.
Was kann ich tun?
Vorbereitung: Nutzen Sie die Krankheitserreger-Checkliste (PDF, 209 KB)
Informieren Sie sich!
Um sich vor Infektionskrankheiten zu schützen, ist es hilfreich, sich über behördliche Warnungen zu informieren und Empfehlungen von öffentlichen Stellen zu berücksichtigen. In Bayern wird regelmäßig durch das LGL die Algentoxinmessung durchgeführt. Für einen sicheren Badeausflug empfiehlt sich ein Blick in die Badegewässer-Liste, um sich über die Wasserqualität zu informieren.
Sie finden auf unserer Webseite außerdem Infos zu meldepflichtigen Infektionserkrankungen in Bayern sowie zu aktuellen FSME-Risikogebieten.
Bei Aufenthalten in FSME-Risokogebieten: Langärmlige, helle Kleidung mit geschlossenen schuhen tragen
Auf Zecken kontrollieren: V.a. Kniekehlen, Achseln, Rücken, Nacken, Kopf, Ohren, zwischen den Fingern und Zehen
Bei Aufenthalten im Freien: Zecken/ Mückenschutzmittel auftragen
Warnhinweise beachten. Wasser meiden, wenn unnatürlich gefärbt
War ich erfolgreich?
Wenn Sie sich informiert und Tipps angewandt haben, überlegen Sie, welche Anpassungsmaßnahmen Sie einfach anwenden konnten und bei welchen Sie noch Unterstützung bräuchten.
Folgende Fragen können Ihnen helfen darüber nachzudenken:
- Habe ich mich und meine Kinder abends auf Zecken kontrolliert?
- Könnten meine Kinder auch selbst daran denken, ob eine Kontrolle schon stattgefunden hat?
- Vielleicht kann ich einen Anreiz setzen, damit sich jemand daran erinnert, z.B. als Spiel?
- Denke ich daran, das Insektenschutzmittel zu benutzen, bevor ich an den See gehe oder Sport draußen mache?
- Wenn nein, was könnte ich noch anpassen oder ändern?
- Vielleicht hilft es, eine Erinnerung an die jeweilige Anpassungsmaßnahme gut sichtbar in der Wohnung anzubringen, z.B. an einem Badezimmerspiegel?
- Oder ich stelle beispielsweise das Insektenschutzspray gut sichtbar in der Wohnung ab, um mich an den Gebrauch zu erinnern?
Mehr zu diesem Thema
Allgemeine Informationen zum Thema
Weitre LGL-Artikel
- Infektionskrankheiten
- Bayerisches Stechmücken-Monitoring
- Untersuchung von Gadegewässern auf Blaualgentoxine
- Cyanobakterien
- Badegewässerqualität in Bayern
- Bilderserie: Korrektes entfernen einer Zecke

