Die AGL unterwegs zu den wohl „süßesten“ Nutztieren Bayerns

 

Am 16. Mai 2019 veranstaltete die AGL einen ganzen Tag im Zeichen der Bienenkrankheiten. Amtstierärzte aus ganz Bayern trafen sich im Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) an der LWG (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) in Veitshöchheim, um sich über aktuelle Problemstellungen rund um die kleinen, schwarz-gelben Nutztiere auszutauschen. Mit den wunderschön angelegten Gärten der Schule für Landschafts- und Gartenbau und der modernen Architektur bot die geschichtsträchtige Landesanstalt den Amtstierärzten*innen nicht nur eine äußerst attraktive Lernumgebung, sondern auch die Möglichkeit, bei den institutseigenen Bienenständen ihr praktisches Wissen zu erweitern.

Neben den aktuellen Erkenntnissen zur Diagnostik und Pathologie der anzeigepflichtigen Bienenseuche Amerikanische Faulbrut (AFB), die von Herrn Dr. Dr. Frank Just vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) vorgestellt wurden, informierte Herr Dr. Andreas Schierling vom Tiergesundheitsdienst Bayern zur Durchführung des AFB Monitorings in Bayern. Sowohl die Durchführung der sog. Streichholzprobe, mit der die für die AFB typische fadenziehende Masse in den Brutzellen nachgewiesen wird, als auch das richtige Verpacken und Versenden einer Futterkranzprobe oder die Anzucht der Sporen im Labor waren Bestandteile der Vorträge.

Das AFB-Monitoring Programm findet zunehmend Zuspruch: Im Jahr 2016 wurden 418 zu untersuchende Proben von den Imkern eingeschickt, 2018 waren es schon 767 und die Tendenz ist weiter steigend. Die angeregte Diskussion der ausgebuchten Fortbildungsveranstaltung zeigte, wie wichtig das Thema Bienengesundheit für die amtliche Veterinärüberwachung ist.

Frau Dr. Nicole Höcherl, Leiterin des Projektes „Bee Warned“ am IBI, nutzte die Gelegenheit, die Aufmerksamkeit der Tierärzte bei der Überwachung auch auf die drohenden Gefahren von anrückenden exotischen Bienenschädlingen, wie die asiatische Hornisse oder den kleinen Beutenkäfer, zu lenken. Neben der Symptomatik gab es praktische Merkzettel und Diagnostikanleitungen, die zur Feststellung eines Befalls und somit zur umgehenden Meldung des Ausbruchs führen sollen.

Gastgeber und Institutsleiter Herr Dr. Stefan Berg und Herr Dr. Lieven Pool von der Stadt Würzburg komplettierten die Fachvorträge mit den arzneimittelrechtlichen Bestimmungen und der Therapie der Varroose.


Der Nachmittag der Veranstaltung war dem spannenden, praktischen Teil der Fortbildung gewidmet. Mit Imkerschleiern verhüllt konnten die Teilnehmer ein offenes Kunstschwarmverfahren verfolgen und die sterzelnden Bienen, die den Kameradinnen den Weg zurück in den Bienenstock wiesen, hautnah erleben.

Besonderes Interesse der Teilnehmer fand auch die Puderzucker-Methode, eine genaue und bienenschonende Möglichkeit zur Kontrolle des Befalls mit Varroa-Milben.

Als letzter Programmpunkt stand eine Vorführung verschiedener Methoden zur Reinigung und Desinfektion von Zargen und Ständen auf dem Plan, die von Imkermeister Egbert Roth an praktischen Beispielen gezeigt wurde.

Die AGL freut sich über den Erfolg und das positive Feedback zu dieser Fortbildung und hofft, auch im nächsten Jahr wieder Fortbildungen zum Thema anbieten zu können.

 

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