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Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

UV-Strahlung und Sommerhitze bei der Arbeit: Empfehlungen für Tätigkeiten im Freien

Landwirte bei der Arbeit

Rund zwei Millionen Beschäftigte in Deutschland sind häufig acht Stunden oder länger der prallen Sommersonne ausgesetzt. Sie sind jetzt in der Sommerzeit besonders durch die natürlichen ultravioletten Strahlungsanteile der Sommersonne gefährdet. Bereits eine leichte Rötung der Haut weist auf ein Zuviel an Sonnenstrahlung hin. Darüber hinaus "merkt" sich die Haut jeden Sonnenbrand. Langjährige, intensive Einwirkungen können dann zu Hautkrebs führen.

In unseren Breitengraden verlängern sich oft noch die Arbeitszeiten im Freien, da das Tageslicht genutzt werden soll. Darum ist es besonders wichtig, das Risiko durch die UV-Strahlung abzuschätzen und geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Insbesondere im späten Frühjahr oder im Sommer ist bei wolkenlosem Himmel von einem hohen UV-Strahlungsanteil auszugehen. Sichere Informationen stellt das deutsche UV-Messnetz (BfS/DWD/UBA) zur Verfügung, an dem sich auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit einer Mess-Station beteiligt.

Ist die Gefahr erkannt, sollte sie durch entsprechende Schutzmaßnahmen gebannt werden. So lassen sich z. B. Baugerüste durch Abdeckungen verschatten. Sonnenschirme oder Überdachungen erfüllen ihren Zweck nicht nur am Strand. An manchen Arbeitsplätzen im Freien, wie Verkaufständen oder Montagestellen beim Bau, lassen sich feste Unterstellmöglichkeiten einrichten. Bei Fahrzeugen wie Bussen, Bahnen, Traktoren oder Gabelstaplern sollte darauf geachtet werden, dass ihre Fenster die UV-Strahlung absorbieren. Lassen die Verhältnisse vor Ort keine technischen Schutzmaßnahmen zu, kann auch geschickte Organisation das Risiko eines Sonnenbrandes verringern: Den Arbeitsablauf möglichst so gestalten, dass viele Tätigkeiten im Schatten durchgeführt werden können. Grundsätzlich sollte darauf geachtet werden, dass die Einwirkungsdauer der Sonneneinstrahlung kurz bleibt. Einschränkungen für Arbeiten in der prallen Sonne gelten vor allem für die Mittagszeit. In den vier Stunden um den Sonnenhöchststand erreicht uns rund die Hälfte der täglichen UV-Strahlung. Ladevorgänge sollten deshalb möglichst aus diesem Zeitfenster verbannt werden.

Kleidung bietet Schutz gegen die gefährliche Strahlung. Deshalb sollte sie den Körper gut bedecken. Mittlerweile gibt es Materialien, in denen man nicht so leicht ins Schwitzen kommt. Auch sollte eine (möglichst helle) Kopfbedeckung getragen werden, am besten mit Krempe oder zumindest mit einem Schild vor der Stirn.

Die Bindehaut des Auges kann sich bei gleißender Helligkeit entzünden. Sonnenbrillen beugen einer solchen "Schneeblindheit" vor. Darüber hinaus verhindern sie Blendungen, die zu Unfällen führen können.

Sonnenschutzcremes sollten nicht nur einen hohen Lichtschutzfaktor (UV A und UV B) haben. Bei Schweiß treibender Arbeit in der Sonne werden wasserlösliche Cremes schnell weggespült. Wasserfester Schutz hält länger auf nassgeschwitzter Haut. Spezielle Hautschutzsalben stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber im Rahmen des Arbeitsschutzes zur Verfügung. Nach § 3 Arbeitsschutzgesetz gehört es zu seinen Grundpflichten, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen. Kosten hierfür dürfen den Beschäftigten nicht entstehen. Hingewiesen werden soll noch auf das Berufsgenossenschaftliche Regelwerk, das dem Unternehmer bei der Durchführung des Arbeitsschutzes Hilfestellungen gibt. BGR 197 "Benutzung von Hautschutz" erläutert dem Arbeitgeber die Vorgehensweise zur Ermittlung und Bereitstellung des geeigneten Hautschutzes bei verschiedenen hautbelastenden Tätigkeiten.

Genügend zu trinken wird häufig vergessen. Kohlensäurearmes Wasser, Saftschorlen oder ungesüßte Kräutertees sind zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs am günstigsten. Die Trinkmenge richtet sich nach den Außentemperaturen und der Schweißproduktion des Körpers. Alkohol, viel Kaffee oder gezuckerte Getränke sind zu meiden. Eine Empfehlung von Sportmedizinern: Begonnen werden sollte schon ca. 1 - 2 Stunde vor der Arbeit, also bevor man Durst bekommt und ein Flüssigkeitsdefizit auftritt.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - BAuA . Weitere grundsätzliche Informationen finden sich im Forschungsbericht Fb 903 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin "Untersuchung der Außentätigkeiten unter unmittelbarer Einwirkung von Sonnenstrahlen".

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