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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Blei

Blei ist ein Schwermetall und gehört aufgrund seiner gesundheitsgefährdenden Eigenschaften zu den in Lebensmitteln unerwünschten Stoffen.

Wie kommt Blei in die Lebensmittel?

Mit der Einführung des bleifreien Benzins ist eine Hauptquelle für die Belastung der Umwelt mit Blei weggefallen. Erzhütten und die Blei verarbeitende Industrie emittieren dieses Element jedoch weiterhin. Es gelangt hauptsächlich über Abgase in die Luft und schlägt sich als bleihaltiger Staub auf der Oberfläche von Früchten und Blättern nieder. Der Bleigehalt von tierischen Lebensmitteln wird vor allem durch bleihaltige, pflanzliche Futtermittel verursacht. Blei kann auch aus bleihaltigen Glasuren von Keramikgefäßen in Lebensmittel übergehen. Wasserleitungsrohre aus Blei gibt es schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr, allerdings kann durch die unsachgemäße Verwendung bleihaltiger Lote im Leitungswasserbereich eine geringe Menge an Blei, besonders bei längerer Standzeit, an das Wasser abgegeben werden.

Wie schädlich ist Blei für die menschliche Gesundheit?

Blei wird bei Kindern zu etwa 50 %, bei Erwachsenen zu etwa 10 % aus dem Magen-Darmtrakt in den Körper aufgenommen und anschließend mit dem Blutstrom in zahlreiche Organe wie z. B. das Nervensystem, Nieren und Leber transportiert. Blei passiert zudem leicht die Plazentaschranke, sodass bereits vor der Geburt eine Belastung stattfinden kann. Der größte Teil (ca. 90%) des aufgenommenen Bleis lagert sich in Knochen und Zähnen ab. Da Blei nur langsam wieder aus dem Körper, insbesondere aus den Knochen, ausgeschieden wird, kommt es bei andauernder Belastung im Laufe der Zeit zu einer Anreicherung (Kumulation) im Körper.

Als kritische Endpunkte der Toxizität von anorganischem Blei gelten die Schädigung des sich entwickelnden Nervensystems (sowohl in der Phase vor der Geburt wie auch im Kindesalter nach der Geburt), eine Schädigung der Nieren sowie schädigende Effekte am Herz-Kreislaufsystem. Empfindlichste Zeichen der toxischen Wirkung an diesen Organen sind z.B. eine Verminderung des Intelligenzquotienten, Verminderung von Lern- und Gedächtnisleistungen, eine Erhöhung der Hörschwelle, eine reduzierte Nierenfunktion und ein Anstieg des systolischen Blutdrucks. Ergebnisse aus Tierversuchen liefern zudem Hinweise auf eine krebserzeugende Wirkung von Blei.

Ausgehend von den Ergebnissen neuerer epidemiologischer Studien ist es nicht möglich, für die kritischen Endpunkte der Toxizität anorganischen Bleis eine Schwelle der Unbedenklichkeit festzulegen. Daher wurde sowohl von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie auch von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) der vormals geltende PTWI („provisional tolerable weekly intake“)-Wert in Höhe von 25 µg/kg Körpergewicht und Woche aufgehoben.