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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Untersuchungsergebnisse Saatgut 2009-2011

Untersuchungen von Saatgutproben auf gentechnisch veränderte Bestandteile

Bei den im Jahr 2009 vom LGL durchgeführten Untersuchungen an insgesamt 55 Mais-Saatgutproben, 24 Raps-Saatgutproben, einer Senf-Saatgutprobe und sechs Zuckerrüben-Saatgutproben wurden bei einer Senf-Saatgutprobe und vier Mais-Saatgutproben gentechnisch verändertes Material gefunden.

Die Saatgutproben werden von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit den örtlich zuständigen Landwirtschaftsämtern im Rahmen der Saatgutverkehrkontrolle gezogen. Im Frühjahr wird Mais-Saatgut, Sommerraps-Saatgut, Senfsaatgut und Zuckerrüben-Saatgut beprobt. Im Herbst werden Proben von Winterraps-Saatgut gezogen.

Tabelle 1: Ergebnisse 2009
Kulturart Anzahl der untersuchten
Saatgutpartien
Anzahl der Saatgutpartien
mit gentechnisch veränderten
Bestandteilen
Nachgewiesene gentechnisch
veränderte Linien
Mais 55 4 MON810, Linie 59122,
GA21, TC1507, NK603,
MON88017
Raps 24 0 -
Zuckerrübe 6 0 -
Senf 1 1 Rapslinien MS8, RF3, GT73
Summe 86 5 -

Ergebnisse 2010

Tabelle 2: Ergebnisse 2010
Kulturart Anzahl der untersuchten
Saatgutpartien
Anzahl der Saatgutpartien
mit gentechnisch veränderten
Bestandteilen
Nachgewiesene gentechnisch
veränderte Linien
Mais 54 5 MON810, NK603, MON88017
Raps 14 0 -
Senf 5 1 Rapslinien MS8, RF3, GT73
Summe 73 6 -

Ergebnisse 2011

Tabelle 3: Ergebnisse 2011
Kulturart Anzahl der untersuchten
Saatgutpartien
Anzahl der Saatgutpartien
mit gentechnisch veränderten
Bestandteilen
Nachgewiesene gentechnisch
veränderte Linien
Mais 76 6 MON810
Raps 5 0 -
Senf 3 0 -
Summe 84 6 -

Stand 27.09.2011

Strategie der Analytik

Zum Aufspüren gentechnischer Veränderungen werden PCR-Methoden eingesetzt, die Sequenzen nachweisen, die sehr häufig in gentechnisch veränderten Pflanzen vorkommen (zum Beispiel Herbizidtoleranzgene). Im Wesentlichen sind es moderne Real Time PCR Methoden, die eine quantitative Bestimmung gentechnisch veränderter Bestandteile ermöglichen.

Im Falle eines positiven Screening-Ergebnisses sieht das Analysekonzept die Messung weiterer spezifischer Parameter zur Identifizierung der gentechnisch veränderten Bestandteile vor. Durch spezifische Nachweisverfahren für in der EU zugelassene transgene Sorten kann nach dem Ausschlussprinzip geklärt werden, ob die gentechnischen Beimengungen auf eine transgene Sorte zurückgehen, für die in der EU eine Erlaubnis für das Inverkehrbringen vorliegt oder nicht.

Untersuchungsmethoden

Messungen wurden grundsätzlich anhand der TaqMan-PCR vorgenommen. Die Nachweisgrenze betrug < 0 .1 %.

Tabelle 4: Screeningverfahren
Methodenbeschreibung (1) Kulturart (2)
35S-Promotor: Es werden DNA-Sequenzen des 35S-Promotors des Blumenkohlmosaik-Virus nachgewiesen, der in vielen transgenen Pflanzen (vor allem Mais) eingebaut wurde Mais
Tnos: Nachweis des NOS-Terminators (Tnos), einer DNA-Sequenz, die in einigen transgenen Maissorten eingebaut wurde, die keinen 35S-Promotor enthalten Mais, Raps,
epsps: Nachweis des epsps-Gens, das eine Toleranz gegenüber dem Herbizid Roundup-Ready vermittelt. Raps, Zuckerrübe
pat: Nachweis des synthetischen pat-Gens, das eine Toleranz gegenüber dem Herbizid BASTA vermittelt. Raps, Zuckerrübe
bar: Nachweis des bar-Gens aus Streptomyces hygroscopicus, das eine Toleranz gegenüber dem Herbizid BASTA vermittelt Raps
nptII: Nachweis des nptII-Gens (Neomycin-Phosphotransferase-Gen aus dem Transposon Tn5) Raps

(1) Kurzbeschreibung der Methoden, die für das Screening der Saatgutproben auf gentechnisch veränderte Bestandteile eingesetzt werden.

(2) Pflanzenarten, für die die jeweilige Methode verwendet wird

Spezifische Nachweisverfahren

Für den spezifischen Nachweis gentechnisch veränderter Linien in Proben, die beim Screening ein positives Ergebnis ergeben haben, werden vor allem Methoden verwendet, die vom Community Reference Laboratory for GM Food and Feed (CRL-GMFF) validiert wurden.