Corona-Pandemie:
Das LGL und die LAGI informieren zur Impfung gegen COVID-19 und zu aktuellen STIKO-Impfempfehlungen als Schutz vor zusätzlichen Infektionen

Nach der Zulassung in der EU und der Verfügbarkeit erster Impfdosen wird seit dem 27.12.2020 in Deutschland gegen COVID-19 geimpft.

Aktuell in Deutschland verfügbare COVID -19-Impfstoffe (Stand: 14.6.2021, siehe auch Übersicht aller Aktualisierungen und Begründungen der STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung):

  • Vektor-basierter COVID-19-Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca: gemäß STIKO sind für Personen ab 60 Jahren 2 Impfstoffdosen im Abstand von 12 Wochen empfohlen. Personen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff erhalten haben, wird aufgrund von Sicherheitssignalen statt der zweiten Impfung mit AstraZenenca nun eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff 9 bis 12 Wochen nach der Erstimpfung empfohlen.
  • mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer: gemäß STIKO sind für Personen ab 18 Jahren 2 Impfstoffdosen im Abstand von 6 Wochen empfohlen. Für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren empfiehlt die STIKO die Impfung aktuell als Indikationsimpfung bei bestimmten Vorerkrankungen oder Risiken (ebenfalls 2 Impfungen im Abstand von 6 Wochen, siehe auch 6. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung).
  • mRNA-Impfstoff COVID -19 Vaccine von Moderna: gemäß STIKO sind für Personen ab 18 Jahren 2 Impfstoffdosen im Abstand von 6 Wochen empfohlen.
  • Vektor-basierter COVID-19-Impfstoff von Janssen-Cilag International N.V. (Johnson & Johnson): gemäß STIKO ist für Personen ab 60 Jahren 1 Impfstoffdosis empfohlen.

Einen detaillierteren Überblick über die in D zugelassenen Impfstoffe finden Sie hier.

Weltweit werden zudem noch mehrere weitere Impfstoff-Kandidaten in Phase 3-Studien erprobt, um ausreichende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten zu erhalten, die Voraussetzung für eine Zulassung in Deutschland und der EU sind. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA (European Medicines Agency) hatte Mitte November bereits mit zwei Bewertungsverfahren für COVID-19-Impfstoffe begonnen. Eine Impfempfehlung durch die Ständige Impfkommission (STIKO) wurde erstmals am 17.12.2020 veröffentlicht und wurde bereits mehrfach auf Basis der neusten wissenschaftlichen Ergänzungen angepasst. Auch zukünftig wird die STIKO ihre Empfehlungen nach Zulassung neuer Impfstoffe und entsprechend neuster Daten aus wissenschaftlichen Studien überarbeiten.

Aufgrund des aktuell noch begrenzt vorhandenen Impfstoffs sollen in den bayerischen Impfzentren zunächst weiter vorrangig Personen geimpft werden, die entweder ein besonders hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Verlauf von COVID-19 aufweisen (also z. B. ältere Personen), die aufgrund ihres Berufes ein besonders hohes Ansteckungsrisiko oder beruflich Kontakt zu besonders durch COVID-19 gefährdeten Personen haben.Grundlage für diese Priorisierung ist die Coronaimpfverordnung, die auf den Empfehlungen der STIKO basiert. In Bayern übernimmt eine Impfkommission bis Junim 2021 die medizinische Risikobeurteilung und Priorisierung von Personen mit seltenen Krankheiten, die in der Impfverordnung noch nicht berücksichtigt sind. Weitere Informationen unter www.impfkommission.bayern. In den bayerischen Praxen wurde die Impfpriorisierung bereits aufgehoben.

Das Ziel ist es laut STIKO und BMG, letztlich allen Menschen die Impfung gegen COVID -19 anbieten zu können. Die COVID-19-Impfung ist in Deutschland freiwillig und kostenlos. Ob später Auffrischimpfungen notwendig sind und ob geimpfte Personen das Virus weiterverbreiten könnten, wird derzeit noch in Studien untersucht.

Nähere Informationen zum Stand der Impfung gegen COVID-19:

Ein umfassender Impfschutz gemäß den aktuellen STIKO-Empfehlungen trägt während der aktuellen SARS-CoV-2- Pandemie zur Entlastung des Gesundheitssystems und zu einem guten allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung bei.

Ein vollständiger Impfschutz schützt zwar nicht vor COVID-19 selbst, minimiert aber die Gefahr von Doppelinfektionen. Darüber hinaus schützen Impfungen den Einzelnen vor impfpräventablen Erkrankungen und entlasten das Gesundheitssystem. Gerade schwere respiratorische Erkrankungen, ausgelöst von anderen Krankheitserregern, sollten vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie unbedingt vermieden werden.

Auch Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem 6-fach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste Impfung gegen Mumps-Masern-Röteln und ggf. Varizellen MMR(V) sollten unter diesem Aspekt weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden.

Um eine Infektion mit dem neuen Coronavirus zu verhindern, ist es derzeit wichtig, soziale Kontakte soweit möglich zu vermeiden. Daher gilt:

  • Stimmen Sie den geeigneten Zeitpunkt und die Auswahl von ggf. noch fehlenden Impfungen vorab telefonisch mit dem behandelnden Arzt ab, damit es während des Praxisbesuchs nicht zu einer Übertragung von SARS-CoV-2 kommen kann!
  • Zudem muss bereits bei der Terminvereinbarung organisiert werden, dass Impfstoffe für die geplanten Impfungen verfügbar sind. Aufgrund der aktuell hohen Nachfrage besteht derzeit eine eingeschränkte Lieferbarkeit von bestimmten Pneumokokken-Impfstoffen.

Die ausführliche Darstellung mit wichtigen Hinweisen, die bei der Umsetzung der bestehenden STIKO-Empfehlungen berücksichtigt werden sollten, finden Sie in der FAQ-Liste des RKI zu COVD-19 und Impfen unter dem Punkt „Sollten andere Impfungen während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie durchgeführt werden?“

Aktuell ist ein vollständiger Impfschutz insbesondere für Risikopersonen wie Senioren und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen wichtig

Da gerade ältere Personen über 60 Jahren bzw. Personen mit schweren Vorerkrankungen in der aktuellen Coronavirus-Pandemie das Risiko für einen schweren Verlauf haben, steht der für diese Personengruppe empfohlene Impfschutz im Fokus. Ebenso wie das RKI empfiehlt die LAGI, den Impfpass auf einen vollständigen Impfschutz zu prüfen und fehlende Impfungen nachzuholen.

Folgende Impfempfehlungen gelten für Senioren und Risikopersonen:

Pneumokokken-Impfung

(Eingeschränkte Lieferbarkeit von Pneumovax®23)

Die Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) schützt vor durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündungen, die das Immunsystem und die Lunge belasten und schwächen und so auch weitere Infektionen, wie beispielsweise mit dem neuen Coronavirus SARS-CoV-2, begünstigen. Zudem kann eine Pneumokokken-Erkrankung eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen.

Derzeit ist der Pneumokokken-Impfstoff Pneumovax®23 leider bis auf Weiteres nur eingeschränkt lieferbar. Grund hierfür ist die sprunghaft gestiegene Nachfrage nach Pneumokokken-Impfstoffen im Zusammenhang mit COVID-19. Daher empfiehlt die STIKO zum aktuellen Zeitpunkt die Anwendung von Pneumovax®23 bevorzugt für Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten bzw. Immunsuppression, für Senioren ab dem Alter von 70 Jahren sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane (z.B. Asthma oder COPD).

Nähere Informationen zu den aktuellen Pneumokokken-Impfempfehlungen:

Grippe-Impfung

Die Impfung gegen Grippe (Influenza) schützt vor schwer verlaufenden Grippe-Infektionen wie z.B. einer Lungenentzündung, welche eine Versorgung der Patienten in einem Krankenhaus oder auf einer Intensivstation erforderlich machen. Die jährliche Impfung im Herbst ist die wichtigste Präventionsmaßnahme gegen Influenza überhaupt und kann somit auch das Risiko für eine möglicherweise besonders schwer verlaufende Doppelinfektion mit dem Coronavirus reduzieren und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer stationären Intensivbehandlung senken.

Gemäß RKI hat die jährliche Influenzawelle in Deutschland in den vergangenen Jahren meist nach der Jahreswende begonnen. Nach der Impfung dauert es 10 bis 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist. Um rechtzeitig geschützt zu sein, wird deshalb empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Auch danach, zu Beginn oder im Verlauf der Grippewelle ist es zumeist noch sinnvoll, die Impfung durchzuführen.

Grippesaison 2020/21

Angesichts der Corona-Pandemie setzte sich die LAGI verstärkt für eine ausreichende Grippe-Impfstoff-Bevorratung in der Saison 2020/21 ein. Die bayerische Staatsregierung hat aufgrund eines Ministerratsbeschlusses vom 23.06.2020 ca. 550.000 Impfdosen gegen die saisonale Influenza zur subsidiären Verimpfung für Bayern bestellt. Auch das Bundesministerium für Gesundheit hat die Grippeimpfstoff-Versorgung in Deutschland frühzeitig mit der Beschaffung von zusätzlich 6 Millionen Impfstoffen sichergestellt.

Insgesamt hat das für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) deutschlandweit für die Saison 2020/2021 mit insgesamt 25 Millionen Grippeimpfstoffdosen mehr als in den Vorsaisons freigegeben. Bei der LAGI-Sitzung am 17.2.2021 zeigten erste Daten der gesetzlichen Krankenkassen und KVB zum Bezug von Grippeimpfstoff aus dem Sprechstundenbedarf in Bayern, dass im Vergleich zu den Vorjahren fast ein Viertel mehr Impfstoff bezogen wurde. Dies lässt auf einen insgesamt etwas besseren Impfschutz bei Senioren und Risikopersonen schließen.

Die Grippesaison 2020/21 verlief weltweit bislang sehr mild. Dies könnte darauf zurückzuführen sein, dass die während der Corona-Pandemie empfohlenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen auch die Übertragung anderer respiratorischer Erkrankungen, wie der Grippe, erschweren.

Hinweis zum Überblick über STIKO-Empfehlungen und die aktuelle COVID-19 Situation:

Eine gute und stets aktuelle Übersicht über die Impfempfehlungen der STIKO sind auf der neuen App der STIKO verfügbar, welche zudem auch tagesaktuell über die COVID-19 Situation informiert.