Corona-Pandemie:
Das LGL und die LAGI informieren zur Impfung gegen COVID-19 und zu aktuellen STIKO-Impfempfehlungen als Schutz vor zusätzlichen Infektionen

STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung

Nach der Zulassung in der EU und der Verfügbarkeit erster Impfdosen wird seit dem 27.12.2020 in Deutschland gegen COVID-19 geimpft.
Eine Impfempfehlung gegen COVID-19 durch die Ständige Impfkommission (STIKO) wurde erstmals am 17.12.2020 veröffentlicht und wurde bereits mehrfach auf Basis der neusten wissenschaftlichen Ergänzungen angepasst. Auch zukünftig wird die STIKO ihre Empfehlungen nach Zulassung neuer Impfstoffe und entsprechend neuster Daten aus wissenschaftlichen Studien überarbeiten.
Die STIKO empfiehlt folgende Impfschema für die bislang zugelassenen COVID-19-Impfstoffe (Stand 30.8.2021, siehe auch STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung):

Impfstoff Empfohlene Altersgruppe Empfohlener Impfabstand*
Comirnaty (BioNTech/Pfizer)

Ab 12 Jahre

3-6 Wochen
Spikevax (Moderna) Ab 12 Jahre 4-6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca) Ab 60 Jahre 9-12 Wochen
Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) Alle erstmalig mit Vaxzevria geimpften Personen, unabhängig vom Alter ab 4 Wochen
Janssen (Janssen-Cilag International) Ab 60 Jahre -

Quelle: RKI - Impfen - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Frage: „Impfschema: (Wann und) Wie sollte gegen COVID -19 geimpft werden?“
* Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

Etwa zwei Wochen nach abgeschlossener Impfserie ist mit einem vollständigen Impfschutz zu rechnen. Laut Einschätzung des Robert Koch-Instituts ist das Risiko für eine Virusübertragung durch vollständig geimpfte Personen stark vermindert. Dennoch können auch geimpfte Personen das Virus weitergeben oder erkranken, in der Regel jedoch nur leicht. Daher sind auch für Geimpfte weiterhin die bisherigen Hygienemaßnahmen empfohlen.

Einen detaillierteren Überblick über die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (Anzahl Impfstoffdosen, empfohlene Impfabstände, empfohlenes Alter, Zulassungsdatum) finden Sie hier.

Hinweis zu den Vektor-basierten Impfstoffen:

  • Vaxzevria von AstraZeneca: Die STIKO empfiehlt eine Impfung mit Vaxzevria aufgrund von Sicherheitssignalen erst für Personen ab 60 Jahren. Der Einsatz von Vaxzevria bei unter 60-Jährigen ist dennoch nach Inzwischen empfiehlt die STIKO nach Erstimpfung ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. mit Vaxzevria bevorzugt ein heterologes Impfschema. Das heißt die zweite Impfung erfolgt mit einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen. Gleichzeitig ist auch eine zweimalige Impfung mit Vaxzevria möglich (homologe Impfserie). Bei homologer Impfung ist weiterhin ein Abstand von 9-12 Wochen zwischen beiden Impfungen empfohlen. (s. 8. Aktualisierung der STIKO-Empfehlung)
  • COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International N.V. (Johnson & Johnson): gemäß STIKO ist für Personen ab 60 Jahren 1 Impfstoffdosis empfohlen.
    Die STIKO empfiehlt die Impfung aufgrund von Sicherheitssignalen erst für Personen ab 60 Jahren. Nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person ist eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen bei unter 60-Jährigen zulassungskonform möglich.

Empfehlung für Kinder und Jugendliche von 12-17 Jahren

Die STIKO erweiterte mit der 9. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 19.8.21 die Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige. Für alle Kinder und Jugendliche im Alter von 12-17 Jahren empfiehlt sie nun die zweifache Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nach 3-6 (Cormirnaty) bzw. 4-6 Wochen (Spikevax) (siehe auch 9. Aktualisierung der COVID-Impfempfehlung).

Weiterhin sollen Kinder und Jugendliche mit bestimmten Vorerkrankungen und mit engem Kontakt zu Personen mit hohem Risiko für einen schweren -Verlauf bevorzugt geimpft werden.

Wie bisher erfordert die Impfung eine ärztliche Nutzen-Risiko-Aufklärung, die auch für die betroffenen Kinder und Jugendlichen verständlich sein muss. Die STIKO spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.

Empfehlung für Schwangere

Die STIKO empfiehlt aufgrund der aktuell noch limitierten Datenlage derzeit keine generelle COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft. Jedoch ist eine zufällige Impfung in der Schwangerschaft kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch.

Schwangeren mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung darstellen, oder in Lebensumständen mit einem hohen Ansteckungsrisiko kann eine Impfung angeboten werden. Eine Impfung ist ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel mit einem mRNA-Impfstoff nach entsprechender Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung möglich. Um Schwangere indirekt zu schützen, sollten enge Kontaktpersonen geimpft sein.

Zur einer COVID -19-Impfung während der Stillzeit liegen ebenfalls nur wenige Daten vor. Die STIKO hält es aber für sehr unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den gestillten Säugling darstellt. Aufgrund der limitierten Datenlage wird derzeit eine generelle Impfung für stillende Mütter nicht empfohlen.
Weitere Informationen finden Sie u.a. unter Zusammen gegen Corona: Die Corona-Schutzimpfung für Schwangere.

Empfehlung für Genesene

Die STIKO empfiehlt Personen, die bereits eine gesicherte SARS-CoV -2-Infektion (derzeit mittels PCR nachgewiesen) durchgemacht hatten, die Verabreichung von zunächst nur einer Impfstoffdosis.

  • Bei einer gesicherten symptomatischen SARS-CoV -2-Infektion: einmalige Impfung in der Regel 6 Monate nach der Infektion, aber auch bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID19-Symptome möglich.
  • Bei gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion: einmalige Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose.
  • Bei gesicherter SARS-CoV-2-Infektion nach einmaliger Impfung: die 2. Impfung in der Regel 6 Monate nach Ende der COVID19-Symptome bzw. der Diagnose, aber auch ab 4 Wochen nach dem Ende der Symptome möglich.
  • Bei Immundefizienz: die STIKO empfiehlt, im Einzelfall zu entscheiden, ob eine einmalige Impfstoffdosis ausreichend ist oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab.

Weitere Informationen finden Sie beim RKI unter COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen, Abschnitt "Wie sollten Personen geimpft werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten?"

Auffrischimpfung für bestimmte Personengruppen

Die Gesundheitsministerkonferenz hat Anfang August beschlossen, aufgrund von ersten Studienergebnissen zu einer reduzierten oder schnell nachlassenden Immunantwort bestimmten Personengruppen eine Auffrischimpfung anzubieten. Dies gilt insbesondere für die Gruppe relevant immungeschwächter Patientinnen und Patienten sowie für Höchstbetagte und Pflegebedürftige.

Vor diesem Hintergrund soll mit den Auffrischungsimpfungen in Pflegeeinrichtungen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe und weiteren Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen sowie für Personen mit Immunschwäche oder Immunsuppression sowie Pflegebedürftige in ihrer eigenen Häuslichkeit und Höchstbetagte (ab 80 Jahren) gestartet werden.

Die Auffrischimpfungen erfolgen mit einem mRNA-Impfstoff frühestens sechs Monate nach Abschluss der ersten Impfserie, unabhängig welcher COVID-19-Impfstoff dabei verwendet wurde. So können auch Personen, die zuvor eine vollständige Impfserie mit den Vektor-Impfstoffen Vaxzevria oder COVID -19 Vaccine Janssen bzw. nach Genesung einen dieser Vektor-Impfstoffe erhalten haben gemäß Beschluss nach 6 Monaten eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten.

Diese Auffrischimpfungen sind laut BMG und PEI zulassungskonform, eine entsprechende Empfehlung der STIKO wird derzeit noch beraten.

Wo ist eine COVID-19-Impfung erhältlich

Die COVID -19-Impfung ist in Deutschland freiwillig, kostenlos und kann inzwischen jeder impfwilligen Person ab 12 Jahren nach entsprechender Aufklärung angeboten werden.
Die Impfungen finden inzwischen nicht mehr nur in Impfzentren statt, sondern werden auch durch Haus-, Privat-, Fach- und Betriebsärzte durchgeführt. Zusätzlich gibt es spezielle Impfaktionen, um möglichst vielen Menschen unkompliziert eine Impfung anbieten zu können.
Die aufgrund des anfangs noch begrenzt vorhandenen Impfstoffs notwendige Impfpriorisierung ist inzwischen aufgehoben.

Weitere Informationen COVID-19 und Impfen

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV- Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.

Nähere Informationen zum Stand der Impfung gegen COVID-19:

Weitere Impfungen

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV-2- Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.

Ein vollständiger Impfschutz schützt zwar nicht vor COVID-19 selbst, minimiert aber die Gefahr von Doppelinfektionen. Darüber hinaus schützen Impfungen den Einzelnen vor impfpräventablen Erkrankungen und entlasten das Gesundheitssystem. Gerade schwere respiratorische Erkrankungen, ausgelöst von anderen Krankheitserregern, sollten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unbedingt vermieden werden.

Auch Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem 6-fach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste Impfung gegen Mumps-Masern-Röteln und ggf. Varizellen MMR(V) sollten unter diesem Aspekt weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden.

Um eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zu verhindern, ist es derzeit wichtig, soziale Kontakte soweit möglich zu vermeiden. Daher gilt:

  • Stimmen Sie den geeigneten Zeitpunkt und die Auswahl von ggf. noch fehlenden Impfungen vorab telefonisch mit dem behandelnden Arzt ab, damit es während des Praxisbesuchs nicht zu einer Übertragung von SARS-CoV-2 kommen kann!
  • Zudem muss bereits bei der Terminvereinbarung organisiert werden, dass Impfstoffe für die geplanten Impfungen verfügbar sind. Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage besteht derzeit eine eingeschränkte Lieferbarkeit von bestimmten Pneumokokken-Impfstoffen.

Die ausführliche Darstellung mit wichtigen Hinweisen, die bei der Umsetzung der bestehenden STIKO-Empfehlungen berücksichtigt werden sollten, finden Sie in der FAQ-Liste des RKI zu COVD-19 und Impfen unter dem Punkt „Sollten andere Impfungen während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie durchgeführt werden?“

Aktuell ist ein vollständiger Impfschutz insbesondere für Risikopersonen wie Senioren und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wichtig

Da gerade ältere Personen über 60 Jahren bzw. Personen mit schweren Vorerkrankungen in der aktuellen Coronavirus-Pandemie das Risiko für einen schweren Verlauf haben, steht der für diese Personengruppe empfohlene Impfschutz im Fokus. Ebenso wie das RKI empfiehlt die LAGI, den Impfpass auf einen vollständigen Impfschutz zu prüfen und fehlende Impfungen nachzuholen.

Folgende Impfempfehlungen gelten für Senioren und Risikopersonen:

Pneumokokken-Impfung

(Eingeschränkte Lieferbarkeit von Pneumovax®23)

Die Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) schützt vor durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündungen, die das Immunsystem und die Lunge belasten und schwächen und so auch weitere Infektionen, wie beispielsweise mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2, begünstigen. Zudem kann eine Pneumokokken-Erkrankung eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen.

Derzeit ist der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax®23 leider bis auf Weiteres nur eingeschränkt lieferbar. Grund hierfür ist die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoffen im Zusammenhang mit COVID-19. Daher empfiehlt die STIKO zum aktuellen Zeitpunkt die Anwendung von Pneumovax®23 bevorzugt für Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression, für Senioren ab dem Alter von 70 Jahren sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane (z.B. Asthma oder COPD).

Nähere Informationen zu den aktuellen Pneumokokken-Impfempfehlungen:

Grippe-Impfung

Die Impfung gegen Grippe (Influenza) schützt vor schwer verlaufenden Grippe-Infektionen wie z.B. einer Lungenentzündung, welche eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen. Die jährliche Impfung im Herbst ist die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Influenza überhaupt und kann somit auch das Risiko für eine möglicherweise besonders schwer verlaufende Doppelinfektion mit dem Coronavirus reduzieren und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer stationären Intensivbehandlung senken.

Gemäß RKI hat die jährliche Influenzawelle in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Auch danach, zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle ist es zumeist noch sinnvoll, die Impfung durchzuführen.

Grippesaison 2020/21

Angesichts der Corona-Pandemie setzte sich die LAGI verstärkt für eine ausreichende Grippe-Impfstoff-Bevorratung in der Saison 2020/21 ein. Die bayerische Staatsregierung hat aufgrund eines Ministerratsbeschlusses vom 23.06.2020 ca. 550.000 Impfdosen gegen die saisonale Influenza zur subsidiären Verimpfung für Bayern bestellt. Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat die Grippeimpfstoff-Versorgung in Deutschland frühzeitig mit der Beschaffung von zusätzlich 6 Millionen Impfstoffen sichergestellt.

Insgesamt hat das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) deutschlandweit für die Saison 2020/2021 mit insgesamt 25 Millionen Grippeimpfstoffdosen mehr als in den Vorsaisons freigegeben. Bei der LAGI-Sitzung am 17.2.2021 zeigten erste Daten der gesetzlichen Krankenkassen und KVB zum Bezug von Grippeimpfstoff aus dem Sprechstundenbedarf in Bayern, dass im Vergleich zu den Vorjahren fast ein Viertel mehr Impfstoff bezogen wurde. Dies lässt auf einen insgesamt etwas besseren Impfschutz bei Senioren und Risikopersonen schließen.

Die Grippesaison 2020/21 verlief weltweit bislang sehr mild. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die während der Corona-Pandemie empfohlenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch die Übertragung anderer respiratorischer Erkrankungen, wie der Grippe, erschweren.

Hinweis zum Überblick über STIKO-Empfehlungen und die aktuelle COVID-19 Situation:

Eine gute und stets aktuelle Übersicht über die Impfempfehlungen der STIKO sind auf der neuen App der STIKO verfügbar, welche zudem auch tagesaktuell über die COVID-19 Situation informiert.