Selbstbestimmt im Alter? Alkohol und Medikamente im Blick

Die Lebenserwartung der Menschen in Deutschland steigt kontinuierlich. Diese positive Entwicklung trägt dazu bei, dass der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung stetig wächst. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen bringen neue Bedarfe und Herausforderungen mit sich. Gesundheitsexperten haben daher vor einigen Jahren das nationale Gesundheitsziel „Gesund älter werden“ definiert. In diesem Zusammenhang sind auch Prävention und Gesundheitsförderung im Alter von großer Bedeutung. Dabei ist auch die Auseinandersetzung mit bislang wenig beachteten Themen wie „Sucht im Alter“ unerlässlich, um Abhängigkeitserkrankungen im Vorfeld zu vermeiden oder sie frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Die Zahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf: Bei den über 65-Jährigen in Deutschland geht man von etwa 1,25 Millionen medikamentenabhängigen Menschen aus und ca. 2,5 Millionen Menschen dieser Altersgruppe weisen einen riskanten Alkoholkonsum auf. Vor diesem Hintergrund fand im Juli 2018 in Würzburg eine Regionalkonferenz zum Thema „Selbstbestimmt im Alter? Alkohol und Medikamente im Blick“ statt. Die Veranstaltung wurde vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung des LGL in Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Rahmen der Regionalkonferenzen „gesund & aktiv älter werden“ ausgerichtet. Ziele der Tagung waren die Sensibilisierung von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen für das Thema „Sucht im Alter“ sowie der Aufbau einer nachhaltigen Vernetzung von Akteuren bzw. Institutionen wie Suchthilfe, Suchtselbsthilfe und Suchtprävention mit Seniorenarbeit bzw. Altenhilfe und Altenpflege. Die Früherkennung von Suchtgefährdung, die Intervention durch eine wertschätzende Ansprache im Hinblick auf problematischen Substanzkonsum sowie die Inanspruchnahme von Hilfen standen im Fokus der Veranstaltung. Konkretisiert wurde dies auch, indem „Good Practice“-Beispiele vorgestellt wurden, etwa das Programm „Suchtsensible Pflegeberatung“. Über 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Neben Fachvorträgen und Praxisbeispielen bot die Regionalkonferenz die Möglichkeit zum intensiven Austausch zwischen den Teilnehmenden und den Referierenden.

 

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