Impfung gegen COVID-19

Fragen zur Impfung

Welche unterschiedlichen COVID-19-Impfstoff-Typen werden derzeit erprobt?

Alle Impfstoffkandidaten basieren auf dem Grundprinzip, dem Immunsysteme Teile des neuartigen Coronavirus (= Antigene) zu präsentieren, so dass der Körper eine Immunität gegenüber dem Erreger aufbauen kann. Die unterschiedlichen Impfstoff-Kandidaten nutzen verschiedene Ansätze. Dabei gibt es derzeit zwei Hauptentwicklungslinien: inaktivierte oder proteinbasierte Totimpfstoffe und mRNA/DNA-Impfstoff.

mRNA-Impfstoffe enthalten einen Teil der Erbinformation des Virus in Form von mRNA, die den Bauplan für ein Virusprotein bereitstellt. Nach der Impfung wird die mRNA von menschlichen Körperzellen aufgenommen (der Transport der Virus-mRNA in die menschlichen Zellen erfolgt mittels Lipid-Nanopartikeln). Die Körperzellen nutzen die RNA als Vorlage, um die Virusproteine selbst zu produzieren. Da aber nur ein Bestandteil des Virus gebildet wird, können so keine kompletten vermehrungsfähigen Viren entstehen. Die mittels der mRNA neu gebildeten Virusproteine wirken als Antigene: Sie aktivieren das Immunsystem und erzeugen so eine schützende Immunantwort. Die mRNA des Impfstoffs wird – wie auch körpereigene mRNA – sehr rasch in der Zelle abgebaut.

Bei Vektorimpfstoffen dient ein abgeschwächtes Virus als Transportmittel (Vektor) für die Virus-RNA bzw. DNA-Teile in wenige Körperzellen. Der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die europäische Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, ist bereits ein Vektorimpfstoff.

Bei Totimpfstoffen mit Virusproteinen wird die Erbinformation mit dem Bauplan für die Virusproteine in Bakterien, Hefe oder in Säugerzellen eingebracht, die dann die Virusproteine produzieren. Nach der Reinigung werden die entstandenen Virusproteine als Antigene im Impfstoff verwendet.

Welche Impfabstände empfiehlt die STIKO?

Die STIKO empfiehlt folgende Impfschema für die bislang zugelassenen COVID-19-Impfstoffe (Stand 23.7.2021, siehe auch STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung):

Impfstoff Empfohlene Altersgruppe Empfohlener Impfabstand*
Comirnaty (BioNTech/Pfizer) Ab 12 Jahre; 3-6 Wochen
Spikevax (Moderna) Ab 12 Jahre 4-6 Wochen
Vaxzevria (AstraZeneca) Ab 60 Jahre 9-12 Wochen
Heterologes Impfschema (Vaxzevria/mRNA-Impfstoff) Alle erstmalig mit Vaxzevria geimpften Personen, unabhängig vom Alter ab 4 Wochen
Janssen (Janssen-Cilag International) Ab 60 Jahre -

Quelle: RKI - Impfen - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Frage: „Impfschema: (Wann und) Wie sollte gegen COVID-19 geimpft werden?“
*Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.

  • mRNA-Impfstoff Comirnaty von BioNTech/Pfizer: gemäß STIKO sind für Personen ab 12 Jahren 2 Impfstoffdosen im Abstand von 3-6 Wochen empfohlen.
  • mRNA-Impfstoff Spikevax von Moderna: gemäß STIKO sind für Personen ab 12 Jahren 2 Impfstoffdosen im Abstand von 4-6 Wochen empfohlen.
  • Vektor-basierter COVID-19-Impfstoff Vaxzevria von AstraZeneca: Die STIKO empfiehlt eine Impfung mit Vaxzevria (von Astrazeneca) aufgrund von Sicherheitssignalen erst für Personen ab 60 Jahren. Der Einsatz von Vaxzevria bei unter 60-Jährigen ist dennoch nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich.
    Inzwischen empfiehlt die STIKO nach Erstimpfung mit Vaxzevria bevorzugt ein heterologes Impfschema. Das heißt die zweite Impfung erfolgt mit einem mRNA-Impfstoff in einem Abstand von mindestens 4 Wochen.
    Gleichzeitig ist auch eine zweimalige Impfung mit Vaxzevria möglich (homologe Impfserie). Bei homologer Impfung ist weiterhin ein Abstand von 9-12 Wochen zwischen beiden Impfungen empfohlen.
  • Vektor-basierter COVID-19 Vaccine Janssen von Janssen-Cilag International N.V. (Johnson & Johnson): gemäß STIKO ist für Personen ab 60 Jahren 1 Impfstoffdosis empfohlen.
    Die STIKO empfiehlt die Impfung aufgrund von Sicherheitssignalen erst für Personen ab 60 Jahren. Nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person ist eine Impfung mit COVID-19 Vaccine Janssen bei unter 60-Jährigen zulassungskonform möglich.

Sollte der empfohlene maximale Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie dennoch fortgesetzt werden und muss nicht neu begonnen werden.
Die STIKO erweiterte mit der 9. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung vom 19.8.21 die Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige. Sie empfiehlt nun die COVID-19-Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs für diese Altersgruppe unabhängig von Vorerkrankungen. Nach aktuellem Wissensstand überwiegen die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen. Die Impfung erfordert wie bisher eine ärztliche Nutzen-Risiko-Aufklärung, die auch für die betroffenen Kinder und Jugendlichen verständlich sein muss (s. auch Auflistung auf S. 4 der 9. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung). Die STIKO spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.
Einen detaillierteren Überblick über die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe (Anzahl Impfstoffdosen, empfohlene Impfabstände, empfohlenes Alter, Zulassungsdatum) finden Sie hier.
Weitere Informationen: Corona-Pandemie: Das LGL und die LAGI informieren zur Impfung gegen COVID-19 und zu aktuellen STIKO-Impfempfehlungen als Schutz vor zusätzlichen Infektionen

Wie finden die Impfungen statt?

Die Impfungen finden u.a. in Impfzentren statt, die flächendeckend in ganz Bayern errichtet worden sind. Die Terminvergabe erfolgt über das zuständige Impfzentrum oder online unter www.impfzentren.bayern. Zusätzlich sind Mobile Impfteams im Einsatz und nehmen – zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen – die Impfungen vor.
Seit 31. März 2021 können die Haus- und Fachärzte und seit 7. Juni auch die Betriebs- und Privatärzte in Bayern gegen COVID-19 impfen. Die Anmeldung zur Impfung erfolgt direkt beim jeweiligen Arzt. Zusätzlich werden spezielle Impfaktionen angeboten. Eine Übersicht der Impfaktionen vor Ort finden Sie unter Coronavirus: Impfung - Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

StMGP: Begleitbroschüre A5 zur Corona-Schutzimpfung

Wird es eine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben

Nein. Eine Impfpflicht gibt es in Deutschland laut StMGP und BMG grundsätzlich nicht. Davon ausgenommen ist nur die von der der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Masern-Impfung, die seit dem 1. März 2020 bei allen Kindern ab dem ersten Geburtstag beim Eintritt in den Kindergarten oder die Schule vorgewiesen werden muss. (Nachweispflicht)

Muss eine COVID-19-Impfung zu einem späteren Zeitpunkt aufgefrischt werden?

Aktuell liegen noch keine Daten vor, ob nach abgeschlossener Impfserie eine oder mehrere Auffrischimpfungen notwendig sein werden. Dies hängt unter anderem von der Dauer des Impfschutzes oder der Wirksamkeit gegen neue Virusmutationen ab.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Die Gesundheitsministerkonferenz hat Anfang August die Möglichkeit des Angebots einer Auffrischungsimpfung im Sinne einer gesundheitlichen Vorsorge für bestimmte vulnerable Personengruppen wie z.B. Pflegebedürftige mit einem mRNA-Impfstoff ab 6 Monate nach abgeschlossener Grundimmunisierung beschlossen. Diese Auffrischimpfungen sind laut BMG und PEI zulassungskonform, eine entsprechende Empfehlung der STIKO wird derzeit noch beraten.

Weitere Informationen unter Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) - Auffrischimpfungen vom 2. und 9.8.2021.

Wer zahlt die Impfungen?

Die Impfung in den Impfzentren oder durch mobile Impfteams ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos - unabhängig vom Versicherungsstatus.

Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen, gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung, die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Die Abrechnung der Kosten für die Impfleistung beim Hausarzt erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer mRNA- Impfung und einem positiven Corona-Test?

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist davon auszugehen, dass die Impfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf das Ergebnis von PCR- oder Antigentestungen (sogenannte Schnelltests) hat. Diese Einschätzung des RKI basiert auf folgenden Gründen:

  • Die meisten PCR-Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2 beruhen auf dem Nachweis von zwei verschiedenen Virusgenen (dual target-PCR-Verfahren), von denen i.d.R. keines das in den bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffen enthaltene Gen für das Spike (S)-Protein ist. Somit ist eine Wechselwirkung mit einer durchgeführten COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen bei Verwendung solcher PCR-Tests ausgeschlossen.
  • Ebenso wird bei fast allen in Deutschland eingesetzten Antigentests ein anderes Virusprotein nachgewiesen als das bei der mRNA-Impfung gebildete S-Protein. Zudem ist es nach Einschätzung des RKI auch im Fall der Verwendung eines Antigentests auf Basis des S-Proteins sehr unwahrscheinlich, dass sich nach einer COVID-19-Impfung in den Oberarm eine ausreichende Menge an Virusprotein im Nasen-Rachenraum anreichern könnte, die durch einen Antigentest – auch aufgrund der begrenzten Sensitivität dieser Tests – erkannt werden würde.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf den Seiten des PEI und des RKI:

Kann eine positiv getestete und wieder genesene Person gegen COVID-19 geimpft werden?

Nach aktuellem Kenntnisstand besteht nach überstandener SARS-CoV-2-Infektion eine Schutzwirkung für mindestens 6–10 Monate. Das Risiko für eine erneute Infektion ist in den ersten Monaten nach einer gesicherten Infektion sehr niedrig, kann jedoch mit zunehmendem Abstand ansteigen.
Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte und symptomatische SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, empfiehlt die STIKO eine einmalige Impfung in der Regel 6 Monate nach Infektion (ist jedoch auch bereits ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglich).
Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.

Wird eine Person positiv auf SARS-CoV-2 getestet und hat bereits die erste Impfdosis erhalten, so kann nach Ansicht der STIKO die zweite Impfung ebenfalls erst frühestens 6 Monate nach Ende der Symptome bzw. der Diagnose erfolgen (ist jedoch auch bereits ab 4 Wochen nach Abklingen der Symptome möglich).
Bei Personen mit Immundefizienz muss im Einzelfall entschieden werden, ob eine einmalige Impfung ausreicht oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden sollte. Dies hängt laut STIKO maßgeblich von Art und Ausprägung der Immundefizienz ab.
Bei zukünftigen Virusvarianten könnte eine durchgemachte Infektion keinen ausreichenden Schutz mehr vermitteln. In diesem Fall wäre laut STIKO eine einmalige Impfung bereits ab 4 Wochen nach Ende der Symptome möglich.
Der Nachweis einer gesicherten, durchgemachten Infektion kann nur durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion erfolgen.
Wie vor jeder Impfung sollte auch vor der Impfung gegen COVID-19 geprüft werden, ob der Gesundheitszustand der zu impfenden Person eine Impfung erlaubt.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).

Kann es trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?

Laut Informationen des RKI bieten nach derzeitigem Kenntnisstand die COVID-19-Impfstoffe eine gute Wirksamkeit. Es kann jedoch auch trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen, da die Impfung keinen 100%igen Schutz bietet. Zu einer Erkrankung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde, die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt 5-6 Tage) oder
  • wenn eine Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt ist, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet werden konnte. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10-14 Tage nach der 1. Impfstoffdosis ein.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen, die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder COVID-Infektion verwechselt werden sollten.

Die vom RKI bewerteten sog. „Impfdurchbrüche“ unter den SARS-CoV-2 Meldungen weisen insgesamt weiterhin auf eine gute Impfwirksamkeit hin. In den täglichen Situationsberichten des RKI zu COVID-19 werden regelmäßig Daten zu Impfdurchbrüchen präsentiert.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?

Gemäß Einschätzung des RKI ist das Risiko, dass vollständig geimpfte Personen das Coronavirus übertragen können, vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden. Dieses Risiko muss durch das Einhalten der Infektionsschutzmaßnahmen zusätzlich reduziert werden. Daher empfiehlt die STIKO auch nach Impfung die allgemein empfohlenen Schutzmaßnahmen (Alltagsmasken, Hygieneregeln, Abstandhalten, Lüften) weiterhin einzuhalten. Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI:

COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wo finde ich weitere Informationen zur Corona-Impfung?

Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus finden Sie hier:

StMGP: Impfung gegen das Coronavirus
BMG: Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung
BMG: Zusammen gegen Corona
RKI: FAQ COVID-19 und Impfen
PEI: FAQ Coronavirus

Daten zu den COVID-19-Impfungen:

Die Daten werden am RKI aufbereitet, visualisiert und unter www.rki.de/covid-19-impfquoten sowie in einem Impfdashboard des Bundesministeriums für Gesundheit bereitgestellt.

Meldungen zu Verdachtsfällen von COVID-19-Impfnebenwirkungen: