Anpassungen – Hitze

Die Zunahme von Hitzetagen belastet vor allem die vulnerablen Gruppen wie ältere und kranke Menschen sowie Kinder. Erfahren Sie auf dieser Seite, was Sie bei sehr hohen Tages- und Nachttemperaturen tun können um Ihren Körper zu schützen.

Was muss ich wissen?

Der Text des Videos zum Nachlesen

Nach der Definition des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist

  • ein Hitzetag ein Tag mit einer Tageshöchsttemperatur ab 30°C,
  • eine Tropennacht eine Nacht, in der es nicht unter 20°C abkühlt,
  • eine Hitzewelle mindestens drei aufeinanderfolgende Tage mit außergewöhnlich hohen Tageshöchsttemperaturen. Diese werden nach einer Definition vom DWD für jede Region unterschiedlich festgelegt (siehe Wetter- und Klimalexikon).

Warum belasten mich Hitzewellen und Tropennächte?

Hitzewellen und Tropennächte sind für den menschlichen Organismus belastend, da der Körper in dieser Zeit zusätzliche Arbeit leisten muss, um die Körpertemperatur konstant zu halten und nicht zu überhitzen. Eine Köpertemperatur von 36°C- 37°C ist für zahlreiche physiologische Prozesse, wie den Stoffwechsel, notwendig. Sich ändernde Umgebungsbedingungen, wie bspw. höhere Temperaturen oder körperliche Aktivitäten, gleicht der Körper über Schwitzen und den Wärmetransport über das Blut an die Hautoberfläche aus. Gelingt dies nicht, kommt es zu Überhitzung des Körpers.

Kann ich mich an Hitze gewöhnen?

Für eine sogenannte Akklimatisierung, d.h. das Gewöhnen an hohe Temperaturen, werden circa 7-14 Tage Hitze benötigt. Aufgrund der notwendigen Dauer und des Anpassungsverlusts bei einer Unterbrechung ist es schwierig, sich an einzelne Hitzetage oder Hitzewellen zu gewöhnen. Das gilt vor allem für Regionen, in denen normalerweise kühlere Temperaturen herrschen.

Was kann bei Überhitzung des Körpers passieren?

Bei Überhitzung des Körpers kann es zu Kopfschmerzen, Krämpfen, Störungen der Darmaktivität, Benommenheit, Ödemen und Herzkreislaufproblemen kommen. Hitzetage können sich auch negativ auf die Denkfähigkeit auswirken und damit auch die eigene Leistungsfähigkeit mindern und Gefühle wie Überforderung, Frustration und auch Aggression hervorrufen.

Was ist bei Kindern zu beachten?

Die Wärmeregulation des Körpers ist bei Säuglingen und Kleinkindern noch nicht voll ausgereift und Kinder schwitzen beispielsweise weniger. Oft bewegen sich Kinder auch mehr, während sie die Hitze noch nicht richtig einschätzen, so dass Gefahr der Überhitzung besteht. Insgesamt ist es wichtig während Hitzetagen verstärkt darauf zu achten, dass Säuglinge und Kleinkinder ausreichend trinken, entsprechend gekleidet sind und Ruhephasen in den Alltag eingebaut werden.

Was ist bei älteren Menschen zu beachten?

Ältere Menschen können sich, beispielsweise durch eine im Vergleich zu jüngeren Menschen verminderte Durchblutung der Haut sowie später eintretendes und weniger ausgeprägtes Schwitzen, schlechter an heiße Temperaturen anpassen. Auch ist die Häufigkeit von Vorerkrankungen bei älteren Menschen höher, was ebenfalls zu einer verminderten Anpassungsfähigkeit führen kann. Insbesondere bei älteren Menschen ist daher auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, passende Kleidung und Ruhephasen zu achten.

Welche Faktoren können das Risiko für hitzebedingte Auswirkungen auf die Gesundheit erhöhen?

  • Hohe Luftfeuchtigkeit vermindert die Verdunstung und Abkühlung durch Schwitzen.
  • Wärmestrahlung der Sonne verstärkt die Temperatur.
  • Körperliche Anstrengung erzeugt Wärme im Körper durch Muskelarbeit.
  • Kleidung wirkt sich auf die Körpertemperatur aus, da die Beschaffenheit des Materials die Wärmeabgabe und Schweißabgabe beeinflusst.
  • Übergewicht, Untergewicht sowie ein schlechter Fitnesszustand können die Hitzetoleranz des Körpers einschränken.
  • In der Schwangerschaft können vermehrt Schwangerschaftskomplikationen wie z.B. Frühgeburtlichkeit oder niedriges Geburtsgewicht auftreten.
  • Flüssigkeits-/ Elektrolytverlust können zu Krämpfen, Benommenheit, Wassereinlagerungen und Verwirrtheit, in schweren Fällen zu Hirnschwellung und Schädigung des Gehirns führen.
  • Vorerkrankungen können unter anderem die Wärmeregulation oder das Durstempfinden beeinträchtigen

Was sind Elektrolyte?

Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und Elektrolyte wie z.B. Calcium, Magnesium und Natrium. So kann sich das Verhältnis der Elektrolyte innerhalb und außerhalb der Zellen verändern, was mittels Flüssigkeitsverschiebung versucht wird auszugleichen. Hierbei kann es auf einer Seite zu Flüssigkeitsmangel, d.h. zur Dehydration, und auf der anderen Seite zu erhöhtem Wasserdruck (Schwellungen) kommen. Flüssigkeiten sind isotonisch, wenn sie in etwa dieselbe Konzentration an Elektrolyten haben wie das Blut.

Welche Medikamente und Vorerkrankungen können das Risiko für hitzebedingte Auswirkungen auf die Gesundheit erhöhen?

Insbesondere das Durstempfinden, das Trinkverhalten und der Wasserhaushalt können durch zahlreiche häufig eingesetzte Medikamente wie Schmerzmittel, Antidepressiva oder Medikamente gegen hohen Blutdruck beeinflusst werden. Es sollte daher mit der Hausärztin oder dem Hausarzt besprochen werden, ob eine Anpassung der Medikation bei Hitze empfohlen ist.

Was kann ich tun?

Vorbereitung: Nutzen Sie die Hitze-Checkliste (PDF, 143 KB)

Warnzeichen, das dazu auffordert, elektrische Geräte abzuschalten

Informieren Sie sich!
Die Umweltinfo-App können Sie nutzen, um sich aktiv warnen zu lassen, z.B. vor Hitze, Ozon oder Dürre. Sie ist erhältlich im Apple-Store  und im Google-Playstore.

Warnzeichen, das dazu auffordert, elektrische Geräte abzuschalten

Genügend trinken und wasserreich essen

Räume tagsüber verschatten

Medikamentenplan ggf. nach ärztlicher Rücksprache anpassen

Aktivitäten in die kühleren Stunden verschieben

Bevorzugt nachts/frühmorgens lüften

Leicht und luftig kleiden

Körper kühlen (z.B. lauwarm duschen/ Unterarme in kaltes Wasser

Im Schatten bleiben, Kopfbedeckung tragen

Oft ist es schwierig neue Gewohnheiten in den Alltag einzuführen, daher kann es hilfreich sein, das soziale Umfeld einzubeziehen, indem Sie anderen von Ihren Plänen erzählen. Außerdem kann Ihnen ein Gewohnheits-Tracker (PDF, 178 KB) bei der Erinnerung und dem Aufbau von Gewohnheiten helfen. Sie können den Tracker ausdrucken, z.B. an den Kühlschrank hängen und täglich ankreuzen, wenn Sie eine Tätigkeit durchgeführt haben. Je voller der Plan wird, umso näher sind Sie dem Aufbau einer Routine.

War ich erfolgreich?

Wenn Sie bereits aus einigen der genannten Anpassungsmaßnahmen eine Gewohnheit machen konnten, haben Sie viel geschafft. Nun können Sie sich fragen, warum das gut funktioniert hat und an anderer Stelle vielleicht nicht.

Folgende Fragen können Ihnen helfen darüber nachzudenken: 

  • Weiß ich rechtzeitig Bescheid, wann Hitzetage zu erwarten sind?
  • Wenn nicht, kann mich jemand unterstützen oder muss ich ggf. Einstellungen der Warn-App ändern (Push-Nachrichten)?
  • Habe ich ausreichend getrunken? Bei Vorerkrankungen sollte eine Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt bzgl. der empfohlenen Trinkmenge erfolgen.
  • Brauche ich mehr Anreize zum Trinken oder habe ich noch nicht die Getränke zu Hause, die ich gerne trinke?
  • Habe ich mir Kleidung für heiße Tage zusammengestellt und weiß ich, was ich anziehen kann?