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Leinsamen aus Apotheken entsprechen den Forderungen des Arzneibuchs hinsichtlich der Cadmiumbelastung - Untersuchungsergebnisse 2007
Was ist Leinsamen?
Leinsamen (Linum usitatissimum L.) ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die in verschiedenen Varietäten und Zuchtformen weltweit zur Faser- und Ölgewinnung angebaut wird. Wegen seines Ballaststoff- und Schleimgehalts wird Leinsamen arzneilich bei Entzündungen von Magen- und Darmschleimhaut und als Quellungslaxans bei Verstopfungen eingesetzt (2-3mal täglich 1 Esslöffel mit viel Flüssigkeit).
Cadmium in Leinsamen
Wie manch andere Ölsamen (Mohn, Sonnenblumenkerne) reichert auch Leinsamen das nierentoxische Schwermetall Cadmium aus dem Boden an, weshalb schon 1988 das damalige Bundesgesundheitsamt einen Richtwert von 0,3mg Cd/kg für Leinsamen im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes vorschlug. Durch entsprechende Maßnahmen (Auswahl der Böden und Düngemittel) scheint eine tendenzielle Absenkung der Cadmiumbelastung bei Leinsamen seit dieser Zeit stattgefunden zu haben (1991 Mittelwert 0,33mg/kg und 1994 Mittelwert 0,27 mg/kg bei 18 bzw. 19 Proben).
Untersuchungen des LGL
Nachdem 2002 am LGL im Rahmen einer vom Europäischen Netzwerk der Arzneimitteluntersuchungsstellen organisierten Marktüberwachungsstudie bei 14 Leinsamenproben eine mittlere Cadmiumbelastung von 0,23 mg/kg gefunden worden war (mit einem höchsten Wert von 0,66 mg/kg) wurde inzwischen ein verbindlicher Höchstwert von 0,50 mg/kg in das Europäische Arzneibuch (Ph.Eur.5.1) aufgenommen. Bei einer erneuten Prüfung in 2007 von 11 Leinsamenproben aus öffentlichen Apotheken, darunter auch zwei freiverkäufliche Fertigarzneimittel, wurde von uns eine mittlere Cadmiumbelastung von 0,18 mg/kg festgestellt mit einem höchsten Wert von 0,39 mg/kg. Die Leinsamen entsprachen somit alle diesbezüglich dem aktuellen Arzneibuch. Auch die Quellungszahl, ein weiterer wichtiger Parameter für dieses pflanzliche Quellmittel zur Stuhlregulierung und bei Verdauungsbeschwerden, entsprach bei allen Proben den Mindestanforderungen des Arzneibuchs.
