Vector-borne Infectious Diseases in Climate Change Investigations (VICCI):

Projekt 4: Risikoabschätzung zeckenübertragener Infektionskrankheiten in urbanen Parkanlagen Bayerns

Projektverantwortliche

Sabine Schorn, Cornelia Silaghi, Kurt Pfister
Vergleichende Tropenmedizin und Parasitologie, LMU München

Kurzbeschreibung und Ziele

Die Zecke Ixodes ricinus ist die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart und aufgrund ihrer Rolle als Vektor viraler, bakterieller und parasitärer Krankheitserreger auch von human- und veterinärmedizinischem Interesse. In den letzten Jahrzehnten wurden zu zeckenübertragbaren Erregern eine Vielzahl von Daten erhoben, jedoch sind bisher nur wenig Informationen zu freizeitlich genutzten Flächen in deutschen Stadtgebieten vorhanden.

Aus diesem Grund werden in dieser Studie Zecken aus urbanen Parkanlagen auf die Anwesenheit der bakteriellen Krankheitserreger Anaplasma phagocytophilum, Rickettsien der Spotted Fever Group und Bartonella spp. sowie auf den parasitären Erreger Babesia spp. untersucht. Weiterhin sollen auch Daten zum Vorkommen und zur Aktivität der Zecken in städtischen Parkanlagen in Abhängigkeit von biologischen, klimatischen und geographischen Gegebenheiten erfasst werden.

Für dieses Projekt wurden monatlich zwischen April und September 2009 Zecken an neun verschiedenen Standorten in München, Ingolstadt, Regensburg, Augsburg und Berg am Starnberger See gesammelt, gezählt und bis zur Art bestimmt. Weiterhin wurden Daten zur Luft- und Bodentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind sowie zum Vorkommen von Flora und Fauna erhoben.

Die gesammelten Zecken werden mittels Real-time- und konventioneller Polymerase-Kettenreaktion (PCR) auf die Krankheitserreger untersucht. Mittels einer Raum-Zeit-Regressionsanalyse werden die erhobenen Daten in Zusammenarbeit mit dem statistischen Beratungslabor der LMU München ausgewertet.

Das Wissen über die Zeckenaktivität und die Prävalenz von Krankheitserregern in Zecken ist eine Grundvoraussetzung, um zukünftig eine Risikoabschätzung für die Gesundheit von Mensch und Tier vornehmen zu können.

zum Abschlussbericht Projekt 4