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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Informationen zur Meldepflicht von Lyme-Borreliose

Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Infektionserkrankung in Deutschland. Bayern führte daher zum 1. März 2013 eine Meldepflicht für behandelnde Ärzte ein, um weitere Erkenntnisse zum Vorkommen und zur regionalen Verteilung dieser Erkrankung zu gewinnen. Wöchentlich aktualisierte Meldezahlen der Lyme-Borreliose werden auf der Homepage des LGL veröffentlicht.

Aktuelle Statistik ausgewählter meldepflichtiger Krankheiten in Bayern

Die neue Meldepflicht seit 1. März 2013

Mit der Meldepflicht können beispielsweise Erkenntnisse gewonnen werden, wo in Bayern Infektionen besonders häufig auftreten und welche Bevölkerungsgruppen besonders gefährdet sind. Mit diesem Wissen können die Gesundheitsbehörden die Bevölkerung ganz gezielt aufklären und auch die Ärzteschaft sensibilisieren.

Die Meldepflicht besteht zunächst befristet bis 28. Februar 2018. Da es sich um eine bayerische Verordnung handelt, gilt sie nur für Personen, deren Hauptwohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthaltsort in Bayern liegt. Es handelt sich um eine ausschließlich ärztliche und anonyme Meldepflicht ohne Personenangaben, Verdachtsfälle sind nicht meldepflichtig. Am LGL werden die Daten gesammelt, überprüft und ausgewertet.

Auswertung des ersten Meldejahres

Die Ergebnisse des ersten Meldejahres nach Einführung der Meldepflicht in Bayern wurden am LGL detailliert ausgewertet. Ein Artikel dazu wurde im Bayerischen Ärzteblatt 1-2/2015 und im Epidemiologischen Bulletin des RKI 08/2015 veröffentlicht.

Epidemiologisches Bulletin 8 / 2015 des Robert Koch Instituts

Die Erkrankung

Die Lyme-Borreliose ist eine stadienhaft verlaufende Multisystemerkrankung, bei der verschiedene Organe betroffen sein können. Häufig kommt es zu Erkrankungen der Haut in Form von Wanderröte, zu Nervenlähmungen, Schmerzsyndromen oder zur Schwellung großer Gelenke. Die Erkrankung kommt in ganz Deutschland vor. Früh erkannt, gilt Lyme-Borreliose als effizient zu therapierende Erkrankung mit guter Prognose. Nachdem noch kein Impfstoff gegen Lyme-Borreliose existiert, sind gezielte Aufklärung, lange schützende Kleidung und die Anwendung von Vergrämungsmitteln bisher der wichtigste Schutz.

Das Erkrankungsrisiko

Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Zeckenstich an einer Lyme-Borreliose zu erkranken, ist von unterschiedlichsten Faktoren abhängig. So sind erwachsene Zecken häufiger mit Borrelien infiziert als Larven. Durchschnittlich sind in Deutschland etwa ein Prozent der Larven, zehn Prozent der Nymphen und 20 Prozent der adulten Zecken – in Deutschland der „gemeine Holzbock“ (Ixodes ricinus) – mit Borrelien infiziert. Auch die Borrelienart hat einen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Zeitdauer bis zur Entfernung der Zecke: Je länger eine infizierte Zecke am Menschen saugt, desto höher ist die Infektionswahrscheinlichkeit. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.