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Information des Bayerischen Krebsregisters
17.12.2025
Newsletter Winter 2025
| Sehr geehrte Damen und Herren, zum Jahresende möchte ich mich herzlich für die gute Zusammenarbeit und das entgegengebrachte Vertrauen im vergangenen Jahr bedanken. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien im Namen des gesamten Teams des Bayerischen Krebsregisters frohe und besinnliche Weihnachten, erholsame Feiertage und alles Gute für das neue Jahr! Wir freuen uns darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam mit Ihnen neue Herausforderungen zu meistern und Projekte erfolgreich umzusetzen. Anbei senden wir Ihnen den vierteljährlichen Newsletter des Bayerischen Krebsregisters in der Winterausgabe 2025. Mit den besten Grüßen
Vorstellung Frau Prof. Dr. med. Elisabeth C. Sturm-Inwald, MHBAFrau Prof. Dr. med. Elisabeth C. Sturm-Inwald leitet seit Oktober 2025 das Regionalzentrum Regensburg des Bayerischen Krebsregisters. Im Rahmen einer Brückenprofessur für Onkologische Versorgungsforschung am Institut für Epidemiologie und Präventivmedizin der Universität Regensburg widmet sie sich der systematischen Untersuchung und Optimierung der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen. Nach dem Medizinstudium an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und der Facharztausbildung für Frauenheilkunde und Geburtshilfe war sie langjährig als Oberärztin und stellvertretende Koordinatorin des Brustzentrums der Universität Regensburg am Caritas Krankenhaus St. Josef tätig. 2017 habilitierte sie sich an der Universität Regensburg zum Thema „Versorgungsqualität von Patientinnen mit Brustkrebs“. Ergänzend absolvierte sie den berufsbegleitenden Masterstudiengang Health Business Administration (MHBA) an der FAU Erlangen-Nürnberg. Epidemiologie, Überlebensrate und Behandlung von akuter myeloischer und lymphatischer Leukämie in DeutschlandAkute Leukämien sind seltene, aber hochaggressive Malignome, für die jedoch nur begrenzte Daten auf Bevölkerungsebene für Deutschland verfügbar sind. Eine aktuelle Veröffentlichung in „The Lancet Regional Health – Europe“, an welcher auch das Bayerische Krebsregister beteiligt war, beschreibt anhand von Daten der Landeskrebsregister die Epidemiologie, das Überleben und die Therapien der akuten myeloischen Leukämie (AML) und der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) in Deutschland. David Baden und Claudia D. Baldus sowie nationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler führten eine bevölkerungsbasierte Analyse der AML- und ALL-Fälle in Deutschland durch. Anhand von ICD-Codes aus der Krebsregistermeldung wurden über 32.000 Patientinnen und Patienten mit diesen Diagnosen identifiziert. Die Inzidenzrate betrug 4,72/100.000 für AML und 1,36/100.000 für ALL. Die Überlebensrate war stark vom Alter abhängig, wobei Kinder (0–18 Jahre) die höchsten Dreijahresüberlebensraten im Vergleich zu älteren Erwachsenen aufwiesen. Darüber hinaus standen das regionale Einkommen und die soziale Benachteiligung in Zusammenhang mit dem Überleben, wobei das Dreijahresüberleben in einkommensschwachen Landkreisen um bis zu 4 % geringer war. Basierend auf Schätzungen der Bevölkerungszahlen in Deutschland wird zwischen 2020 und 2050 ein Anstieg der AML-Fälle um 14,6 % erwartet, während die ALL-Fälle voraussichtlich um 2,3 % zurückgehen werden. The Lancet Regional Health - Europe 2025;59: 101503 Spitzenmedizin für Alle – Förderprojekte der Deutschen KrebshilfeDie Deutsche Krebshilfe hat ein neues Förderprogramm gestartet, das Krebspatientinnen und Krebspatienten in ländlichen und versorgungsschwachen Regionen einen besseren Zugang zu moderner Krebsmedizin ermöglichen soll. Fünf nicht-universitäre Kliniken entwickeln in Kooperation mit den Comprehensive Cancer Center (CCC) Konzepte regionaler Versorgungsnetzwerke und werden dafür mit insgesamt 12 Millionen Euro unterstützt. Ziel ist eine verbesserte, sektorenübergreifende onkologische Versorgung durch bessere Vernetzung von Kliniken und Fach- und Hausärzten sowie durch effiziente Kommunikationsstrukturen. Langfristig sollen erfolgreiche Modelle bundesweit übernommen und in die Regelversorgung integriert werden, um die Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten flächendeckend zu verbessern. Die fünf geförderten Netzwerke decken verschiedene Regionen in Deutschland ab, darunter aus Bayern Oberfranken und das Bayerische Oberland. In Oberfranken soll ein Netzwerk zur Sicherstellung einer qualitätsgesicherten Versorgung von Krebspatientinnen und Krebspatienten aufgebaut werden. Beteiligte Einrichtungen an diesem Projekt sind u. a. das Klinikum Bayreuth und die CCC Allianz WERA (Zusammenschluss der CCC in Würzburg, Erlangen, Regensburg und Augsburg) am Standort Erlangen. Im Projekt „OnkoNetzOberland“ soll ein Versorgungsnetzwerk im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und den angrenzenden Bereichen des Bayerischen Oberlands, u. a. unter der Beteiligung des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und des CCC München, entstehen. Das Bayerische Krebsregister ist als Kooperationspartner an den beiden Projekten beteiligt. Die Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe vom 05.11.2025 können Sie auf der Internetseite der Deutschen Krebshilfe nachlesen. CancerQualityHub – Erstmals bundesweiter Vergleich zur Qualität der Krebsversorgung gestartetDer DKR (Deutsche Krebsregister e.V.) und die Plattform § 65c haben im März 2025 den „CancerQualityHub“ ins Leben gerufen. Eine erstmals bundesweit koordinierte, dezentrale Auswertung der Landeskrebsregister vergleicht nun die onkologische Versorgungsqualität und will damit mehr Transparenz schaffen. Bei der hybriden Auftaktveranstaltung am 04.11.2025 in Berlin diskutierten rund 350 Fachleute die Ergebnisse der Daten zu Kopf-Hals-Tumoren aus den Landeskrebsregistern, die dazu dienen, Unterschiede in der Behandlungsqualität sichtbar zu machen und daraus gezielte Verbesserungen für die Versorgung abzuleiten. Die Pressemitteilung sowie weitere Informationen zum Programm oder einen Einblick in die Vortragsfolien erhalten Sie auf der Homepage des DKR. Meldung der „weiteren Klassifikationen“ – aktualisierte ListeDer Basisdatensatz definiert zusätzlich zu strukturierten Klassifikationen einen Abschnitt „Weitere Klassifikationen“, in dem darüberhinausgehende hämatoonkologische und sonstige Klassifikationen bei Diagnose-, Pathologie-, OP- und Verlaufsmeldungen angegeben werden sollen. Die Plattform § 65c hat diese Anforderung durch eine Liste präzisiert, wobei die jeweiligen Klassifikationen nur für die in der Tabelle aufgeführten Tumordiagnosen nach ICD-10 anzugeben sind. Diese Liste wurde im Juni 2025 aktualisiert und kann auf der Internetseite des Umsetzungsleitfadens der Plattform § 65c unter „Datensatz“ > „Kataloge“ > „Weitere Klassifikationen“ eingesehen und heruntergeladen werden. Nationale Dekade gegen KrebsDie Krebsforschung entscheidend voranbringen und dabei Patientinnen und Patienten eng einbinden – dieses Ziel hat sich die Nationale Dekade gegen Krebs gesetzt. Die auf zehn Jahre ausgerichtete Initiative wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und vielen weiteren Partnern ausgerufen, darunter Vertreterinnen und Vertreter aus der Krebsforschung, Forschungsförderung, dem Gesundheitswesen, der Wirtschaft und Gesellschaft. Die Dekade widmet sich den zentralen Leitfragen:
Der Strategiekreis der Dekade hat drei Arbeitsgruppen etabliert, die gemeinsam mit weiteren Expertinnen und Experten in Workshops Maßnahmen und Programme identifizieren und weiterentwickeln. (dekade-gegen-krebs) Mitarbeitende des Bayerischen Krebsregisters sind engagiert und maßgeblich an den Veranstaltungen im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs beteiligt, z. B. bei „Rising Stars in Oncology“: „Ich danke Ihnen für Ihre Arbeit, für Ihre Neugier, für Ihren Mut“ – mit diesen Eröffnungsworten des Events „Rising Stars in Oncology“ würdigte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär die Innovationskraft junger Nachwuchstalente und betonte die Bedeutung von Vernetzung, um generationsübergreifend den Austausch zu fördern, Impulse zu setzen und den Teamgeist in der Onkologie zu stärken. Dr. Verena Loidl vom Bayerischen Krebsregister wurde ausgewählt, um an diesem renommierten Nachwuchsprogramm teilzunehmen. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der epidemiologischen Versorgungsforschung und umfasst räumlich-zeitliche Analysen von Krebsinzidenzen in Deutschland. Sie untersucht zeitliche Trends, regionale Unterschiede sowie spezifische Raum-Zeit-Interaktionen. Ein besonderer Fokus liegt auf Veränderungen während und nach der COVID-19-Pandemie, um deren Auswirkungen auf das Krebsgeschehen sichtbar zu machen. Das Programm umfasste sowohl Workshops u. a. zu den Themen Wissenschaftskommunikation oder Patientenbeteiligung als auch die Möglichkeit zu persönlichen Gesprächen wie im Rahmen des Formats „Coffee with [Expert]“. Bei der Podiumsdiskussion zur Fehlerkultur in der Wissenschaft berichteten erfahrene Forschende über Rückschläge und betonten die Wichtigkeit einer offenen Fehlerkultur für Innovation und Fortschritt in der Krebsforschung. Ein Science Slam zum Thema Künstliche Intelligenz in der Krebsforschung und eine abendliche Spreefahrt mit Dinner rundeten die Veranstaltung ab. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite der Dekade gegen Krebs. Das Team des Bayerischen Krebsregisters bedankt sich bei Ihnen ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit.Ihre Koordinierungsstelle des Bayerischen Krebsregisters Bildnachweise: |
