Untersuchung auf Zink und Kupfer - Ergebnisse 2015

Die natürlicherweise vorkommenden (nativen) Spurenelementgehalte in den Rationskomponenten der Futtermittel sind in der Regel nicht bedarfsdeckend. Aus diesem Grund werden dem Futter für ernährungsphysiologische Zwecke zugelassene Zusatzstoffe als Substitute beigemengt. Einige Futterzusatzstoffe sind aufgrund ihrer über rein ernährungsphysiologische Wirkungen hinausgehenden Effekte von besonderem Interesse für die Futtermittelüberwachung. Kupfer (Cu) und Zink (Zn) sind beim Schwein durch ihre antimikrobielle Wirkung im Magen-Darmtrakt und den daraus resultierenden leistungsfördernden Effekten wie Wachstumsverbesserung bekannt. Um ihre pharmakologische Wirkung entfalten zu können, wären allerdings sehr hohe Gehalte erforderlich, welche zum Teil eine deutliche Überschreitung ernährungsphysiologischer Empfehlungen bzw. zulässiger Höchstgehalte bedeuten (siehe Tabelle 1). Bei diesen Dosierungen können unerwünschte Nebenwirkungen oder (durch akkumulierende Eigenschaften) bereits toxische Effekte auftreten. Zudem führt ein übermäßiger Gebrauch von Kupfer und Zink durch die Ausscheidung der Tiere und Ausbringung konzentratreicher Gülle auf landwirtschaftliche Nutzflächen zu einem gesteigertem Eintrag und Anreicherung in den Böden. Darüber hinaus besitzen Kupfer und Zink Potenzial für die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen durch Phänomene der Kreuz- und Co-Selektion. Dies belegen neuere Forschungsergebnisse, welche bei Bakterienisolaten aus Gülle oder landwirtschaftlich genutzten Böden mit erhöhten Kupfer- bzw. Zinkgehalten Häufungen von Antibiotikaresistenzen zeigen. Der Gesetzgeber hat Höchstgehalte für Kupfer und Zink im Alleinfuttermittel festgelegt (siehe Tabelle 1). Die ziel- und risikoorientierte Überwachung auf dem Futtermittelsektor wird durch entsprechende Probenahmen sichergestellt. Betrachtet man die absoluten Messergebnisse der am LGL durchgeführten Analysen von Alleinfuttermittelproben für Ferkel und Mastschweine der letzten fünf Jahre (2011 bis 2015), sind die Gehalte an Kupfer und Zink tendenziell rückläufig, was sich in der Beanstandungsquote widerspiegelt. In Anbetracht der negativen ökologischen Folgen und der Gefahr der Förderung von Antibiotikaresistenzen ist ein die zulässigen Höchstmengen überschreitender Einsatz von Kupfer und Zink als kritisch zu betrachten, zumal ein leistungssteigernder Effekt erst bei deutlichen Überschreitungen der Empfehlungen zu beobachten ist. 2015 wurden Überschreitungen der Höchstmengen bei Kupfer und Zink in fünf (Kupfer) bzw. drei (Zink) von 201 bzw. 204 untersuchten Mischfuttermitteln für Schweine festgestellt, die Kontrolle der Einhaltung der zulässigen Höchstgrenzen seitens der amtlichen Überwachungsbehörden ist allerdings auch in Zukunft sinnvoll. Eine weitergehende Absenkung der derzeit zugelassenen Höchstgehalte für Zink in Alleinfuttermittel ist laut der Einschätzung der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (engl. European Food Safety Authority, EFSA) unter Sicherstellung der Gesunderhaltung und Produktivität der Zieltierarten und der Sicherheit für den Verbraucher denkbar.

Tabelle 1: Bedarfsempfehlungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL, 2012) für die Versorgung mit den Spurenelementen Kupfer und Zink von Schweinen und die futtermittelrechtlich zulässigen Höchstgehalte im Alleinfuttermittel (88% Trockensubstanz)
Kupfer Zink
Gehalte im Alleinfuttermittel bezogen auf 88% TS1) [mg/kg] 
Tierart / Tierkategorie  Bedarfsangaben  Höchstgehalt  Bedarfsangaben  Höchstgehalt 
Ferkel  20-170  1702)  70-100  150
Mastschweine  10-15 25 50-60  150
Zuchtsauen  15-20  25 60-80  150

1)Trockensubstanz, 2) bis zu 12 Wochen


DieAbbildung  zeigt ein Balkendiagramm der Analyseergebnisse von Kupfer (Cu) und Zink (Zn) in [mg/kg] bezogen auf 88 % Trockensubstanz (TS) im Alleinfuttermittel für Mastschweine.

Bild vergrössernMittelwerte und Standardabweichung der Analyseergebnisse von Kupfer (Cu) und Zink (Zn) in [mg/kg] bezogen auf 88 % Trockensubstanz (TS) im Alleinfuttermittel für Mastschweine (n = 674) sowie Beanstandungen [%] der Jahre 2011 bis 2015