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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Betriebskontrollen

In Bayern sind primär die örtlichen Kreisverwaltungsbehörden für die Lebensmittelüberwachung zuständig. Kontrolliert werden alle Betriebe, die Lebensmittel herstellen, verarbeiten, vermarkten, importieren oder exportieren. Die Vor-Ort-Behörden werden im Bedarfsfall durch Mitarbeiter der Spezialeinheit Lebensmittelsicherheit (SE) am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) und durch Vertreter der Regierungen unterstützt. Die SE besteht seit 2006 und ist eine überregional agierende und interdisziplinär aufgestellte Kontrolleinheit für den gesundheitlichen Verbraucherschutz in Bayern, deren Aufgabenschwerpunkt die Durchführung von Betriebskontrollen ist.

Die Auswahl der Betriebe erfolgt vorrangig nach einer Risikobeurteilung. Diese fließt z. B. auch in das sog. Kontrollprogramm Lebensmittelsicherheit ein.

Dieses seit 2008 etablierte Programm wurde 2014 durch das LGL grundlegend überarbeitet. Das Kontrollprogramm besteht aus sechs Säulen. Die Auswahl der Betriebe erfolgt weitestgehend risikoorientiert. Die Verteilung der Kontrollen auf die einzelnen Regierungsbezirke ergibt sich aus dem prozentualen Anteil der Betriebe in ihrem Zuständigkeitsbereich.

 grafische Darstellung des sechs Säulen Kontrollprogramms

Abbildung: 6-Säulenmodell Kontrollprogramm Lebensmittelsicherheit

Die sechs Säulen des Kontrollprogramms

Säule A umfasst Betriebe, bei denen im Rahmen von Kontrollen oder durch sonstige Umstände (Probenuntersuchungen, Schnellwarnungen usw.) gravierende Mängel aufgetreten sind.

Säule B erfasst alle anlassbezogenen Kontrollen. Hierzu gehören zum Beispiel Anforderungen der SE durch Vor-Ort-Behörden, Regierungen oder Staatsanwaltschaften sowie aufgrund von Fremdkörperfällen, Hinweisen oder Schnellwarnungen.

Säule C enthält Betriebe, die von den Kreisverwaltungsbehörden im Rahmen der standardisierten Risikobeurteilung mit hohem Risiko eingestuft wurden. Zu Säule C gehören auch bayerische Großbetriebe sowie Branchenführer.

Säule D erfasst Lebensmittelbereiche, in denen basierend auf die Auswertungen von Betriebskontrollen in Säule E und aufgrund von Laboruntersuchungen Probleme erkannt wurden. Die SE wählt sie für einen definierten Zeitraum aus und kontrolliert sie verstärkt.

In Säule E überprüft die SE bestimmte Branchen oder Technologien über einen definierten Zeitraum im Sinne einer Statuserhebung und analysiert die jeweiligen Besonderheiten. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen unter anderem als Grundlage für die Auswahl von Problemfeldern in Säule D.

Säule F enthält Betriebe, die aufgrund von Erkenntnissen aus dem Projekt Frühwarnsystem zur Erkennung von lebensmittelbedingten Risiken kontrolliert werden.

Neben den Überprüfungen von Betrieben im Kontrollprogramm führt die SE auch andere Kontrollen durch. Dazu zählen z. B. die Unterstützung bei Zulassungskontrollen von Betrieben oder Begehungen im Rahmen von Zertifizierungen für den Export von Lebensmitteln.