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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in exotischen Früchten von Januar bis Juni 2008

Hintergrund der Untersuchungen

Zu den exotischen Früchten (auch Südfrüchte, Tropenfrüchte genannt) werden Obstsorten gezählt, die in tropischen und subtropischen Klimazonen wachsen. Bekannte Vertreter sind Ananas, Banane und Kiwi, aber auch Litchi und Passionsfrüchte werden mittlerweile häufig zum Verkauf angeboten.

Die ursprünglich aus Mittelamerika stammende Ananas (Ananas comosus) gehört aus der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae). Die wichtigsten Lieferanten sind sowohl mittelamerikanischen Länder (Costa Rica, Honduras) sowie afrikanische Länder (Elfenbeinküste, Ghana und Kenia). Ananasfrüchte sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen sowie auch an Enzymen (u. a. Bromelain).

In der Gattung Bananen (Familie der Bananengewächse, Musaceae) gibt es rund 100 Arten. Das süße Fruchtfleisch der in den Läden Europas vorherrschenden Dessertbananen (Musa paradisiaca sapientum) ist im Gegensatz zu den Kochbananen roh genießbar. Die Sorte Cavendish ist die heute wirtschaftlich bedeutendste Banane. Zu den Hauptexportländern zählen Ecuador, Costa Rica, Kolumbien, Panama und Peru.

Die zur Familie der Strahlengriffelgewächse (Actinidiaceae) gehörende Kiwi stammt ursprünglich aus China und wächst lianenartig als verholzte, sommergrüne Schlingpflanze. Erster weltweiter Kiwi-Lieferant war Neuseeland, inzwischen sind auch Früchte unter anderem aus Chile, Italien, Griechenland und Frankreich auf dem Markt. Die Frucht der zweihäusigen Kiwipflanze ist zweimal so reich an Vitamin C wie eine Orange, hat einen sehr hohen Gehalt an Vitamin E, Kalium und andere Mineralstoffen.

Die sehr frostempfindliche Litchipflanze ist ein immergrüner Baum, der etwa 15 bis 20 Meter hoch wird und jährlich 100 bis 200 kg der rosa bis rötlichen Früchte tragen kann. Ursprünglich stammt der Litchibaum aus Südchina, wird aber heute weltweit in subtropischen Klimazonen, beispielsweise in Madagaskar, Asien und Südafrika, angebaut. Die am besten roh verzehrten Früchte haben einen leicht säuerlichen Geschmack, der an Erdbeeren erinnert und sind reich an Vitamin C und Kalium.

Einige Vertreter der sehr artenreichen Gattung der Passionsblumen liefern essbare Fürchte. Zu diesen gehören auch die Grenadilla (auch Granadilla) und die gelbe Passionsfrucht (Maracuja). Die Vitamin C reichen Früchte enthalten im Innern einen bitter bis süßlich oder auch extrem sauer schmeckenden Saft mit vielen essbaren Kernen. Passionsfrüchte stammen ursprünglich aus den Tropen Südamerikas, inzwischen werden aber auch Früchte aus Afrika importiert.

Je nach Pflanze und Standort sind die exotischen Früchte unterschiedlich anfällig für eine Vielzahl verschiedener Krankheiten und Schädlingen. Beispielsweise sind die Panama-Krankheit und der Black Sigatoka-Pilz zwei bedeutende Pilzerkrankungen der Bananenpflanze oder die Ananaswelke durch die Ananasschmierlaus ein wirtschaftlich großer Schädling der Ananaspflanze. Um die Erträge zu sichern, werden daher oft Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Um diese Belastungssituation häufig verzehrter exotischer Früchte zu verfolgen, werden diese verstreut über das ganze Jahr untersucht. Zudem werden zeitweilig seltener verzehrte Sorten beprobt, um auch grundlegende Informationen über deren Belastungsgrad zu gewinnen. Der vorliegende Beitrag berichtet über die Ergebnisse der von Januar 2008 bis Juni 2008 analysierten exotischen Früchte.

Zusammenfassung

Im Zeitraum Januar bis Juni 2008 wurden insgesamt 118 Proben exotische Früchte aus dem Groß- und Einzelhandel untersucht. Die Proben stammten aus verschiedenen Herkunftsländern: Die meisten Ananasfrüchte waren aus Costa Rica und die Bananen größtenteils aus Süd- und Mittelamerika (vor allem Kolumbien, Ecuador und Panama). Über die Hälfte der Passionsfrüchte kam aus Kolumbien, es wurde aber auch afrikanische Ware (unter anderem aus Südafrika und Kenia) zur Untersuchung vorgelegt. Der überwiegende Teil der Litchi-Proben war aus Madagaskar, während die untersuchten Kiwi-Früchte ausschließlich aus Europa (Italien, Frankreich und Griechenland) stammten.

30 % der untersuchten Proben waren rückstandsfrei, 57 % wiesen Rückstände unterhalb der zulässigen Höchstmengen auf und bei immerhin 13 % waren die Höchstmengen überschritten (Abbildung 1).

Das Kreisdiagramm der Abbildung zeigt, dass bislang im Jahr 2008 30 % der Proben keine Rückstände, 57 % der Proben Rückstände unterhalb der Höchstmengen und 13 % Rückstände über den Höchstmengen enthielten.

Abbildung 1: Anteil rückstandshaltiger exotischer Früchte (01/2008-06/2008)

Ergebnisse im Detail

Einen Gesamtüberblick über die Rückstandssituation der exotischen Früchte gibt Tabelle 1. Mit Ausnahme von Costa Rica, Italien, Kolumbien und Madagaskar sind die Probenzahlen je Herkunftsland so gering, dass die statistischen Aussagen nicht zu verallgemeinern sind. Insgesamt wurden 51 verschiedene Pflanzenschutzmittel 207-mal nachgewiesen. Pro Probe wurden im Gesamtdurchschnitt 1,8 Rückstände festgestellt, der mittlere Rückstandsgehalt lag bei 0,43 mg/kg. Der höchste Einzelrückstand betrug 4,0 mg/kg für das Fungizid Fenhexamid in einer Kiwi-Probe aus Frankreich. In 64 Fällen (31 %) waren die Gehalte der einzelnen Rückstände unter 0,01 mg/kg. Die Gehalte von 14 Rückständen (7 %) lagen über 1 mg/kg. Bei diesen hohen Rückständen handelte es sich entweder um den fungiziden Wirkstoff Triadimenol in Ananas (achtmal) oder um den fungiziden Wirkstoff Fenhexamid in Kiwi (sechsmal).

Damit sind die untersuchten exotischen Früchte insgesamt als mittelmäßig belastet anzusehen.

Tabelle 1: Ergebnisübersicht exotische Früchte (01/2008 bis 06/2008)
Herkunftsland Gesamtzahl ohne R mit R kleiner HM mit R größer HM verschiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Brasilien 2 1 1 0 1 0,5 1,28
Costa Rica 16 0 16 0 7 1,4 1,01
Ecuador 5 1 4 0 3 1,8 0,35
Frankreich 7 2 5 0 5 1,3 1,16
Ghana 2 1 0 1 8 4,0 0,12
Griechenland 2 0 2 0 2 1,0 0,01
Honduras 1 0 1 0 1 1,0 0,38
Israel 3 2 1 0 1 0,3 0,00
Italien 21 11 9 1 18 1,4 0,61
Kamerum 1 0 1 0 4 4,0 0,73
Kenia 3 0 1 2 9 3,3 0,07
Madagaskar 10 10 0 0 0 0,0 0,00
Mauritius 2 1 1 0 1 0,5 0,02
Panama 4 0 4 0 5 2,8 0,41
Peru 2 2 0 0 0 0,0 0,00
Simbabwe 2 0 0 2 6 3,5 0,12
Südafrika 3 0 2 1 6 2,0 0,04
ungeklärt 8 3 4 1 8 1,6 0,15
Gesamt 118 35 68 15 51 1,8 0,43
30% 57% 13%
zum Vergleich 2007 (konventionell) 127 27,5% 64,5% 8% 46 1,7 0,48

R = Rückstand; HM = Höchstmenge; 1) Durchschnitt

15 Proben (13 %) enthielten Rückstände über den zulässigen Höchstmengen und damit mehr als im Jahr 2007 (8 %). Jedoch sind die Daten nur bedingt miteinander vergleichbar, da in die diesjährige Untersuchung auch Passionsfrüchte, die vergleichsweise stark belastet waren, und praktisch unbelastete Litchi berücksichtigt wurden. 2007 waren hingegen neben Ananas, Bananen und Kiwi andere Früchte wie beispielsweise Kapstachelbeeren und Karambolen in die Untersuchung miteinbezogen. Zudem können auch unterschiedlichen Anteile der übrigen Obstarten und der Herkunft der Proben das Gesamtergebnis beeinflussen und einen genauen Vergleich erschweren.

Daher sind in Tabelle 2 die Einzelergebnisse für die verschiedenen exotischen Früchte abgebildet. Die einzelnen Obstarten zeigten unterschiedliche Belastungssituationen. Beinahe die Hälfte der Passionsfrüchte wies Höchstmengenüberschreitungen auf. Mit durchschnittlich 3,2 Rückständen enthielten sie auch die höchste Anzahl an Rückständen pro Probe, gefolgt von den Bananen (2,0 Rückstände pro Probe), Ananas (1,9) und Kiwi (1,3). Den höchsten Gehalt an Rückständen pro Probe wurde bei den untersuchten Ananas-Früchten mit durchschnittlich 1,07 mg/kg nachgewiesen. In den Kiwi- und Bananen-Proben lagen die mittleren Rückstandsgehalte bei 0,70 mg/kg bzw. 0,30 mg/kg. Die Passionsfrüchte wiesen einen deutlich unterdurchschnittlichen Rückstandsgehalt von 0,10 mg/kg auf.

Die beprobten Litchi-Früchte zeigten ein äußerst erfreuliches Bild. Nur eine Litchi-Probe wies einen Rückstand auf, alle anderen waren rückstandsfrei.

Tabelle 2: Ergebnisübersicht exotische Früchte nach Obstarten (01/2008-06/2008)
Obstart Gesamtzahl ohne R mit R kleiner HM mit R größer HM verschiedene Stoffe Anzahl R pro Probe 1) Gehalt R pro Probe 1) (mg/kg)
Ananas 17 1 16 0 4 1,9 1,07
6% 94% 0%
Bananen 27 4 23 0 10 2,0 0,30
15% 85% 0%
Passionsfrüchte 29 3 12 14 34 3,2 0,10
10% 42% 48%
Litchi 15 14 1 0 1 0,1 < 0,01
93% 7% 0%
Kiwi 30 13 16 1 19 1,3 0,70
43% 54% 3%
Gesamt 118 35 68 15 51 1,8 0,43
30% 57% 13%

R=Rückstrand; HM= Höchstmenge; 1) Durchschnitt

Insgesamt wurden acht Proben aus ökologischem Landbau untersucht. Sowohl die sechs italienischen Kiwi-Proben als auch die zwei Bananen-Proben aus Peru waren rückstandsfrei.

Die unzulässig hohen Gehalte von Pflanzeschutzmittelrückständen betrafen Insektizide (gegen Insekten), Fungizide (gegen Pilze), Nematizide (gegen Fadenwürmer) und Akarizide (gegen Milben). Insgesamt wurden bei 14 Passionsfrüchten (sieben aus Kolumbien, jeweils zwei aus Kenia und Simbabwe, jeweils eine aus Ghana, Südafrika und ungeklärter Herkunft) Höchstmengenüberschreitungen festgestellt. Zudem enthielt eine italienische Kiwi-Frucht einen Rückstand oberhalb der zulässigen Höchstmenge (Tabelle 3). Die Höchstmengenüberschreitungen bezogen sich alle auf "allgemeine" Höchstmengen im Bereich der Bestimmungsgrenze, da bei den entsprechenden Stoffen eine spezielle Regelung für Passionsfrüchte bzw. Kiwi oder "sonstige Früchte" nicht vorliegt.

Bei allen Höchstmengenüberschreitungen wird eine toxikologische Risikoabschätzung durchgeführt. Dazu wird am Beispiel eines Kindes von 2 bis unter 5 Jahren überprüft, in welchem Ausmaß bei einem einmaligen Verzehr die akute Referenzdosis (ARfD) ausgeschöpft ist. Bei einer Überschreitung des ARfD-Wertes können gesundheitliche Risiken nicht mehr mit Sicherheit ausgeschlossen werden. In solchen Fällen erfolgt über das europäische Schnellwarnsystem (RASFF) eine Mitteilung an die Mitgliedstaaten.

Bei einer kolumbianischen Passionsfrucht-Probe wurde die ARfD für den Stoff Monocrotophos, ein akarizid und insektizid wirksames Pflanzenschutzmittel überschritten und deshalb dem Europäischen Schnellwarnsystem gemeldet. Da die Rückstandskonzentration entsprechend der Vorgaben zur Bewertung auf Rechtskonformität an ungeschälten Früchten bestimmt wurde und ein entsprechender Verarbeitungsfaktor für den verzehrbaren Anteil (Fruchtfleisch) nicht verfügbar ist, wurde auf die daraus resultierende Unsicherheit bei der toxikologischen Bewertung hingewiesen.

Bei den übrigen Proben konnten gesundheitliche Risiken mit der gebotenen Sicherheit ausgeschlossen werden.

Tabelle 3: Exotische Früchteproben mit Höchstmengenüberschreitungen (01/2008-06/2008)
Obstart Herkunfts-land Anzahl HMÜ Stoff Rück-stands-gehalt (mg(kg) zulässige Höchst-menge mg/kg ARfD-Ausschöpfung (%)
Kiwi Italien 1 Dimethoat (A, I, N) 0,047 0,02 14
Passionsfrüchte Ghana 2 Chlorthalonil (F)
Difenoconazol (F)
0,086
0,12
0,01
0,05
0
0
Passionsfrüchte Kenia 1 Carbofuran (A, I, N) 0,047 0,02 4
Passionsfrüchte Kenia 1 Dimethoat (A, I, N) 0,072 0,02 2
Passionsfrüchte Kolumbien 3 Carbendazim (F)
Difenoconazol (F)
Lambda-Cyhalothrin (I)
0,18
0,087
0,035
0,1
0,05
0,02
7
0
4
Passionsfrüchte Kolumbien 2 Cypermethrin (A, I)
Permethrin (A, I)
0,052
0,077
0,05
0,05
0
0
Passionsfrüchte Kolumbien 1 Iprodion (F) 0,035 0,02 n. nw.
Passionsfrüchte Kolumbien 1 Difenoconazol (F) 0,068 0,05 0
Passionsfrüchte Kolumbien 1 Cypermethrin (A, I) 0,12 0,05 0
Passionsfrüchte Kolumbien 1 Monocrotophos (A, I) 0,56 0,01 1210*
Passionsfrüchte Kolumbien 1 Dimethoat (A, I, N) 0,04 0,02 1
Passionsfrüchte Simbabwe 2 Cypermethrin (A, I)
Trifloxystrobin (F)
0,076
0,022
0,05
0,02
0
n.nw
Passionsfrüchte Simbabwe 1 Trifloxystrobin (F) 0,074 0,02 n. nw.
Passionsfrüchte Südafrika 1 Flusilazol (F) 0,020 0,01 3
Passionsfrüchte ungeklärt 1 Lambda-Cyhalothrin (I) 0,033 0,02 0

HMÜ = Höchstmengenüberschreitung, A = Akarizid, F = Fungizid, I = Insektizid, N = Nematizid
ARfD = Akute Referenz Dosis; n. nw. = nicht notwendig
* Abschätzung mit Unsicherheiten behaftet (Verzehrsmenge, Verarbeitungsfaktor)

Von den insgesamt 51 verschiedenen, nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen sind die häufigsten Stoffe (viermal und häufiger) in Abbildung 2 dargestellt. Die fungiziden Wirkstoffe Imazalil und Thiabendazol wurden vor allem in Bananen am häufigsten detektiert. Triadimenol wurde ausschließlich bei den Ananas-Proben gefunden, während Fenhexamid nur in Kiwis nachgewiesen wurde. Die Wirkstoffe Carbendazim, Difenoconazol und Lambda-Cyhalothrin waren fast ausschließlich bei den Passionsfrüchten zu finden.

Stoffe in exotischen Früchten: Imazalil 25-mal detektiert, gefolgt von Thiabendazol mit 21-mal. Triadimenol/Triadimefon in 16 Proben nachgewiesen. 14-mal Fenhexamid, 13-mal Carbendazim und zwölfmal Difenoconazol gefunden, zehnmal Lambda-Cyhalothrin und neunmal Azoxystrobin. In jeweils sechs Proben Cypermethrin, Dimethoat und Iprodion, in fünf Proben Myclobutanil und in vier Proben Tebufenozid enthalten. Die genannten Stoffe sind mit Ausnahme von Lambda-Cyhalothrin, Cypermethrin und Dimethoat Fungizide.

Abbildung 2: Häufig nachgewiesene Stoffe in exotischen Früchten (01/2008-06/2008)

In genau der Hälfte der Proben wurden mehrere Wirkstoffe gleichzeitig gefunden. 46 Proben (39 %) enthielten zwei bis drei Rückstände und acht Proben (7 %) drei bis vier Rückstände. Weiterhin traten fünf Proben (4 %) mit sechs und mehr Rückständen auf, wobei eine Passionsfrucht-Probe aus Ghana mit acht und eine kolumbianische Passionsfrucht-Probe mit neun Rückständen besonders auffielen (Abbildung 3).

Das Balkendiagramm der Abbildung zeigt, dass in 35 Proben keine Rückstände festgestellt wurden. Ein Rückstand wurde in 24 Proben nachgewiesen. 27 Proben enthielten zwei Rückstände, 19 Proben drei Stoffe. In drei Proben wurden vier verschiedene Komponenten nachgewiesen und in fünf Proben fünf. Sechs verschiedene Stoffe wurden in zwei Proben gefunden, in jeweils einer Proben sieben, acht und sogar neun.

Abbildung 3: Mehrfachrückstände in exotischen Früchten (01/2008 - 06/2008)

Diese beiden Proben lagen mit ihrem jeweiligen Gesamtgehalt von 0,24 mg/kg auch über dem Gesamtdurchschnitt der Passionsfrucht-Proben und enthielten jeweils zwei Höchstmengenüberschreitungen. Das Problem der Mehrfachrückstände wird immer wieder emotional und kontrovers diskutiert, insbesondere auf Grund noch lückenhafter Kenntnisse über mögliche additive Wirkungen der unterschiedlichen Stoffe im menschlichen Organismus.

Fazit

Die untersuchten exotischen Früchte waren insgesamt als mittelmäßig belastet anzusehen, jedoch wurden große Unterschiede zwischen den verschiedenen Obstsorten festgestellt. Litchi-Früchte erwiesen sich als praktisch unbelastet, da keine der Proben die zulässigen Höchstmengen überschritt und sie sich bis auf eine Ausnahme als rückstandsfrei erwiesen. Außerordentlich häufig traten Höchstmengenüberschreitungen bei Passionsfrüchten auf. Auch die Anzahl der Rückstände pro Probe waren im Vergleich zu den übrigen exotischen Früchten am höchsten. Daher sind Passionsfrüchte als stärker belastet einzustufen. Ananas enthielten die höchsten durchschnittlichen Rückstandsgehalte, wiesen aber wie die Bananen-Proben keine Höchstmengenüberschreitungen auf. Bei den untersuchten Kiwi-Früchten wurde bei einer Probe ein unzulässig hoher Rückstandsgehalt festgestellt. Die durchschnittliche Rückstandszahl lag für die Ananas-, Bananen- und Kiwi-Proben zwischen einem und zwei Rückständen. Damit waren diese drei exotischen Fruchtsorten als vergleichsweise schwach bis mäßig belastet einzustufen.

Durchweg wurden die pauschal festgesetzten sehr niedrigen Grenzwerte verletzt. Die akute Referenzdosis (ARfD) wurde bei einer kolumbianischen Passionsfrucht-Probe überschritten. Da in diesem Fall eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden konnte, wurde eine Schnellwarnung an die Mitgliedsstaaten der EU empfohlen.

Bei allen anderen untersuchten Proben lagen die Gehalte unter der akuten Referenzdosis, so dass nach der derzeitigen Datenlage für diese Proben keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die einzelnen Rückstände zu erwarten waren.

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