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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Sommer, Sonne, Hitze: So schützen Sie Ihre Gesundheit bei heißen Temperaturen

Sommerhitze - eine Gefahr?

Wenn sich der Sommer von seiner besten Seite zeigt, fühlen wir uns wohl. Der Sonnenschein hebt unsere Stimmung und tut unserem Körper gut. Zur Bildung von Vitamin D sind wir auf die Sonne angewiesen. Trotz dieser positiven Wirkungen ist es jedoch auch wichtig, auf einen ausreichenden Sonnenschutz zu achten. An besonders heißen Tagen sind zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, die Ihre Ernährung und die Organisation Ihres Alltags betreffen. In unserer Sonne können Sie sich informieren, wie Sie in besonders heißen Zeiten auf sich, Ihre Familie und auch auf Ihre Mitmenschen achten können.

Die Grafik zeigt eine Sonne in der Mitte. Die Strahlen enthalten alle Aspekte, die im Artikel behandelt werden

Was ist eine Hitzewelle?

Eine einheitliche Definition von Hitzewellen gibt es bisher noch nicht. In den USA wird mittlerweile eine Hitzeperiode von mehr als drei aufeinander folgenden Tagen mit Temperaturen von mehr als 32,2°C als Hitzewelle definiert.
Generell gilt: Gesunde Erwachsene bei normaler Lebensführung und ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme sind durch längere Hitzeperioden nicht gefährdet.
Ältere Personen, Säuglinge und Kleinkinder sowie Menschen mit Krankheiten und Behinderungen können durch eine Hitzeperiode beeinträchtigt sein. Werden bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet, können besonders heiße Zeiten von allen Personengruppen gut überstanden werden. Wichtig ist, dass auch außerhalb einer solchen Hitzeperiode, also an normalen Tagen, ein besonderes Augenmerk auf die Flüssigkeitszufuhr und auf die eigenen Körperreaktionen gelegt wird.

Was bedeutet Flüssigkeit für den Körper?

Frau am Strand trink Wasser

Ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist der menschliche Körper nur eingeschränkt in der Lage, den Alltagsanforderungen Stand zu halten. Insbesondere ältere, kranke und behinderte Menschen können größere Flüssigkeitsverluste nur schwer kompensieren. In heißen Zeiten und bei großer körperlicher Anstrengung schwitzt der Körper vermehrt, dadurch werden mehr Flüssigkeit und mehr Mineralstoffe ausgeschieden. Dabei können unter anderem Symptome wie Verwirrtheitszustände, Kreislaufbeschwerden und Fieber auftreten.
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr bedeutet an normalen Tagen eine Trinkmenge von ca. 1,5 bis 2 Liter pro Tag (an heißen Tagen zusätzlich 1-2 Liter Energie zuckerfreie, Mineralstoffhaltige Getränke).

Wer ist besonders gefährdet?

  • Säuglinge, Kinder bis 4 Jahre
  • Erwachsene ab 65 Jahren
  • Pflegebedürftige Menschen
  • Menschen mit Übergewicht
  • Menschen, die körperlich schwer arbeiten
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen
  • Menschen mit fieberhaften Erkrankungen
  • Menschen mit Demenz
  • Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen, z. B. Antidepressiva, Schlafmittel, bestimmte Psychopharmaka, Anti-Parkinson-Medikamente und Beruhigungsmittel sowie Medikamente, die den Flüssigkeitshaushalt beeinflussen
  • Drogen- und Alkoholkonsumenten

Diese Personengruppen können meist entweder ein vermindertes Durstgefühl oder einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf haben.

Was können Sie spüren?

Wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit bekommt und wenn Sie im Sommer stärker schwitzen als sonst, können sich bestimmte Symptome einstellen:

Bild von der strahlenden Sonne am wolkenlosen blauen Himmel
  • stark gerötetes, heißes Gesicht
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfungs- oder Schwächegefühl
  • Kreislaufbeschwerden
  • Übelkeit
  • Muskelkrämpfe
  • Bauchkrämpfe
  • ungewohnte Unruhegefühle
  • Verwirrtheit
  • trockene Haut und trockene Schleimhäute (z. B. Lippen)
  • Verstopfung
  • konzentrierter Urin
  • erhöhte Körpertemperatur (höher als 37,5° C).
  • Eine erhöhte Körpertemperatur als Zeichen hitzebedingter Beeinträchtigung wird oft mit infektionsbedingtem Fieber verwechselt.

Sofortmaßnahmen bei Hitzebeschwerden:

  • Kühlung, z. B. mit kaltem Waschlappen auf Gesicht, im Nacken, als Wadenwickel
  • Viel trinken!
  • Schatten bzw. einen kühlen Ort aufsuchen
  • Falls keine Besserung eintritt: Gehen Sie zum Arzt!

Wie können Sie auf sich achten?

  • Sie sollten täglich 1-2 Liter Flüssigkeit mehr trinken als sonst, z. B. Trinkwasser und Mineralwasser (> 20 mg Na/l), wenn sie sehr stark schwitzen u. U. auch natriumhaltiges Mineralwasser (>200 mg Na/l), außerdem Fruchtsaftschorlen (3 Teile Wasser, 1 Teil Saft), Früchte- und Kräutertees
  • Trinken Sie keine zu kalten Getränke
  • Alkohol, Kaffee und Schwarztee sollten Sie allenfalls in geringen Mengen trinken
  • Nehmen Sie am besten leichte Kost zu sich (viel wasserreiches Obst, Salate, Gemüse)

Es gibt Krankheiten oder Medikamente, die die Mechanismen des Körpers in Bezug auf Hitzeadaptionen beeinflussen können. Deshalb empfiehlt es sich, bei bestehenden gesundheitlichen Problemen oder regelmäßiger Medikamenteeinnahme, sich vorsorglich mit Ihrem Hausarzt zu besprechen.

  • Halten Sie sich nicht in der prallen Sonne auf
  • Tragen Sie in der Sonne immer eine Kopfbedeckung
  • Achten Sie auf bequeme und luftige Kleidung
  • Wenn möglich, halten Sie eine Mittagsruhe
  • Schlafen Sie mit leichter Bettwäsche, wenigen Kissen und nur einem Laken als Zudecke
  • Halten Sie Ihre Wohnung, besonders das Schlafzimmer, möglichst kühl, d. h. morgens und abends gut lüften, Räume tagsüber verdunkeln
  • Vermeiden Sie an besonders heißen Tagen sehr anstrengende Tätigkeiten und Leistungssport, falls dies nicht möglich ist, trinken Sie stündlich ein Glas Mineralwasser
  • Wenn Sie Medikamente einnehmen, sollten Sie am besten schon vorsorglich mit Ihrem Hausarzt besprechen, wie Sie sich bei großer Hitze verhalten sollen. Es gibt Medikamente, die die Mechanismen des Körpers in Bezug auf Hitzeadaptionen beeinflussen können.

Wie können Sie auf Ihre Angehörigen, Ihnen anvertraute Personen und Ihre Mitmenschen achten?

Zu beachten sind natürlich alle Punkte, auf die Sie auch an sich selbst achten:

  • Achten Sie generell auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Pflegebedürftige und ältere Menschen haben oft ein mangelndes Durstgefühl, Kinder vergessen das Trinken
  • Trinken Sie gemeinsam mit Ihren Angehörigen
  • Stellen Sie zu den Mahlzeiten ein Getränk bereit
  • Erstellen Sie zur Übersicht einen Trinkplan
  • Stellen Sie die Tagesmenge an Getränken sichtbar bereit
  • Regelmäßige Gewichtskontrollen können auf Flüssigkeitsverluste aufmerksam machen
  • Wenn Medikamente genommen werden, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt gut absprechen, wie sich diese auf den Flüssigkeitshaushalt auswirken könnten
  • Kontrollieren Sie bei großer Hitze täglich ggf. auch mehrmals die Körpertemperatur
  • Vermeiden Sie an heißen Tagen größere Aktivitäten
  • Beobachten Sie Ihre Angehörigen, Ihnen anvertraute Personen und Ihre Mitmenschen gut: ist ihr Verhalten auffällig, wirken sie verwirrt, wie ist die Gesichtsfarbe, klagen sie über Kopfschmerzen oder über ein anderes Symptom (siehe: Was können Sie spüren?)?
  • Kühlende Waschungen und Einreibungen können hilfreich sein
  • Sorgen Sie für kühle Zimmer
Tabelle 1: Beispiel für einen Trinkplan
Zum Frühstück 2 Tassen Tee oder Kaffee 300 ml
Am Vormittag 2 Gläser Saftschorle oder Mineralwasser 400 ml
Zum Mittagessen 1 Glas Saftschorle oder Mineralwasser, 1 Tasse Suppe oder Brühe 200 ml, 150 ml
Am Nachmittag 1 bis 2 Tassen Tee oder Kaffee, 1 Glas Saftschorle oder Mineralwasser 150-300 ml, 200 ml
Zum Abendessen 1 bis 2 Tassen Früchte- oder Kräutertee 150-300 ml
Am Abend 1 Glas Saftschorle, Mineralwasser, Wein oder Bier 200 ml

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