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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

PAMINA

(Particulate Matter in Indoor and Ambient Environments)
Forschungsverbund zu Exposition und Wirkungen von Stäuben

Staubkörner

Das Institut und die Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin der Ludwig.-Maximilians-Universität München, das Zentrum Allergie und Umwelt (ZAUM) an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München und das Sachgebiet Umweltmedizin des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit führen gemeinsam das vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit geförderte Forschungsprojekt PAMINA durch.

Einführung und Problemstellung

Eine Vielzahl von epidemiologischen Studien sind in den letzten Jahrzehnten durchgeführt worden, die den Zusammenhang zwischen der Belastung der Außenluft mit Schadstoffen und dem Auftreten gesundheitlicher Beschwerden bzw. Erkrankungen beleuchtet haben. Der Fokus hat sich gerade in den letzten Jahren dabei deutlich in Richtung auf die partikulären Luftinhaltsstoffe und hier insbesondere auf die feinen (z. B. PM2,5) und ultrafeinen (mit einem Durchmesser < 100 nm) Partikel verschoben.
Bei kurzfristiger Exposition gegenüber Feinstäuben wurden in epidemiologischen Untersuchungen insbesondere respiratorische Effekte (Verschlechterung akuter Atemwegserkrankungen, Symptomverstärkung, Zunahme der Medikamenten-einnahme), kardiovaskuläre Effekte (verringerte Herzfrequenzvariabilität, Erhöhung der Plasmaviskosität, vermehrte Auslösung von Arrhythmien und ein erhöhtes Atheroskleroserisiko), vermehrte Arztbesuche und Krankenhausaufnahmen und ein Anstieg der kardio-pulmonalen Mortalität beobachtet.
Darüber hinaus konnte in verschiedenen großen Kohortenstudien bei einer langfristigen Exposition ein Zusammenhang zwischen Feinstaubbelastung und Mortalität (insbesondere pulmonaler und kardiovaskulärer Genese) herausgearbeitet werden. Eine sehr umfangreiche Studie der American Cancer Society (ACS), in der ca. 552.000 Personen über 16 Jahre hinweg verfolgt wurden, kam in diesem Zusammenhang zu dem Ergebnis, dass pro Steigerung des PM2.5 um 10 µg/m³ mit einer Zunahme der kardiovaskulären Sterblichkeit um 8 - 18 % gerechnet werden muss.

Während bezüglich der Außenluftgehalte viele Untersuchungsdaten vorliegen, sind Messergebnisse zur Belastung von Innenräumen nur begrenzt verfügbar. Insgesamt deutet sich aber an, dass die Gehalte in Wohninnenräumen ein deutliches Stadt-Land-Gefälle aufweisen und im Innenraum z. T. höhere Belastungen als in der Außenluft gemessen werden können. Auch in Innenräumen von Gemeinschaftseinrichtungen scheint eine besondere Belastungssituation gegenüber Feinstäuben zu bestehen.

Neben der Quantifizierung der Belastungshöhe sind jedoch vertiefende Kenntnisse zur Art und Zusammensetzung der Stäube in Innenräumen und insbesondere zu ihrer gesundheitlichen Bedeutung, im Vergleich zu Außenluftstäuben von großer Bedeutung. Ergebnisse hierzu sind in der wissenschaftlichen Literatur kaum zu finden. Insbesondere zur Frage der biologischen / toxischen Aktivität von Innenraumstäuben fehlen derzeit Erkenntnisse. Vor diesem Hintergrund kann auch die Frage der vergleichenden toxischen/ biologischen Potenz von Stäuben (innen zu außen) derzeit nicht befriedigend beantwortet werden. Hier wird eine wesentliche Entwicklungslinie von PAMINA gesehen, dessen Ergebnisse daher auch regulatorisch von Bedeutung sein werden.

Zielsetzung des Projektes

Im Rahmen des Forschungsverbundes sollen genauere Kenntnisse zur Belastungssituation von Innenräumen gewonnen und der Beitrag unterschiedlicher Quellen ermittelt werden. Im Vordergrund stehen dabei Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen und Wohninnenräume. Hierzu ist neben der quantitativen Beschreibung der Exposition gegenüber Stäuben ihre vertiefte physikalische, chemische, biologische, toxikologische und makroskopische Charakterisierung erforderlich. Darüber hinaus sind parallele Messungen in der Innenraum- und Außenluft notwendig, um einen unmittelbaren Vergleich dieser Staubfraktionen aus unterschiedlichen Umweltkompartimenten zu ermöglichen. Von besonderer Bedeutung soll dabei die Frage sein, ob sich die gesammelten Staubproben in ihrer Zusammensetzung und insbesondere in ihren biologischen / toxischen Wirkungen voneinander unterscheiden lassen.

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