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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

cMRSA - community acquired Methicillin-resistene Staphylococcus aureus

Was ist cMRSA?

Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) galten bisher als Erreger nosokomialer Infektionen, deren Auftreten und Verbreitung vor allem auf Krankenhäuser begrenzt waren. In den letzten dreizehn Jahren ist die Häufigkeit von MRSA-Infektionen in Deutschland gestiegen.

Der wirkliche community acquired MRSA (community acquired Methicillin-resistene Staphylococcus aureus) tritt jedoch völlig unabhängig von Krankenhäusern auf. Bei den Patienten fehlen die üblicherweise für Krankenhausinfektionen mit MRSA bekannten Risikofaktoren, wie zum Beispiel vorheriger Krankenhausaufenthalt oder vorliegende Behandlung mit Antibiotika.

cMRSA (community acquired Methicillin-resistene Staphylococcus aureus) ist eine besondere Art von Staphylococcus aureus, der Resistenzen gegen die Antibiotika Methicillin und Fusidinsäure aufweist.

Die cMRSA-Stämme verfügen zudem über einen besonderen Pathogenitätsfaktor (Panton-Valentine-Leukozidin). In vielen Fällen kommt es lediglich zu einer symptomlosen Kolonisation des Wirts. Der Keim hat aber auch die besondere Fähigkeit, multiple, rezidivierende tiefe Abszesse, die ohne erkennbare Eintrittspforte sind, sowie Pneumonien mit nekrotisierendem Verlauf zu verursachen.

Verbreitung

Oft treten die Infektionen bei Personen auf, die bisher keinen Kontakt zu medizinischen Einrichtungen hatten. Häufungen in Familien sind ebenfalls nicht selten.

Auftreten

Die ersten Fälle wurden 1998 in den USA bei Kindern beobachtet. Inzwischen sind auf allen Kontinenten einschließlich Europa Infektionen aufgetreten. In Deutschland gab es bisher nur sporadisch aufgetretene Fälle von cMRSA.

Anfang dieses Jahres wurden erstmals in Bayern gehäuft cMRSA-Bakterienstämme nachgewiesen. Auf Grund von verstärkten diagnostischen Anstrengungen im Zeitraum 12/2003 bis 5/2004 nahmen die positiven Befunde zu. Es wurden insgesamt über 30 Fälle identifiziert.

Übertragung

Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Schmierkontakte (Hände) bzw. engen Körperkontakt. Daher gilt eine konsequente Händehygiene bzw. gute Basishygiene als die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Kolonisation/ Infektion. Rechtzeitiges Erkennen und Verhindern der Ausbreitung innerhalb medizinischer Einrichtungen sowie in der ambulanten Praxis und möglichst Sanierung eines nasalen Trägertums, das häufig mit Furunkulose und Hautinfektionen durch S. aureus einhergeht, sind besonders wichtig. Bei Kolonisation/ Infektion von Patienten mit cMRSA im Klinikbereich sind die einschlägigen Präventionsmaßnahmen wie bei MRSA erforderlich.

Risikofaktoren

Risikofaktoren zur Infektion mit cMRSA sind bisher nicht sicher abgrenzbar.

Diagnostik

Bei rezidivierenden Abszessen sollte im Gegensatz zur üblichen Vorgehensweise eine mikrobiologische Untersuchung des Abszessmaterials erfolgen. Beim Antibiogramm sollte die Resistenz gegen Fusidinsäure geprüft werden, um den Verdacht auf das Vorliegen einer cMRSA-Infektion weiter abzuklären. Die weitere molekularbiologische Diagnostik erfolgt in Speziallaboratorien.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem klinischen Bild und kann Spaltung der Abszesse, Antibiotikagabe und/oder antiseptische Behandlung umfassen.

Literatur

Literaturhinweise und weitere Informationen zum Thema MRSA finden Sie auf den Internetseiten des Robert-Koch-Instituts.

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