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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Pertussis (Keuchhusten)

Diese bakterielle Infektionskrankheit wird durch Tröpfchen übertragen und ist sehr ansteckend. Typische Krankheitszeichen sind quälende Hustenattacken, die nicht selten bis zum Erbrechen führen und über 4 bis 6 Wochen anhalten. Durch die starken Hustenanfälle kann es auch zu Leisten- und Rippenbrüchen kommen. Schwere Komplikationen treten vor allem im ersten Lebensjahr auf. Dazu gehören Lungenentzündungen, Atemstillstand und selten eine Beteiligung des Gehirns.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft Keuchhusten häufig nur als lang anhaltender Husten und wird daher oft nicht diagnostiziert. Erwachsene sind daher eine häufige Ansteckungsquelle für die besonders gefährdeten Säuglinge. Übrigens schützt eine durchgemachte Erkrankung nicht dauerhaft vor einer erneuten Infektion.

Die Zahl der Erkrankungen und das Alter der Erkrankten hängen stark von der Durchimpfungsquote ab.

Impfung

Es handelt sich um einen Impfstoff mit abgetöteten Erregern (Totimpfstoff), der in den Muskel injiziert wird. Die heute verwendeten Impfstoffe enthalten nur noch einzelne Erregerbestandteile (sog. azellulärer Impfstoff) und sind dadurch deutlich besser verträglich als frühere Impfstoffe. Viele Untersuchungen belegen ihre hohe Wirksamkeit. Aufgrund der begrenzten Dauer des Impfschutzes sind Wiederholungsimpfungen notwendig.

Der Keuchhusten-Impfstoff wird als Kombinationsimpfung verabreicht. Ein Einzelimpfstoff steht derzeit nicht zur Verfügung. Bei Säuglingen wird zur Grundimmunisierung ein Sechsfachimpfstoff empfohlen, der gleichzeitig gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B gerichtet ist.

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird zur Auffrischimpfung gegen Keuchhusten ein Dreifach- oder Vierfachkombinationsimpfstoff verwendet und darüber zusätzlich gegen Diphtherie und Tetanus sowie ggf. gegen Kinderlähmung geimpft.

Wer soll sich impfen lassen?

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine Grundimmunisierung zum frühestmöglichen Zeitpunkt dringend geboten. Sie sollte unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats vorgenommen werden.

Für einen vollständigen Impfschutz sind Auffrischimpfungen bei Kindern und Jugendlichen notwendig. Erwachsenen wird eine weitere Auffrischimpfung gegen Keuchhusten empfohlen.

Zum besonderen Schutz von Neugeborenen und Säuglingen sollten enge Kontaktpersonen in der Familie bzw. im Haushalt (Eltern, Geschwister, betreuende Erwachsene), die in den letzten 10 Jahren keine Impfung gegen Keuchhusten erhalten haben, spätestens 4 Wochen vor Geburt eines Kindes geimpft werden. Erfolgte die Impfung nicht vor der Schwangerschaft, sollte die Mutter bevorzugt in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes geimpft werden.

Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, sich impfen zu lassen, wenn in den letzten zehn Jahren keine Pertussis-Impfung erfolgt ist.

Zudem sollte sich Personal im Gesundheitsdienst sowie in Gemeinschaftseinrichtungen regelmäßig im Abstand von 10 Jahren impfen lassen.

Zeitpunkt der Impfung

Säuglinge ab vollendetem zweiten Lebensmonat erhalten drei Impfungen im Abstand von vier Wochen und eine weitere Impfung zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat.

Auffrischimpfungen sollten nach dem vollendeten 5. bis 6. Lebensjahr und nach vollendetem 9. bis 17. Lebensjahr durchgeführt werden.

Eine Impfung zu einem früheren Zeitpunkt ist bei entsprechender Indikation (Geburt eines Geschwisterkindes, Kontakt zu Personen mit Keuchhusten) jederzeit möglich.

Für alle Erwachsenen wird empfohlen, sich bei der nächsten Impfung gegen Tetanus und Diphtherie diese einmalig als Kombinationsimpfung auch gegen Keuchhusten geben zu lassen.

Häufigste Impfreaktionen

Die Impfung wird gut vertragen. Es können eventuell Rötung oder Schwellung an der Impfstelle und selten kurz anhaltendes Fieber auftreten.

Weitere Informationen zu Pertussis auf der Seite der BZgA und des RKI.

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