Allergene und Endotoxine in der Innenraumluft von Schulen
(2. Projekt zu LUPE)

Das Projekt wurde vom Sachgebiet Chemikaliensicherheit und Toxikologie des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gemeinsam mit dem Landeslabor Berlin-Brandenburg (Landesmessstelle für Gefahrstoffrecht und Innenraumhygiene), der Arbeitsgruppe Raumklimatologie des Instituts für Arbeits-, Sozial-, Umweltmedizin und Hygiene des Klinikums der Friedrich-Schiller-Universität Jena und dem Institut und der Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt.

Hintergrund

Menschen verbringen einen Großteil ihrer Zeit in Innenräumen und sind dort vielfältigen Einflussfaktoren, auch Innenraumluftverunreinigungen, ausgesetzt. Insbesondere die Luftqualität in Schulen ist von Interesse, da sich Kinder im schulpflichtigen Alter, die als besonders empfindlich gegenüber Umweltfaktoren einzuschätzen sind, ungefähr 30 % ihrer Tageszeit in Schulinnenräumen aufhalten.

Asthma und andere allergische Erkrankungen sind häufig auftretende Erkrankungen, insbesondere bei Kindern in Industrieländern, und sie zeigten in den vergangenen Jahrzehnten eine zunehmende Prävalenz. Neben genetischen Faktoren tragen Umweltfaktoren zur Entwicklung und zur Schwere der allergischen Erkrankungen bei. Mögliche gesundheitliche Effekte im Zusammenhang mit der Exposition gegenüber Innenraumallergenen werden durch unsere Lebensbedingungen in oft überwärmten, schlecht gelüfteten Räumen mit vielen Einrichtungsgegenständen begünstigt. Obwohl Haustiere in Schulen üblicherweise nicht vorkommen, besteht ein Zusammenhang zwischen der Anzahl an Kindern in einer Klasse, die zuhause ein Haustier besitzen, und der Konzentration an Allergenen im sedimentierten Staub der Klassenräume. Daher ist der Transport dieser Allergene mit der Kleidung von der Wohnung in die Schule ein möglicher Belastungspfad.

Ziel/Projektdurchführung

Zum Allergengehalt in sedimentiertem Staub von Schulen lagen Informationen vor, so auch aus einer umfangreichen bayerischen Studie (siehe Literaturangabe am Ende). Allerdings waren diese Allergene bis dahin kaum in der Innenraumluft von Schulen selbst gemessen worden.

Das Ziel der Untersuchung war es deshalb, das Katzenallergen Fel d 1 (Felis domesticus) und die Allergene der Hausstaubmilbe Der p 1 und Der f 1 (Dermatophagoides spp.) sowie Endotoxine in der Innenraumluft von Klassenräumen in München und Berlin zu bestimmen. Teilweise wurden auch Messungen in der Außenluft vor den Schulen durchgeführt. Darüber hinaus wurden die Endotoxine mit zwei unterschiedlichen Analysenmethoden einmal in der PM10-Fraktion und einmal im atembaren Staub gemessen.

Ergebnisse

Zum Projekt liegt folgende wissenschaftliche Veröffentlichung vor:

H. Fromme, W. Bischof, S. Dietrich, T. Lahrz, R. Schierl, U. Schwegler (2013) Airborne allergens, endotoxins and particulate matter in elementary schools, results from Germany. J Occup Environ Hyg 10, 573–582.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24011229

Weiterführende Literatur

Fromme H., Heitmann D., Dietrich S., Schierl R., Körner W., Kiranoglu M., Zapf A., Twardella D., 2008. Raumluftqualität in Schulen – Belastung von Klassenräumen mit Kohlendioxid (CO2), flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), Aldehyden, Endotoxinen und Katzenallergenen. Gesundheitswesen 70, 88–97.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18348098

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