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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Chrom VI in Bedarfsgegenständen mit Körperkontakt

Wo kommt Chrom VI vor?

Zur Gerbung von Leder werden in großem Umfang Chrom III-Salze eingesetzt. Durch Verunreinigungen der Ausgangsverbindungen oder durch Herstellungsverfahren bedingt, die nicht nach aktuellen Verfahrens- bzw. Qualitätsstandards erfolgen, kann es im Verlauf der Gerbung jedoch zur Bildung löslicher Chrom VI-Verbindungen kommen. Des Weiteren wird momentan noch daran geforscht, durch welche Einflüsse und Bedingungen sich Chrom VI-Verbindungen bei der Weiterverarbeitung bzw. auch im fertigen Endprodukt bilden können.

Gesundheitliche Aspekte zu Chrom VI

Wasserlösliche Chrom VI-Verbindungen sind als potente Kontaktallergene anzusehen. Im Gegensatz zu Chrom III können Chrom VI-Salze sehr gut die Haut penetrieren und in die Epidermis vordringen. Entsprechend ihrer ausgeprägten Oxidationskraft werden sie dabei durch Umsetzung mit organischen Verbindungen zum Teil zu Chrom III reduziert, das in der Lage ist, sich an Proteine zu binden. Diese Chrom III-Protein-Komplexe lösen eine Immunreaktion aus. Allergische Hautekzeme sind die Folge. Neben Nickel und Duftstoffen zählt Chrom VI zu den häufigsten Allergenen. Bereits sensibilisierte Verbraucher können sich nur durch das Vermeiden des Kontakts mit Chrom VI haltigen Produkten schützen. Allerdings sind stark Chrom VI-haltige Produkte äußerlich nicht von anderen unterscheidbar.

Welche Grenzwerte sind gesetzlich vorgeschrieben?

Seit Mitte 2010 gibt es in der deutschen Bedarfsgegenständeverordnung Regelungen für den Gehalt an Chrom (VI) in Bedarfsgegenständen aus Leder, die dazu bestimmt sind nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Berührung zu kommen, insbesondere Bekleidungsgegenstände, Uhrenarmbänder, Taschen und Rucksäcke, Stuhlüberzüge, Brustbeutel sowie Lederspielwaren. Bei deren Herstellung dürfen Verfahren, die dazu führen, dass Chrom (VI) in dem Bedarfsgegenstand nachweisbar ist, nicht angewendet werden. Als Nachweisgrenze gilt der Wert von 3 mg/kg.

Ab Mai 2015 gilt gemäß der europäischen REACH-Verordnung für Ledererzeugnisse oder Lederteile von Erzeugnissen, die mit der Haut in Berührung kommen, ein Verkehrsverbot, wenn ihr Gehalt an Chrom (VI) 3 mg/kg oder mehr beträgt. Durch diese Regelung wird es möglich, Erzeugnisse aus Leder europaweit einheitlich zu bewerten und der Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern im gesamten europäischen Wirtschaftsraum zu schützen.