Spirituosen, spirituosenhaltige Getränke

Abbildung einer Schnapsflasche

Warenkunde

Die Produktpalette der Spirituosen umfasst sehr unterschiedliche Erzeugnisse: Neben Bränden aus vergorenen zucker-, stärke- und inulinhaltigen Rohstoffen wie Obstbrand, Getreidebrand und Topinamburbrand zählen hierzu auch Spirituosen auf der Basis von Ethylalkohol landwirtschaftlichen Ursprungs, die unter Verwendung von bestimmten Zutaten wie Früchte, Beeren, Kräuter oder Gewürze und/oder von Aromastoffen gewonnen werden. Daneben gehören auch Liköre, beispielsweise Frucht-, Sahne-, Kräuter- und Eierlikör zur Warengruppe der Spirituosen. Unter spirituosenhaltigen Getränken werden alle Mischgetränke verstanden, die Spirituosen enthalten.

Was wird generell untersucht?

Die Untersuchung von Spirituosen am LGL ist auf folgende Schwerpunkte ausgerichtet:

  • Quantitative Bestimmung von Inhaltsstoffen mit Höchstmengenbeschränkungen wie Methanol oder Blausäure
  • Qualitative und quantitative Bestimmung von toxikologisch nicht unbedenklichen Bestandteilen oder Kontaminanten wie Ethylcarbamat
  • Prüfung auf bestimmte Stoffe, die Indikatoren für die Verwendung wertgeminderter Zutaten sind
  • Authentizitätsprüfung im Hinblick auf einen unzulässigen Zusatz von Stoffen wie Zusatzstoffe, Aromastoffe oder Fremdalkohol
  • Nachweis von Markenfälschung
  • Begutachtung der Kennzeichnung und Aufmachung einschließlich der Prüfung von Informationen, die über moderne technologische Mittel, beispielsweise auf einer Homepage, zur Verfügung gestellt werden

Rechtliche Grundlagen

Außer den allgemeinen zur Beurteilung von Lebensmitteln heranzuziehenden Rechtsnormen gelten:

  • Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Januar 2008 zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 1576/89 (ABl.Nr. L 39 S. 16)
  • Verordnung über bestimmte alkoholhaltige Getränke (Alkoholhaltige Getränke-Verordnung – AGeV) vom 30. Juni 2003 (BGBl. I S. 1255) in der aktuellen Fassung
  • Verordnung (EWG) Nr. 315/93 des Rates vom 8. Februar 1993 zur Festlegung von gemeinschaftlichen Verfahren zur Kontrolle von Kontaminanten in Lebensmitteln (ABl.Nr. L 37 S. 1) EU-Dok.-Nr. 3 1993 R 0315
  • Verordnung (EG) Nr. 1333/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Lebensmittelzusatzstoffe (ABl. Nr. L 354 S. 16, ber. ABl. 2010 Nr. L 105 S. 114 in der aktuellen Fassung
  • Durchführungsverordnung Nr. 716/2013 der Kommission vom 25. Juli 2013 mit Durchführungsbestimmungen zur Verordnung (EG) Nr. 110/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum Schutz geografischer Angaben für Spirituosen (ABl. Nr. L 201 S. 21) in der aktuellen Fassung
  • Empfehlung (EU) 2016/22 der Kommission vom 7. Januar 2016 zur Prävention und Reduzierung der Ethylcarbamatkontamination in Steinobstbränden und Steinobsttresterbränden und zur Aufhebung der Empfehlung 2010/133/EU (ABl. Nr. L6 S. 8)
  • Verordnung (EG) Nr. 936/2009 der Kommission vom 7. Oktober 2009 zur Anwendung der zwischen der Europäischen Union und Drittländern vereinbarten gegenseitigen Anerkennung bestimmter Spirituosen (ABl. Nr. L 264 S. 5) in der aktuellen Fassung
  • Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 16. Dezember 2008 über Aromen und bestimmte Lebensmittelzutaten mit Aromaeigenschaften zur Verwendung in und auf Lebensmitteln sowie zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 1601/91 des Rates, der Verordnungen (EG) Nr. 2232/96 und (EG) Nr. 110/2008 und der Richtlinie 2000/13/EG (ABl. Nr. L 354 S. 34) in der aktuellen Fassung

Stand:12. Mai 2020