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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Noroviren – Erreger mit epidemischem Potenzial

Epidemiologie

Seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 stieg die jährliche Inzidenz an gemeldeten Fällen von Gastroenteritiden durch Noroviren in Bayern kontinuierlich an. Da nur Erkrankte mit Labornachweis erfasst werden, sind die Fallzahlen allerdings stark von der Durchführung labordiagnostischer Untersuchungen abhängig. Bei unkomplizierten Erkrankungen erfolgt oft keine Stuhluntersuchung. Die Meldedaten unterschätzen dadurch deutlich die tatsächlich in Bayern aufgetretenen Noroviruserkrankungen.

Die meisten Erkrankungen werden im Winterhalbjahr gemeldet, in den Sommermonaten geht die Aktivität dagegen deutlich zurück.

Am häufigsten wird die Krankheit bei Kindern bis fünf Jahren und bei Personen über 70 Jahren registriert. Während in den jüngeren Altersgruppen eher das männliche Geschlecht betroffen ist, überwiegt bei den Erwachsenen und dort vor allem bei den über 70-Jährigen das weibliche Geschlecht. Dies lässt sich dadurch erklären, dass mehr Frauen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Altenheimen oder Kindertagesstätten berufstätig sind und vor allem Frauen in den häufig betroffenen Altenheimen als Bewohnerinnen stark überrepräsentiert sind.

Ein Großteil der Noroviruserkrankungen tritt im Rahmen von Ausbrüchen auf. Betroffen sind häufig Gemeinschaftseinrichtungen, insbesondere Altenheime, Schulen und Kindertagesstätten sowie Krankenhäuser.

Diagramm: Noroviruserkrankungen mit Labornachweis in Bayern von 2007 bis 2011 (Stand 11.10.2012)

Abbildung 1: Noroviruserkrankungen mit Labornachweis in Bayern von 2007 bis 2011 (Stand 11.10.2012).

Nachdem in den Jahren 2001 bis 2010 die Meldungen von labordiagnostisch-bestätigten Noroviruserkrankungen stetig angestiegen waren, wurden im Jahr 2011 mit 13.779 labordiagnostisch-bestätigten Noroviruserkrankungen in Bayern erstmals weniger Erkrankungen als in den Vorjahren gemeldet (2010: 19.785, 2009: 14.964 und 2008: 14.519 Erkrankungsfälle). Der Rückgang der Zahlen in 2011 entspricht dem bundesweiten Trend.

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