Blutalkohol Untersuchungen

Alkohol am Steuer ist eine der häufigsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Seit Mitte der 70iger Jahre führt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Amtshilfe für die Bayerische Polizei den größten Teil der Blutalkoholuntersuchungen in Bayern durch. Untersucht werden jedes Jahr mehrere Tausend Blutproben. Der größte Teil dieser Proben wird im Rahmen von Verkehrskontrollen genommen. Andere Blutproben stammen von auffällig alkoholisierten Personen, die unter Verdacht stehen, Straftaten begangen zu haben.

Die Ergebnisse werfen ein besonderes Schlaglicht auf den missbräuchlichen und übermäßigen Konsum von Alkohol. Die Alkohol-Kontrollen der Polizei tragen zusammen mit den anschließenden Untersuchung im LGL zur Prävention des Alkohol-Missbrauchs bei. Wird Fahren unter Alkoholeinfluss geahndet, ist dieses für die Betroffenen eine Chance, ihren leichtfertigen Umgang mit Alkohol zu überdenken und gegebenenfalls eine noch nicht realisierte Alkoholerkrankung zu erkennen und behandeln zu lassen. Unter www.dhs.de (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V.) finden betroffene Personen Hilfsangebote und Kontaktadressen von Selbsthilfegruppen.

Alkohol und Straßenverkehr

In Deutschland gilt im Allgemeinen die so genannte 0,5 Promille-Grenze (§ 24a des Straßenverkehrsgesetzes). Wer nach Alkoholkonsum in einer Verkehrskontrolle mit mehr als 0,5 ‰ Blutalkohol angetroffen wird, verliert für eine begrenzte Zeit seinen Führerschein. Für Fahranfänger gilt allerdings ein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

Mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe muss rechnen, wer infolge des Genusses alkoholischer Getränke oder anderer berauschender Mittel ein Fahrzeug führt, obwohl er dazu nicht in der Lage ist (§ 316 StGB). Aus medizinischer Sicht gilt, dass man sich ab einer Blutalkoholkonzentration (BAK) von 0,3 bis 1,09 ‰ im Zustand der relativen und ab 1,10 ‰ im Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit befindet.

Am besten und sichersten fährt man völlig ohne Alkohol.

Die häufigsten juristischen Folgen sind der folgenden Übersicht zu entnehmen.

Tabelle 1: Alkoholkonsum und Verkehrsstrafrecht
Blutalkohol Verkehrsstrafrecht
ab 0,0 ‰ Null Promille für Fahranfänger
ab 0,3 ‰ Alkohol zeigt Wirkung. Im Falle eines Verkehrsunfalls ist der Autofahrer schuldig.
ab 0,5 ‰ Es liegt eine Ordnungswidrigkeit vor. Folgen: Bußgeld, Entzug der Fahrerlaubnis für begrenzte Zeit.
ab 1,1 ‰ Es liegt eine Straftat vor mit der Folge einer strafrechtlichen Verfolgung.
ab 1,6 ‰ Es kann zu einem dauerhaften Entzug der Fahrerlaubnis kommen. Erst nach Erstellung eines "medizinisch-psychologischen Gutachtens" kann die Fahrerlaubnis zurückgegeben werden, Unauffälligkeit vorausgesetzt.

Das Jahr 2019

  • 19041 Blutproben von 17600 Probanden wurden auf Alkohol untersucht.
  • 86,1 % der Probanden waren männlich und 13,9 % weiblich.
  • Unter 18 Jahren waren 154 Jungen und 15 Mädchen, zusammen 1,0 % aller Probanden.
  • Jüngste Probandin war ein 14-jähriges Mädchen mit 0,20 ‰.
  • Ältester Proband war ein 91-jähriger Herr mit 0,00 ‰.
  • Der Altersdurchschnitt aller Probanden lag bei 41 Jahren.
  • Als höchste BAK wurde 4,34 ‰ gemessen. Das Blut stammte von einem 30-jährigen Probanden aus Unterfranken.

Präsentation: Alkohol und Verkehrsstrafrecht 2019 (PDF, 1,3 MB)

Präsentation: Blutalkoholuntersuchungen 2019 (PDF, 5,2 MB)

Zum Vergleich mit den Vorjahren die folgenden

Weitere und detaillierte Informationen über Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sind auf der Internet-Plattform des Bundes gegen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr e. V. www.bads.de zu finden.