Lebensbaumlogo Geschäftsbereich lebensministerium.bayern.de

Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Hepatitis A-Infektionen

Vorkommen

Das Hepatitis A-Virus (HAV) ist weltweit verbreitet. Die Infektionen treten sporadisch, endemisch oder in Form von Epidemien auf. In Entwicklungsländern machen nahezu alle Menschen die Infektion bereits im Kindes- und Jugendalter durch. In den industriell entwickelten Ländern Europas und Nordamerikas mit hohem Hygienestandard kam es in den letzten Jahrzehnten zu einem erheblichen Rückgang der Erkrankungshäufigkeit. Dies hat dazu geführt, dass immer mehr Jugendliche und Erwachsene keine Immunität gegen HAV aufweisen und durch Urlaubsreisen in Länder mit starker HAV-Verbreitung infektionsgefährdet sind. Der Anteil der „Reisegelbsucht“ lag in den letzten Jahren bei etwa 40–50 % aller in Deutschland gemeldeten Hepatitis-A-Fälle. Die Erkrankung ist meldepflichtig, in Bayern werden durchschnittlich etwa 150 Fälle pro Jahr registriert.

Krankheitsbild

Die ersten Symptome sind Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel und der Stuhl hell, schließlich entwickelt sich eine Gelbsucht (zuerst im Weiß der Augen bemerkbar). Der weitere Krankheitsverlauf ist meist leicht, besonders bei Kindern kann die Infektion auch symptomlos verlaufen. Gelegentlich kommt es allerdings bei Erwachsenen zu schwereren und länger anhaltenden Krankheitsbildern; auch Todesfälle bei älteren Patienten sind bekannt. Es entwickelt sich aber niemals eine chronische Infektion. Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen auf spezifische Antikörper gesichert.

Übertragungsweg

Das Virus wird vorwiegend über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser aufgenommen, besonders häufig über Muscheln, Austern, andere Meeresfrüchte oder über mit Fäkalien gedüngten Salat und Gemüse. Infizierte Personen scheiden Hepatitis A-Virus mit dem Stuhl aus und sind circa ein bis zwei Wochen vor und eine Woche nach Auftreten der Gelbsucht für andere Menschen ansteckend. Neben der Übertragung durch kontaminierte Lebensmittel, Gebrauchsgegenstände oder Wasser kommen daher auch Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch häufig vor.

Schutzmaßnahmen

Die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch kann wirksam durch das Vermeiden einer fäkal-oralen Schmierinfektion, vor allem durch eine effektive Hände- und Toilettenhygiene (bei Erkrankung Desinfektion mit Virusdesinfektionsmitteln), vermieden werden. Eine Reiseimpfung wird für Reisen in alle tropischen Länder, aber auch für den gesamten Mittelmeerraum und Osteuropa empfohlen. Kontaktpersonen von Erkrankten können sich ebenfalls durch eine Impfung schützen. Darüber hinaus ist die Impfung gegen Hepatitis A für das Personal in Kinderbetreuungseinrichtungen, für homosexuell aktive Männer und für Personen mit chronischen Lebererkrankungen empfohlen.

Ratschläge für Reisende:

  • Vermeiden Sie alle ungekochten oder nicht durchgebratenen Nahrungsmittel sowie Früchte und Gemüse, die nicht geschält werden können. Trinken Sie keine Rohmilch.
  • Wenn möglich, vergewissern Sie sich, ob gekochte Nahrungsmittel sorgfältig und in frischem Zustand zubereitet wurden.
  • Vermeiden Sie Trinkwasser aus der Leitung, Eiswürfel (auch in Drinks) und Speiseeis.
  • Vermeiden Sie Fleisch, Fisch und Schalentiere in rohem Zustand.
  • Risikofreie Getränke sind gewöhnlich heißer Tee oder Kaffee sowie Bier, Wein und Getränke aus fest verkapselten Flaschen.
  • Grundsätzlich gilt: Kochen, braten, schälen oder vermeiden.

Mehr zu diesem Thema

Allgemeine Informationen zum Thema

Untersuchungsergebnisse