Impfung gegen COVID-19

Hinweis: Das LGL bemüht sich, diese Seite für Sie aktuell zu halten. Die Impfempfehlungen werden jedoch von der STIKO beständig an die neuste Datenlage angepasst. Die aktuellste Version finden Sie daher immer auf der RKI-Seite: FAQ COVID-19 und Impfen und Übersicht der STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Fragen zur Impfung

Für welche Personen gilt ab ab dem 15.03.2022 eine einrichtungs- bzw. tätigkeitsbezogene COVID-19-Impfpflicht?

Weitere Informationen hierzu finden Sie bei den FAQ des Bayerischen Gesundheitsministeriums: Fragen zur einrichtungs- bzw. tätigkeitsbezogenen COVID- 19-Impfpflicht

Welches Impfschema empfiehlt die STIKO?

Die STIKO empfiehlt für Immungesunde folgendes Impfschema für COVID-19-Impfstoffe: Tabelle 1 auf S. 5 der 16. Aktualisierung der STIKO-Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Anmerkungen:

  • Für die Auffrischimpfung soll möglichst der mRNA-Impfstoff verwendet werden, der bei der Grundimmunisierung zur Anwendung kam. Wenn dieser nicht verfügbar ist, kann bei 30-Jährigen der jeweils andere mRNA-Impfstoff verwendet werden. Die STIKO betrachtet in der Altersgruppe 30 Jahre die beiden mRNA -Impfstoffe als gleichwertig
  • Bisher ist die COVID -19 Vaccine Janssen nur in einem Ein-Dosis-Regime zugelassen. Zur klinischen Wirksamkeit und Sicherheit des Zwei-Dosis-Regimes (Phase 3-ENSEMBLE 2-Studie) gibt es bisher nur eine Pressemitteilung des Herstellers vom 21. September 2021.
  • Für das optimierte Grundimmunisierungsregime Janssen/Cilag/Comirnaty gibt es bisher keine publizierten Immunogenitäts-, Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten. Die Empfehlung beruht auf immunologischer Plausibilität und der Analogie zur heterologen Vaxzevria/mRNA-Impfung. Die Optimierung der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff als 2. Impfdosis wird unabhängig vom Zeitpunkt der Erstimpfung mit COVID-19 Janssen empfohlen, sofern der Mindestabstand von 4 Wochen eingehalten wird.
  • Für eine ausführliche Darstellung der Immunogenität, Sicherheit und Wirksamkeit des heterologen ImpfregimesVaxzevria/Comirnaty siehe 8. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der STIKO.
  • Für die Auffrischimpfung von Personen mit Immundefizienz soll Spikevax in einer Dosierung von 100 μg verwendet werden (siehe 11. Aktualisierung der COVID- Impfempfehlung der STIKO).

Wie lautet die Empfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren sowie Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren?

Die STIKO empfiehlt seit der 9. Aktualisierung der COVID -19-Impfempfehlung die COVID-19-Impfung für 12- bis 17-Jährige.
Die STIKO empfiehlt mit der 15. Aktualisierung der COVID -19-Impfempfehlung, dass Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankungen* die Impfung gegen COVID- 19. Bei individuellem Wunsch können auch Kinder ohne Vorerkrankung geimpft werden.
Für Kinder und Jugendliche, sowie für alle Personen unter 30 Jahren, empfiehlt sie 2 Impfungen ausschließlich mit dem Impfstoff Comirnaty im Abstand von 3-6 Wochen. (13. Aktualisierung der COVID -19-Impfempfehlung). Für Kinder von 5 bis 11 Jahren ist Comirnaty mit einer niedrigeren Dosierung (10µg) zugelassen.

Empfehlung für Kinder und Jugendliche nach SARS-CoV- 2-Infektion
Nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion empfiehlt die STIKO Kindern und Jugendlichen ab12 Jahren und Kindern von 5 bis 11 Jahren mit Vorerkrankung eine einmalige Impfstoffdosis mindestens 3 Monate nach Infektion. (16. Aktualisierung der STIKO Impfempfehlung)

Nach aktuellem Wissensstand überwiegen die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen. Die Impfung erfordert wie bisher eine ärztliche Nutzen-Risiko-Aufklärung. Die STIKO spricht sich ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird.

*Zu den Grunderkrankungen, die mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID -19-Verläufe bei Kindern und Jugendlichen einhergehen, gehören:

  • Adipositas (> 97. Perzentile des Body Mass Index (BMI))
  • Angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
  • Angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung <80 %) und Einkammerherzen nach Fontan-Operation
  • Chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion unterhalb der 5. Perzentile, definiert als z-Score-Wert < -1,64 für die forcierte Einsekundenkapazität (FEV1) oder Vitalkapazität (FVC) (ein gut eingestelltes Asthma bronchiale ist hier nicht gemeint)
  • Schweres oder unkontrolliertes Asthma bronchiale
  • Chronische Niereninsuffizienz
  • Chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
  • Diabetes mellitus, wenn nicht gut eingestellt bzw. mit HbA1c-Wert >9,0%
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Schwere pulmonale Hypertonie
  • Syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
  • Trisomie 21
  • Tumorerkrankungen und maligne hämatologische Erkrankungen

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI - COVID -19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Abschnitt „Impfung bei Kindern und Jugendlichen“

Wer sollte eine Auffrischimpfung erhalten und wann?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff im Abstand von mindesten 3 Monate (16. Aktualisierung der STIKO COVID-19 Impfempfehlung) nach der Grundimmunisierung oder vorangegangener Infektion (je nachdem, welches Ereignis zuletzt aufgetreten ist).

Für folgende Personengruppen ist die Auffrischimpfung von der STIKO besonders empfohlen:

  • Personen mit Immundefizienz
  • Personen im Alter von 70 Jahren
  • Bewohner und Betreuer von Einrichtungen der Pflege von alten Menschen
  • Personal von medizinischen und pflegerischen Einrichtungen

Die Zulassung der Auffrischimpfung gilt ab 18 Jahren. Eine Auffrischimpfung kann in Einzelfällen bei beruflicher Indikation (z.B. Tätigkeit im Seniorenheim oder Krankenhaus) auch bei Jugendlichen erwogen werden.

Für Auffrischimpfung nach gesicherter SARS-CoV-2-Infektion siehe „Wie lautet die Impfempfehlung für positiv getestete und wieder genesene Personen?“ Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI -COVID -19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Frage: „Wem empfiehlt die STIKO eine Auffrischimpfung?“ und „Warum empfiehlt die STIKO allen Personen ab 18 Jahren eine Auffrischimpfung bereits ab 3 Monate nach der Grundimmunisierung?“

Kann es trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?

Geimpfte und Genesene können auch ansteckend sein oder sich neu infizieren, zumal der Impfschutz über die Zeit nachlässt. Die Impfung schützt jedoch vor einem schweren Verlauf.

Bei älteren Personen und Personen mit Immundefizienz lässt der Schutz schneller nach. Sie sollten daher bei der Auffrischimpfung priorisiert werden (s. Frage Wer sollte eine Auffrischimpfung erhalten und wann?)

Zu einer Erkrankung kann es auch dann kommen,

  • wenn die Infektion kurz vor der Impfung stattgefunden hat (wenn also in der Inkubationszeit geimpft wurde, die mittlere Inkubationszeit bei COVID-19 beträgt 5-6 Tage) oder
  • wenn eine Infektion in den ersten Tagen nach der Impfung erfolgt ist, bevor der Impfschutz vollständig ausgebildet werden konnte. Eine Wirkung der Impfung tritt in der Regel 10-14 Tage nach der 1. Impfstoffdosis ein.

Oft werden aber auch Atemwegsinfekte, die durch andere Erreger verursacht werden, fälschlicherweise für ein Impfversagen gehalten. Zudem kann die Impfung selbst leichte fieberhafte Reaktionen hervorrufen, die eine Reaktion des Immunsystems darstellen und nicht mit einer Atemwegs- oder COVID-Infektion verwechselt werden sollten.

Die vom RKI bewerteten sog. „Impfdurchbrüche“ unter den SARS-CoV-2 Meldungen weisen insgesamt weiterhin auf eine gute Impfwirksamkeit hin. In den täglichen Situationsberichten des RKI zu COVID-19 werden regelmäßig Daten zu Impfdurchbrüchen präsentiert.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI - COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Fragen „Kann es trotz COVID-19-Impfung zu einer COVID-19-Erkrankung kommen?“ und „Können Personen, die vollständig geimpft sind, das Virus weiterhin übertragen?“

Wer zahlt die Impfungen?

Die Impfung in den Impfzentren oder durch mobile Impfteams ist für die Bürgerinnen und Bürger kostenlos - unabhängig vom Versicherungsstatus.

Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund. Die Länder tragen, gemeinsam mit der gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung, die Kosten für den Betrieb der Impfzentren.

Die Abrechnung der Kosten für die Impfleistung beim Hausarzt erfolgt über die Kassenärztliche Vereinigung.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer mRNA-Impfung und einem positiven Corona-Test?

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist davon auszugehen, dass die Impfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf das Ergebnis von PCR- oder Antigentestungen (sogenannte Schnelltests) hat. Diese Einschätzung des RKI basiert auf folgenden Gründen:

  • Die meisten PCR-Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2 beruhen auf dem Nachweis von zwei verschiedenen Virusgenen (dual target-PCR-Verfahren), von denen i.d.R. keines das in den bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffen enthaltene Gen für das Spike (S)-Protein ist. Somit ist eine Wechselwirkung mit einer durchgeführten COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen bei Verwendung solcher PCR-Tests ausgeschlossen.
  • Ebenso wird bei fast allen in Deutschland eingesetzten Antigentests ein anderes Virusprotein nachgewiesen als das bei dermRNA -Impfung gebildete S-Protein. Zudem ist es nach Einschätzung des RKI auch im Fall der Verwendung eines Antigentests auf Basis des S-Proteins sehr unwahrscheinlich, dass sich nach einer COVID-19-Impfung in den Oberarm eine ausreichende Menge an Virusprotein im Nasen-Rachenraum anreichern könnte, die durch einen Antigentest – auch aufgrund der begrenzten Sensitivität dieser Tests – erkannt werden würde.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen einer mRNA-Impfung und einem positiven Corona-Test?

Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) ist davon auszugehen, dass die Impfung gegen COVID-19 mit mRNA-Impfstoffen keinen Einfluss auf das Ergebnis von PCR-oder Antigentestungen (sogenannte Schnelltests) hat. Diese Einschätzung des RKI basiert auf folgenden Gründen:

  • Die meisten PCR-Testverfahren zum Nachweis von SARS-CoV-2 beruhen auf dem Nachweis von zwei verschiedenen Virusgenen (dual target-PCR-Verfahren), von denen i.d.R. keines das in den bisherzugelassenen mRNA-Impfstoffen enthaltene Gen für das Spike (S)-Protein ist. Somit ist eine Wechselwirkung mit einer durchgeführten COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoffen bei Verwendung solcher PCR-Tests ausgeschlossen.
  • Ebenso wird bei fast allen in Deutschland eingesetzten Antigentests ein anderes Virusprotein nachgewiesen als das bei der mRNA-Impfung gebildete (S)-Protein. Zudem ist es nach Einschätzung des RKI auch im Fall der Verwendung eines Antigentests auf Basis des S-Proteins sehr unwahrscheinlich, dass sich nach einer COVID-19-Impfung in den Oberarm eine ausreichende Menge an Virusprotein im Nasen-Rachenraum anreichern könnte, die durch einen Antigentest – auch aufgrund der begrenzten Sensitivität dieser Tests – erkannt werden würde.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auf den Seiten des PEI und des RKI:

Wie lautet die Impfempfehlung für positiv getestete und wieder genesene Personen?

s. Tabelle 5 auf S. 14 der 16. Aktualisierung der STIKO-Empfehlung

Tabelle 5: Empfehlung der STIKO zur Durchführung der Grundimmunisierung und Auffrischimpfung nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion bei Immungesunden. (Übersicht gemäß STIKO, s. Tabelle 5 der 16. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung, kein Anspruch auf Vollständigkeit, alle Angaben ohne Gewähr; Stand: 21.12.2021)
SARS-CoV-2-Infektions- bzw. COVID -19-Impfanamnese Weiteres Vorgehen
1. Ereignis 2. Ereignis Grundimmunisierung Auffrischimpfung
18 Jahren
SARS-CoV-2-Infektion - Bei PCR-Nachweis1 1 Impfstoffdosis in der Regel 3 Monate 2 nach Infektion;3
Bei serologischem Nachweis1 1 Impfstoffdosis im Abstand von 4 Wochen zur Labordiagnose3













Comirnaty ( 18-Jährige)
oder Spikevax (50 μg) ( 30-Jährige) im Abstand von mindestens 3 Monaten zur vorangegangenen Impfstoffdosis oder zur vorangegangenen Infektion (je nachdem, welches Ereignis zuletzt aufgetreten ist)
SARS-CoV-2-Infektion 1 Impfstoffdosis ≥ 4 Wochen (serologische Diagnose) bzw.
> 3 Monate2
(PCR-basierte Diagnose) nach Infektion




Keine weitere Impfstoffdosis
zur Grundimmunisierung notwendig
SARS-CoV-2-Infektion 2 Impfstoffdosen nach einem von der STIKO empfohlenem Impfschema
1 Impfstoffdosis SARS-CoV-2-Infektion
< 4 Wochen nach Impfung
Bei PCR-Nachweis1 1 Impfstoffdosis in der Regel 3 Monate2 nach Infektion ;3
Bei serologischem Nachweis1 1 Impfstoffdosis im Abstand von 4 Wochen zur Labordiagnose3
1 Impfstoffdosis -2-Infektion
< 4 Wochen nach Impfung

Keine weitere Impfstoffdosis zur
Grundimmunisierung notwendig
2 Impfstoffdosen SARS-CoV-2-Infektion

1 Der Nachweis einer gesicherten, durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion kann durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion oder durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern erfolgen, die eine durchgemachte Infektion beweisen. Die labordiagnostischen Befunde sollen in einem nach der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiLiBÄK) arbeitenden oder nach DIN EN ISO 15189 akkreditierten Labor erhoben worden sein.
2 Impfung bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich (s. o.).
3 Ab dem Alter von 12 Jahren und für Kinder im Alter von 5 11 Jahren mit Vorerkrankungen

Bei Personen mit Immundefizienz soll im Einzelfall entschieden werden, ob eine Impfstoffdosis nach Genesung ausreichend ist oder eine vollständige Impfserie verabreicht werden soll (s. auch Welche Empfehlung gilt für Menschen mit Immundefizienz (Immunschwäche)?)

Auffrischimpfung für Personen mit gesicherter Infektion

Personen, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion* durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen in einem Abstand von mindestens 3 Monaten nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.

Personen, die nach COVID-19-Impfung (unabhängig von der Anzahl der Impfstoffdosen) eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion* durchgemacht haben, sollen im Abstand von 3 Monaten nach Infektion ebenfalls eine Auffrischimpfung erhalten.

*Eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion wurde durch einen direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion oder durch den Nachweis von spezifischen Antikörpern nachgewiesen. Der Nachweis erfolgte in einem DINENISO15189 akkreditierten oder nach der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen (RiLiBÄK) arbeitenden Labor.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI -COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ).

Im Abschnitt „Durchführung der COVID-19-Impfung“ Wie sollten Personen geimpft werden, die bereits eine SARS-CoV-2-Infektion hatten?

Welche Empfehlung gilt für Menschen mit Immundefizienz (Immunschwäche)?

Bisher ungeimpfte Personen mit einer Immundefizienz (ID) empfiehlt die STIKO mit einem mRNA -Impfstoff nach dem empfohlenen Impfschema der STIKO zu impfen. (s.h. Welche Impfabstände empfiehlt die STIKO) Ist die 1. Impfdosis mit einem vektorbasierten Impfstoff vollzogen worden, wird als 2. Impfdosis ein mRNA- Impfstoff nach mind. 4 Wochen empfohlen.

Allen Personen mit ID wird ab 12 Jahren eine Auffrischimpfung nach frühestens 3 Monaten nach der Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff ( 30 Jahren Comirnaty) empfohlen. (16. Aktualisierung der STIKO-COVID -19 Impfempfehlung)

Personen mit schwerer Immundefizienz (ID)

Bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar verminderten oder sogar ausbleibenden Impfantwort kann ab dem Alter von 5 Jahren die 3. Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie verabreicht werden.

Über den Zeitpunkt einer Auffrischimpfung nach der primären Impfserie (bestehend aus 3 Impfstoffdosen) muss bei Personen mit schwerer ID im Einzelfall entschieden werden.

Eine serologische Antikörpertestung wird nicht grundsätzlich empfohlen. Der Wert, der einen sicheren Schutz bedeutet und damit eine 3. Impfstoffdosis unnötig machen würde, ist nicht bekannt.

Lediglich bei schwer immundefizienten Personen mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort soll frühestens 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der 3. Impfstoffdosis eine serologische Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spikeprotein erfolgen (Gesamtprotein, S1-Untereinheit oder Rezeptorbindungsdomäne).

Personen mit ID und gesicherter Infektion
Bei Personen mit ID, die eine gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, muss im Einzelfall entschieden werden, ob 1 Impfstoffdosis ausreicht, um die Grundimmunisierung zu erreichen.

Der Übergang zwischen einer erwartbar ausreichenden Impfantwort bei leichter Immundefizienz und einer verminderten Impfantwort bei schwerer Immundefizienz ist oft fließend. Als Entscheidungshilfe kann die Tabelle im auf Seite 11 in der 16. Aktualisierung der STIKO COVID -19 Impfempfehlung herangezogen werden.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI -COVID -19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Abschnitt „Impfung bei Immunschwäche (Immundefizienz)“

Ist ein Abstand zwischen der COVID-19-Impfung und anderen Impfungen nötig?

Gemäß Empfehlung der STIKO muss zwischen COVID-19-Impfungen und der Verabreichung anderer Totimpfstoffe kein Impfabstand mehr eingehalten werden. Die Impfungen können simultan, d.h. gleichzeitig, verabreicht werden. Unter der Voraussetzung, dass eine Indikation zur Impfung sowohl gegen andere Erkrankungen, wie Influenza als auch gegen COVID-19 besteht, ist die gleichzeitige Verabreichung der beiden Impfstoffe möglich. Die Injektion soll jeweils an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen. Bei einer gleichzeitigen Gabe von 2 Impfstoffen ist zu beachten, dass Impfreaktionen häufiger als bei der getrennten Gabe auftreten können. Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen bei gleichzeitiger Anwendung verschiedener Impfstoffe im Allgemeinen denen bei jeweils alleiniger Anwendung. Eine ausführliche Aufklärung der zu impfenden Person über die möglichen, vermehrten vorübergehenden lokalen und systemischen Impfreaktionen ist bei der gleichzeitigen Gabe von COVID -19-Impfstoffen und anderen Totimpfstoffen (inkl. Influenza-Hochdosis-Impfstoffen) besonders wichtig.

Wirkt die Corona-Impfung bei Menschen mit einer PFOA-Belastung im Blut schlechter?

Bislang gibt es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass die COVID-19-Schutzimpfung aufgrund einer PFOA-Belastung weniger wirksam wäre. Studien, die sich spezifisch mit der Frage befassen, wie die Immunreaktion nach einer Impfung mit Vakzinen gegen COVID-19 durch PFOA beeinflusst wird, liegen bislang nicht vor. Die Aussagekraft solcher Studienergebnisse würde zudem stark eingeschränkt, da derzeit für Geimpfte keine serologischen Korrelate (Menge von Antikörpern, die sich nach einer Impfung aufbaut und die auf Immunität hindeutet ) definiert sind, d.h. derzeit kann kein Schwellenwert angegeben werden, ab dem ein sicherer Schutz angenommen werden kann. Die Fragestellung wird in der Wissenschaft vielfach diskutiert, beispielsweise werden in den USA einige Studien dazu auf den Weg gebracht (siehe z. B. PFAS exposure and response to COVID-19 vaccine study). Ergebnisse liegen jedoch bislang nicht vor.

Können Schwangere und Stillende sich impfen lassen?

Ungeimpften Schwangeren (ab dem 2. Trimenon) und stillenden Frauen wird empfohlen, sich mit zwei Impfdosen des mRNA-Impfstoffs Comirnaty (BioNTech/ Pfizer) impfen zu lassen. Sollte die Schwangerschaft erst nach bereits erfolgter Erstimpfung bekannt werden, so ist die Zweitimpfung erst ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Im Falle einer Impfung im 1. Schwangerschaftsdrittel ist dennoch kein Schwangerschaftsabbruch notwendig.

Die empfohlene Auffrischimpfung (s.h. Wann sollte eine Auffrischimpfung erhalten und wann?) sollten Schwangere nach dem 2. Trimenon mit einem Mindestabstand von 3 Monaten wahrnehmen. (16. Aktualisierung der STIKO COVID-Impfempfehlung)

Frauen im gebärfähigen Alter, insbesondere mit Kinderwunsch, empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung ausdrücklich, um bei einer zukünftigen Schwangerschaft bereits ab Konzeption über die Schwangerschaft optimal gegen diese Erkrankung geschützt zu sein. Auch enge Kontaktpersonen von Schwangeren sollten sich gemäß Impfempfehlung gegen COVID-19 impfen lassen.

Weiterführende Informationen erhalten Sie z.B. auf den Internetseiten des RKI -COVID -19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ), Abschnitt „Impfung bei Schwangeren, Stillenden und bei Kinderwunsch“.

Wie sicher ist die Impfung während der Stillzeit?

Stillende Frauen waren zwar in den Zulassungsstudien der mRNA-Impfstoffe nicht eingeschlossen, aber erste Untersuchungen in verschiedenen Ländern (USA, Israel, Polen) zeigen, dass keine schwerwiegenden Impfkomplikationen nach der ersten und zweiten Impfdosis bei Mutter und Kind auftraten. Stillende klagten wie andere geimpfte Frauen über Schmerzen an der Einstichstelle. In Einzelfällen wurden bei den Babys abhängig vom verabreichten Impfstoff Unruhe oder Schlaflosigkeit festgestellt.

Gehen mütterliche Antiköper beim Stillen auf das Baby über?

Sowohl während einer COVID-19-Infektion als auch nach einer mRNA-Impfung können geringe Mengen an Antiköpern (sekretorisches IgA-Antikörper, IgG-Immunglobulin) in die Muttermilch übergehen. Welche Antiköper und wieviel in der Muttermilch nachweisbar sind, hängt von der Immunantwort der Mutter, vom verwendeten Impfstoff und dem Zeitpunkt nach der ersten und zweiten Impfung, an dem die Antikörper bestimmt werden, ab.

Welche unterschiedlichen COVID-19-Impfstoff-Typen gibt es?

Alle Impfstoffkandidaten basieren auf dem Grundprinzip, dem Immunsysteme Teile des neuartigen Coronavirus (= Antigene) zu präsentieren, so dass der Körper eine Immunität gegenüber dem Erreger aufbauen kann. Die unterschiedlichen Impfstoff-Kandidaten nutzen verschiedene Ansätze. Dabei gibt es derzeit zwei Hauptentwicklungslinien: inaktivierte oder proteinbasierte Totimpfstoffe und mRNA/DNA-Impfstoff.

mRNA-Impfstoffe enthalten einen Teil der Erbinformation des Virus in Form von mRNA, die den Bauplan für ein Virusprotein bereitstellt. Nach der Impfung wird die mRNA von menschlichenKörperzellen aufgenommen (der Transport der Virus-mRNA in die menschlichen Zellen erfolgt mittels Lipid-Nanopartikeln). Die Körperzellen nutzen die RNA als Vorlage, um die Virusproteine selbst zu produzieren. Da aber nur ein Bestandteil des Virus gebildet wird, können so keine kompletten vermehrungsfähigen Viren entstehen. Die mittels der mRNA neu gebildeten Virusproteine wirken als Antigene: Sie aktivieren das Immunsystem und erzeugen so eine schützende Immunantwort. Die mRNA des Impfstoffs wird – wie auch körpereigene mRNA – sehr rasch in der Zelle abgebaut.

Bei Vektorimpfstoffen dient ein abgeschwächtes Virus als Transportmittel (Vektor) für die Virus-RNA bzw. DNA-Teile in wenige Körperzellen. Der Ebola-Impfstoff Ervebo, der im November 2019 die europäische Zulassung durch die Europäische Kommission erhielt, ist bereits ein Vektorimpfstoff.

Bei Totimpfstoffen mit Virusproteinen wird die Erbinformation mit dem Bauplan für die Virusproteine in Bakterien, Hefe oder in Säugerzellen eingebracht, die dann die Virusproteine produzieren. Nach der Reinigung werden die entstandenen Virusproteine als Antigene im Impfstoff verwendet.

Wo finde ich weitere Informationen zur COVID-Impfung?

Weitere Informationen zur Impfung gegen das Coronavirus finden Sie hier:

StMGP: Impfung gegen das Coronavirus
BMG: Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung
BMG: Zusammen gegen Corona
RKI: FAQ COVID-19 und Impfen
PEI: FAQ Coronavirus

Daten zu den COVID-19-Impfungen:

Die Daten werden am RKI aufbereitet, visualisiert und unter www.rki.de/covid-19-impfquoten sowie in einem Impfdashboard des Bundesministeriums für Gesundheit bereitgestellt.

Meldungen zu Verdachtsfällen von COVID-19-Impfnebenwirkungen: