Hemmstofftest-Nachuntersuchungen
Durch den Einsatz von Multimethoden und modernster Analysetechnik im LGL konnten wie im Vorjahr in vielen Proben Arzneistoffe zweifelsfrei identifiziert werden: 85 % der im Hemmstofftest positiven Proben enthielten Antibiotikarückstände, bei 55 % lagen diese sogar über dem zulässigen Grenzwert. Häufig ist die Nichteinhaltung vorgeschriebener Wartezeiten zwischen Arzneimittelgabe und Schlachtung Ursache der Höchstmengenüberschreitung. Die überwiegende Anzahl der belasteten Proben wies Mehrfachrückstände auf. Im Mittel enthielt jede im Hemmstofftest positive Probe zwei verschiedene Antibiotika. Am häufigsten wurden Tetrazykline (bevorzugt in der Niere), Penicilline (bevorzugt im Muskelfleisch) und Aminoglykoside (meist in der Niere) gefunden. Auch in Muskelproben, die im Gegensatz zu den zugehörigen Nierenproben im Hemmstofftest unauffällig waren, wurden häufig Antibiotikarückstände detektiert. In fünf dieser Proben waren sogar zulässige Höchstwerte überschritten.
Die Ergebnisse zeigen, dass es im Hinblick auf einen vorausschauenden gesundheitlichen Verbraucherschutz sinnvoll und wichtig ist, die hohe Anzahl an Hemmstoffuntersuchungen auch künftig beizubehalten. In bayerischen Schlachthöfen werden jährlich circa 27.000 geschlachteten Tieren Fleisch- und Nierenproben entnommen, um sie mit einem biologischen Hemmstofftest zu untersuchen.
Das LGL sowie drei weitere in Bayern ansässige akkreditierte Labore führen diesen Schnelltest durch, mit dessen Hilfe vorhandene Hemmstoffe (meist Antibiotika) nachgewiesen werden können. Damit ist jedoch noch nicht endgültig zu entscheiden, ob vorgeschriebene Höchstmengen überschritten wurden. Gesetzlich geregelt ist, dass nach positivem Befund in der Niere die Organe entsorgt werden und bei positivem Befund im Muskel das gesamte Schlachttier nicht mehr als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden darf.
Positive Befunde können aber nicht nur durch Antibiotika, sondern auch durch Desinfektionsmittel verursacht werden. Deshalb sind aufwendige Nachuntersuchungen nötig. Das LGL unterzog alle 71 positiven Hemmstoffproben aus Bayern (LGL: 14; andere Labore: 57) einer spezifisch-analytischen Nachuntersuchung, um Art und Menge vorhandener Antibiotikarückstände exakt zu ermitteln.
