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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Häufig gestellte Fragen rund um das Thema Sonnenschutz

In Dialogen mit Verbrauchern wurde in der Vergangeheit immer wieder deutlich, dass nur wenige die Bedeutung des Lichtschutzfaktors richtig einschätzen können, Um diese und weitere Fragestellungen rund um den Sonnenschutz wieder in das Bewusstein zu rücken, werden im folgenden die zehn häufigsten Fragen zusammengefasst:

1. Was bedeutet der Lichtschutzfaktor?

Der Schutz vor UVB-Strahlen wird weltweit einheitlich durch den Lichtschutzfaktor (LSF bzw. Sonnenschutzfaktor SSF oder auf Englisch SPF) charakterisiert. Für dessen Bestimmung wird das Sonnenschutzmittel auf die Haut von Versuchspersonen aufgetragen und mit steigenden Strahlendosen bestrahlt. Anschließend wird die Strahlendosis ermittelt, die eine erste minimale Hautrötung hervorgerufen hat. Diese Strahlendosis wird ins Verhältnis gesetzt zu der Strahlendosis, die auf der Haut ohne Sonnenschutzmittel eine minimale Rötung erzeugt hat. Damit drückt der Lichtschutzfaktor aus, um wie viel mal länger man sich in der Sonne aufhalten kann als ohne Sonnenschutzmittel, bevor ein Sonnenbrand auftritt.

Zur Vermeidung von chronischen Langzeitschäden sollte diese Schutzzeit jedoch nie vollständig ausgenutzt werden.

2. Wie viel Sonnenschutzmittel muss zur Erreichung des angegebenen Lichtschutzfaktors aufgetragen werden?

Der Lichtschutzfaktor wird mit einer Auftragsmenge von 2 mg pro Quadratzentimeter Haut bestimmt. Umgerechnet auf die Hautoberfläche eines Erwachsenen bedeuten dies ca. 37 ml einer herkömmlichen Sonnenmilch oder rund ein Fünftel einer 200 ml Flasche. Für ein Kind im Alter von zehn Jahren sind ungefähr 20 ml Sonnenmilch erforderlich.

Aufgrund dieser unphysiologisch hohen Schichtdicke sind die Lichtschutzfaktoren im Vergleich zur Praxis der Anwendung der Sonnenschutzmittel zu hoch, das bedeutet, dass der deklarierte Lichtschutzfaktor bei der üblichen Anwendung nicht erreicht wird. Daher wird empfohlen, die berechnete Schutzzeit nie völlig auszunutzen. Als Faustregel sollte die maximale Expositionszeit nur bis zu etwa einem Viertel ausgenutzt werden, um sowohl die Entstehung von Sonnenbrand zu vermeiden als auch das Risiko lichtbedingter Spätfolgen weitgehend zu minimieren.

3. Warum wird durch mehrmaliges Auftragen die Schutzzeit nicht verlängert?

Auch mit Sonnenschutzmittel gelangt pro Zeiteinheit eine bestimmte Strahlendosis auf die Haut, die sich sozusagen über die Zeit aufsummiert, bis die von der Haut tolerierte Grenze erreicht wird. Diese Zeit kann pro Tag nur einmal ausgenutzt werden, da sonst die Reparaturmechanismen der Haut überfordert werden. Und auch mehrmaliges Auftragen verlängert diese Zeit nicht, jedoch wird dadurch gewährleistet, dass der Lichtschutzfilm auf der Haut, der durch Schwitzen oder Abrieb (beim Abtrocknen) "Löcher" bekommt, wieder vervollständigt wird.

4. Was bedeutet der australische Standard?

Der australische Standard war früher weltweit der einzige offizielle Standard, der eine Überprüfung einer UVA-Schutzleistung ermöglichte. Ein Sonnenschutzmittel darf diese Eigenschaft ausloben, wenn eine festgelegte Menge an UVA-Licht durch das Produkt aufgenommen wird.

Der australische Standard wurde in Europa durch das Piktogramm „UVA im Kreis“ abgelöst. Dieses Symbol soll auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen UVB- und UVA-Schutzwirkung hinweisen (die UVA-Schutzwirkung beträgt mindestens ein Drittel der UVB-Schutzwirkung).

5. Wie lange vor dem Sonnenbad muss man sich eincremen?

Sowohl bei Sonnenschutzprodukten mit chemischen UV-Filtersubstanzen als auch bei Sonnencreme mit mineralischen Filtern (zum Beispiel Titanoxid oder Zinkoxid) reicht es, wenn sie kurz vor dem ersten Sonnenkontakt auf die Haut kommen. Sie müssen nicht mehr 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad aufgetragen werden, sondern sie wirken unmittelbar nach dem Auftrag. Zu bedenken ist jedoch, dass während des erstmaligen Auftragens des Mittels in der Sonne noch ungeschützte Körperteile schon eine erhebliche Strahlendosis erhalten können, so dass an diesen Stellen die Schutzzeit wesentlich früher ablaufen kann. Es wird daher empfohlen, das Sonnenschutzmittel noch vor der Sonnenexposition aufzutragen.

6. Wie gut schützt ein Sonnenschirm?

Unter einem Schirm kommt noch etwa 50 Prozent der Sonneneinstrahlung an. Die Strahlung kann allerdings dennoch höher sein - durch Reflexionen von Wasser, Sand oder an einer hellen Hauswand.

7. Ist man unter Wasser vor Sonne geschützt?

Nein, in einem Meter Tiefe dringen immer noch 80 % der UVA-Strahlen und 50 % der UVB-Strahlen ins Wasser ein. Bei längerem Baden wird die Haut durch das Aufweichen empfindlicher gegenüber der Sonne und zudem wird der Lichtschutzfilm durch die Bewegung im Wasser abgetragen, auch wenn das Produkt eine Wasserfestigkeit auslobt. Bei intensiver Sonneneinstrahlung empfiehlt es sich daher, Kinder auch im Wasser zusätzlich durch Kleidung (z. B. T-Shirt) zu schützen.

8. Bis zu welchem Grad bewirkt ein höherer Faktor nennenswert mehr Schutz und bedeutet "Sun Blocker", dass man vollkommen vor der Sonne geschützt ist?

Lichtschutzfaktor (LSF) 2 absorbiert 50 Prozent, LSF 20 96 Prozent und LSF 40 rund 98 Prozent der UVB-Strahlung. Der Sonnenschutz wächst also nicht linear mit dem Faktor, sondern die Steigerungskurve wird immer flacher und erreicht nie 100 Prozent.

Einen vollkommenen Sonnenschutz gewährleisten auch sog. "Sun Blocker" nicht, da ein gewisser Strahlenanteil immer die Haut erreicht. Nach den Empfehlungen der europäischen Kommission zur Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln soll diese Bezeichnung nicht mehr verwendet werden, da sie den Verbraucher zu einem sorglosen Umgang mit der Sonne verleitet.

9. Wie lange hält eine geöffnete Flasche oder Tube?

Seit März 2005 muss europaweit auf Sonnenschutzmitteln (wie auch bei allen anderen kosmetischen Mitteln) angegeben werden, wie lange sie nach Packungsanbruch verwendbar sind (außer wenn die Erzeugnisse ein Mindesthaltbarkeitsdatum besitzen). Zu erkennen ist das an der Monatszahl neben dem Symbol eines geöffneten Cremetopfs:

Behälter

Allgemein ist zu empfehlen:

Man sollte sich nicht länger als ein Jahr auf den Schutz einer angebrochenen Flasche verlassen, vor allem bei empfindlicher Haut und intensiver Sonneneinstrahlung. Die Packung ist in jedem Fall zu entsorgen, wenn sich das Produkt entmischt hat.

10. Welchen UV-Schutzfaktor hat Kleidung?

Das hängt sehr von der Art der Kleidung ab. Je dicker und dunkler ein Stoff ist, desto mehr Strahlung absorbiert er. Am schlechtesten schützen Baumwolle und Leinen, besser sind Nylon, Wolle und Seide, und am wenigsten Strahlung kommt durch Polyester. Gedehnte oder nasse Stoffe schützen nicht so gut.

Weil der Schutz durch Kleidung schwer einzuschätzen ist, gibt es auch für Textilien eine Zertifizierung: den UV-Schutzfaktor USF (auf Englisch UPF). Ein durchschnittliches weißes T-Shirt hat einen USF von 10, das heißt ein Zehntel der Strahlung kommt durch, bei einem USF von 20 ist es ein Zwanzigstel, also fünf Prozent.

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