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Bayerisches Landesamt für
Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Auswirkungen von Rauchverhalten auf das Betriebsklima

Passivrauch

Passivrauch ist mehr als subjektive Belästigung. Das gesellschaftliche Bewusstsein über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens ist deutlich gewachsen. Die MAK–Kommission ordnete 1998 Passivrauchen am Arbeitsplatz der Kategorie nachweislich beim Menschen Krebs erzeugender Arbeitsstoffe zu, denn Studien belegen das erhöhte Erkrankungsrisiko von Menschen, die als Nichtraucher Tabakrauch ausgesetzt waren.

Tabakrauch enthält zahlreiche giftige oder krebserregende Substanzen wie Kohlenmonoxid, Blausäure, Stickoxid, Benzol. Etwa drei Viertel der Zigarette verbrennen als Nebenstrom durch das Glimmen der Zigarette. Die Konzentration der Schadstoffe im Nebenstrom ist bis um das 30- bis 100-fache höher als im Hauptstrom. Damit ist die Raumluft für die dort Anwesenden, unabhängig davon ob sie selbst rauchen oder nicht, mit einem deutlichen gesundheitlichen Risiko verbunden. Die Bestandteile des Passivrauchs verbleiben lange in der Raumluft. Zwei Stunden nach dem Rauchen sind noch 50 Prozent der anfänglichen Konzentrationen von Stickoxiden in der Raumluft enthalten.

Wird am Arbeitsplatz geraucht, müssen demnach besondere Belüftungen vorgesehen werden. Wirkungsvolle Anlagen, die nicht nur die Luft umwälzen, sondern die Raumluft von den Rauchpartikeln befreien, sind sehr kostspielig. Die Renovierung von durch Tabakrauch belasteten Räumen ist aufwändig und mit höheren Kosten für Spezialbehandlungen verbunden. Das Wissen um die Schädigung durch Passivrauchen führt dazu, dass Arbeitnehmer selbstbewusster ihren Anspruch auf tabakfreie Raumluft auch rechtlich einklagen. Dies ist nicht nur ein Kostenfaktor und Mehraufwand, sondern beeinträchtigt insbesondere das Betriebsklima und die Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Nichtraucherschutz im Betrieb wird zu einem konkreten Beitrag zum Arbeitsschutz und trägt damit zur betrieblichen Gesundheitsförderung bei.

Regelungen beseitigen Konflikte

Das Engagement für den betrieblichen Nichtraucherschutz rechnet sich für ein Unternehmen. Die Befürchtungen, durch eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Rauchen Konflikte und Unruhe zu provozieren, zeigt sich bei einer längerfristig und bedacht angelegten Strategie als unbegründet. Verrauchte Räumlichkeiten, insbesondere bei Publikumsverkehr, belasten das Image und Unternehmensbild in der Öffentlichkeit. Dieser Effekt - in anderen europäischen Ländern sowie in den USA deutlicher ausgeprägt - gewinnt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Durch klare Regelungen entfallen Konflikte zwischen Rauchern und nichtrauchenden Mitarbeitern wegen Belastungen und Belästigungen durch das Rauchen.

Gesundheitliche Schädigungen durch Passivrauchen

Kurzfristig können Augenbrennen, Kopfschmerzen, Husten und Atembeklemmungen auftreten. Längerfristig steigt - ebenso wie bei aktiven Rauchern - das Risiko für Erkrankungen der Atemwege, für Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen. Damit steigt auch die Arbeitsunfähigkeit. Nach Angaben des WHO-Partnerschaftsprojektes Tabakabhängigkeit stehen etwa 25-35 % davon mit dem Tabakkonsum in Verbindung. Umgekehrt verringert ein effektiver Schutz vor Passivrauch das Erkrankungsrisiko und erhöht damit die betriebliche Leistungsfähigkeit.

Erfahrungsgemäß sinkt durch einschränkende Regelungen bei einem Teil der Mitarbeiter der durchschnittliche tägliche Tabakkonsum.

Gerade Gelegenheitsraucher sind oft erleichtert darüber, nicht mehr unbewusst zur Zigarette zu greifen. Andere Mitarbeiter nehmen dies zum Anlass, mit dem Rauchen ganz aufzuhören. In jedem Fall ist damit auch für Raucher mittel- und langfristig ein Zugewinn an Gesundheit und Wohlbefinden verbunden.

Auswirkungen von Rauchverhalten auf das Betriebsklima

Nachteile für Mitarbeiter

  • Schlechtes Betriebsklima - "Dicke Luft" zwischen Rauchern und Nichtrauchern
  • Sinkende Arbeitsmotivation
  • Gesundheitsschäden durch langjährige Exposition
  • Arbeitsplatzgefährdung bei häufiger Erkrankung
  • Vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsleben durch Krankheit

Nachteile für Unternehmen

  • Sinkende Produktivität (Zeitverlust durch Rauchpausen, Motivationsmangel,...)
  • Höhere Personalkosten (mehr Fehltage, höhere Fluktuation)
  • Höherer Krankenstand: Im Durchschnitt sind Raucher 30 - 40% häufiger krank als Nichtraucher
  • Geringere Motivation durch gestörten "Betriebsfrieden"
  • Erhöhte Reinigungskosten
  • Erhöhte Gefahr von Brandschäden etc.

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