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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Taenia solium-Zystizerkose

Erreger

Der Erreger der menschlichen Zystizerkose ist der Schweinefinnenbandwurm Taenia solium. Der erwachsene Bandwurm lebt im Dünndarm des Menschen und erreicht eine Länge von 1,5 - 8 Metern. Die ausgereiften Finnen (Bläschen mit klarer Flüssigkeit und durchscheinender Kopfanlage) sind erbsen- bis bohnengroß und damit deutlich größer als die des Rinnenfinnenbandwurmes (Taenia saginata). Natürlicher Zwischenwirt ist das Schwein. Im Gegensatz zum Rinderfinnenbandwurm können Eier von T. solium auch den Menschen als (Fehl-) Zwischenwirt infizieren und zur gefürchteten Zystizerkose führen.

Verbreitung und Übertragungswege

Süd- und Osteuropa gehören zu den Endemiegebieten von T. solium. Die Aufnahme von Eiern erfolgt häufig als Autoinfektion von Schweinefinnenbandwurmträgern, die täglich bis zu 250.000 Eier ausscheiden können. Neben Schmierinfektionen spielt vermutlich auch die Fäkaldüngung bei der Übertragung eine Rolle. In nicht endemischen Gebieten (z. B. Mitteleuropa) werden vereinzelt importierte Fälle beim Menschen diagnostiziert.

Krankheitsbild

Bei einem Befall des Gehirns dominieren bei der Zystizerkose zentralnervöse Erscheinungen wie Krämpfanfälle und neurologische Ausfälle. Ein Befall des Auges äußert sich in Entzündungen und Glaskörpertrübungen. Ein Befall der Muskulatur verläuft meist klinisch unauffällig.

Diagnostik

Der Verdacht einer Zystizerkose wird in der Regel durch eine Kombination von Reise- oder Migrationsanamnese und entsprechender klinischer Symptomatik gestellt. Ein Schädel-CT kann solitäre oder multiple, verkalkte oder auch zystische Herde zeigen. Der Verdacht kann dann durch spezifische serologische Verfahren gesichert werden.

Das Auffinden der Finnen beim Schwein erfolgt durch systematische Besichtigung des Tierkörpers im Rahmen der Fleischuntersuchung.

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