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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI)

Logo der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) wurde im November 2006 gegründet und hat ihre Geschäftsstelle am LGL. Sie vereint Vertreter von Ärzteverbänden, Apothekern, Körperschaften, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst, gesetzlichen wie privaten Krankenkassen und Wissenschaft einschließlich aller bayerischen Mitglieder der STIKO (Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut). Die LAGI hat zum Ziel, den Impfschutz der bayerischen Bevölkerung auf der Basis der Freiwilligkeit und informierten, mündigen Entscheidung in jeder Lebensphase zu verbessern. Aus diesem Grund hat die LAGI beispielsweise vom 20. April 2009 bis 25. April 2009 die erste Bayerische Impfwoche veranstaltet.

2.Bayerische Impfwoche 2011

Nach der positiven Resonanz zur 1. Bayerischen Impfwoche im April 2009 und dem vielfachen Wunsch einer Wiederholung plant die LAGI aktuell eine 2. Bayerische Impfwoche vom 4. bis 9. April 2011. Der Schwerpunkt der zweiten Bayerischen Impfwoche wird dieses Mal auf den Impfungen gegen Masern und Keuchhusten liegen. Am 30. März wird erstmals als Auftakt zur Impfwoche ein LAGI-Symposium in München für alle intersessierten Ärzte, Hebammen und Apotheker durchgeführt. Zudem werden wieder ein eine Vielzahl von Aktionen durchgeführt wie

  • Plakataktion: Die von der LAGI für die Impfwoche gemeinsam gestalteten Plakate werden über das Ärzteblatt verteilt und in Arztpraxen, Apotheken, Gesundheitsämtern, Kindergärten, Schulen und Betrieben während der Impfwoche (und auch danach) aufgehängt.
  • Intensivierte Impfberatung in Arztpraxen und Apotheken
  • Lokale Aktionen in nahezu allen Landkreisen und Städten: Gesundheitsämter werden in dieser Woche in Zusammenarbeit mit Ärzten, Apothekern und vielen weiteren Partnern vielfältige Impfinformationsveranstaltungen organisieren.
  • Ganztägige Impfberatungszelt-Aktionen der LAGI auf zentralen Plätzen in bayerischen Städten sowie in Universitäten etc.
  • Medien- und Pressearbeit: Informationen zur Impfwoche und zu Impfungen durch Mitglieder der LAGI in Zeitungen, Radio und weiteren Medien sowie Fachinformationen der Verbände.

Nähere Einzelheiten und Materialien siehe Unterseite zur Bayerischen Impfwoche 2011 und Symposium

Warum impfen?

Impfungen zählen zu den wirksamsten Präventivmaßnahmen in der Medizin. Durch ihren Einsatz sind viele in der Vergangenheit gefürchtete Infektionskrankheiten, wie Kinderlähmung oder Diphtherie, zurückgedrängt worden. Die lebensgefährlichen Pocken konnten im Jahr 1980 durch konsequente weltweite Impfprogramme und kontinuierliche Überwachung sogar ausgerottet werden.

Trotz dieser großen Erfolge bestehen aktuell noch Defizite bei der Akzeptanz von einzelnen empfohlenen Impfungen in Deutschland und auch in Bayern. Als Beispiel sei die Masernimpfung genannt: Die oft als harmlose Kinderkrankheit verkannte Erkrankung kann schwere bis tödliche Verläufe nehmen und verursacht nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich weltweit immer noch über 340.000 Todesfälle bei Kindern. Seit vielen Jahren ist daher die globale Masernelimination ein erklärtes Ziel der WHO. Die Masernelimination erfordert eine sehr hohe Bevölkerungsimmunität, die 95 Prozent der Bevölkerung schützend umfassen sollte. Dass dies möglich ist, haben die bereits als masernfrei erklärten Kontinente Amerika, Australien und die Länder Skandinaviens vorgemacht. Deutschland zählt zu den Ländern Europas, die noch nicht die ausreichend hohen Durchimpfungsraten flächendeckend erreicht haben. Dies zeigt sich in immer wieder auftretenden, regional begrenzten Masernausbrüchen - auch in Bayern. Es ist daher zweifelhaft, ob die jetzt geltende Zielmarke der WHO für die Masernelimination in Europa bis zum Jahr 2010 erreicht werden kann.

Auch weitere komplikationsreiche Erkrankungen wie Keuchhusten (Pertussis) bei Säuglingen oder Virus-Grippe (Influenza) bei Senioren könnten durch ein Zusammenspiel von individuellem Impfschutz und hohen Impfraten in der Bevölkerung vermieden werden. Die aktuellen Impfraten der Schulanfänger in Bayern werden regelmäßig von den Gesundheitsämtern erhoben und vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für ganz Bayern zusammengefasst, veröffentlicht und bewertet (siehe „Dokumente zum Download“: Gesundheitsmonitor).

Impfprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

In Deutschland besteht keine Impfpflicht. Die umfassende und professionelle Beratung zur Impfentscheidung des mündigen Bürgers ist daher von großer Bedeutung. Impfprävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ein Zusammenspiel aller in der Impfprävention Verantwortlichen erfordert.

Gründung der LAGI

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG) hat daher zusammen mit dem LGL und weiteren Partnern im Jahr 2005 das Bayerische Impfkonzept entwickelt, das eine effektive Umsetzung der aktuellen nationalen Impfempfehlungen gewährleisten will. Dabei sollen auch Gruppen mit erschwertem Zugang zu Impfungen einbezogen werden.

Das Kernstück des Bayerischen Impfkonzepts war die Etablierung eines unabhängigen Arbeitsgremiums, das die in Bayern für die Impfprävention tätigen Akteure und Institutionen vernetzt und eine partnerschaftliche Zusammenarbeitet ermöglicht. Dies wurde auch von dem Landesverband der Kinder- und Jugendärzte sowie der Bayerischen Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V. angeregt. Mit der Gründung der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI) im November 2006 unter reger Beteiligung aller eingeladenen Mitglieder ist dies gelungen.

Mitglieder der LAGI

In der LAGI sind im Einzelnen vertreten:

  • Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern (ARGE) u. a.:
    • vdek - Verband der Ersatzkassen e.V.(Landesvertretung Bayern)
    • AOK Bayern - Die Gesundheitskasse
    • BKK – Betriebskrankenkassen (BKK Landesverband Bayern)
    • KK - Innungskrankenkassen
    • Knappschaft
    • LKK - Landwirtschaftliche Krankenkasse
  • Ärzteverband Öffentlicher Gesundheitsdienst Bayern e.V.
  • Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen e.V.
  • Bayerische Landesapothekerkammer
  • Bayerische Landesärztekammer
  • Bayerischer Hausärzteverband
  • Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (Geschäftsstelle der LAGI)
  • Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit
  • Berufsverband der Frauenärzte, Landesverband Bayern
  • Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte – bvkj, Landesverband Bayern
  • IBE - Institut für Medizinische Informatik Biometrie Epidemiologie
    der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)
  • Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
  • Landeshauptstadt München - Referat für Umwelt und Gesundheit
  • Prof. Dr. Johannes Liese, Pädiatrische Infektiologie und Immunologie, Universität Würzburg
  • Nationales Referenzzentrum Meningokokken, Universität Würzburg
  • Vertreter der Regierungen und Gesundheitsämter
  • VDBW - Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V., Landesverbände Bayern Nord und Süd
  • Verband der privaten Krankenversicherung e.V., Landesausschuss Bayern
  • Vereinigung der Bayerischen Internisten e.V.
  • Bayerischer Hebammen Landesverband e.V.
  • Prof. Dr. med. Wolfgang Jilg (STIKO-Mitglied bis 2011), Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Universität Regensburg
    Klinische Virologie und Infektionsimmunologie Universität Regensburg
  • Dr. Ursel Lindlbauer-Eisenach (STIKO-Mitglied bis 2011), Kinder- und Jugendärztin
  • Prof. Dr. Rüdiger von Kries (STIKO-Mitglied bis 2011), Abteilung für Epidemiologie im Kindes- und Jugendalter, Institut für Soziale Pädiatrie und Jugendmedizin
    der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München
  • Prof. Dr. Frank von Sonnenburg (STIKO-Mitglied), Medizinische Fakultät
    Institut für Infektions- und Tropenmedizin, LMU München
  • Prof. Dr. Martin Röllinghof, (STIKO-Mitglied bis 2011), Universität Erlangen
  • Prof. Dr. Christian Bogdan (STIKO-Mitglied), Mikrobiologisches Institut - Klinische Mikrobiologie, Immunologie, Hygiene, Universität Erlangen-Nürnberg

Die Geschäftsführung wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) wahrgenommen.

Bild einer Konferenz der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen

Abbildung 1: Mitglieder der LAGI im April 2007 bei einer Sitzung im LGL.

Ziele der LAGI

Die LAGI hat das Ziel, den empfohlenen Impfschutz der gesamten bayerischen Bevölkerung - also Menschen in jeder Lebensphase - zu verbessern. Durch dieses neu geschaffene interdisziplinäre Gremium wird dem Grundsatz „Impfen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“ Rechnung getragen. Folgende Schwerpunkte hat sich die LAGI gesetzt:

  1. Verbesserung und transparente Gestaltung der Datenlage: Sowohl zu impfpräventablen Erkrankungen wie auch zu Impfungen einschließlich der jeweiligen Komplikationen
  2. Öffentlichkeits- und Medienarbeit: Stärkung und Verbreitung des Impfgedankens in der bayerischen Bevölkerung durch aktuelle, unabhängige Information zum Thema Impfen
  3. Identifizierung und Abbau von Impfhindernissen (beispielsweise „missed opportunities“, Ängste vor Impfkomplikationen)
  4. Expertenaustausch zu wichtigen Impffragestellungen
  5. gemeinsame Erarbeitung von Impfkonzepten
  6. wissenschaftliche Evaluation und Begleitung

Auswahl aktueller Projekte der LAGI

  • Öffentlichkeitsarbeit:
    • Informationsflyer zur HPV-Impfung: Schutzimpfung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen Humane Papillomviren (HPV), Gebärmutterhalskrebsvorstufen.
    • Organisation der zweiten Bayerischen Impfwoche vom 4. bis 9. April 2011 mit einer Vielzahl von Aktionen zum Schwerpunktthema Masern- und Pertussisimpfung – wichtige Impfungen auch für Jugendliche und Erwachsene
    • gemeinsam erarbeitete Broschüre „Geimpft - Geschützt“ (überarbeite Auflage 2011 geplant)
    • Film- und Plakatkampagne zur Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung im Großraum München (initiiert von der Landeshauptstadt München)
    • Veröffentlichungen der LAGI in verschiedenen Zeitschriften
  • Masernaktionsplan für Bayern
  • bayernweite Erhebung der Impfraten in 6. Schulklassen
  • Einführung und wissenschaftliche Begleitung von Impferinnerungssystemen (Recall) im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung der Gesundheitsämter
  • Erarbeitung weiterer Impferinnerungssysteme (KVB, Praxissoftware)
  • Förderung der Ausbildung von Medizinstudenten und Fortbildungen für alle Ärzte zum Thema „Impfen“
  • aktuelle Bewertung der Masern-, Mumps- und Pertussis-Situation in Bayern, Verbesserung der „Kokonstrategie“ für Neugeborene in Bayern

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